Ingenieur/in – technische Informatik; Wissen­schaft­licher/r Mit­arbeiter/in (Hoch­schule)

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Tätigkeitsfelder:

Informations-, Kommunikationstechnik; Wissenschaftliche Forschung

Abgeschlossenes Studium in:

Informations- und Kommunikationstechnik

BERUFENET:

Ingenieur/in – technische Informatik; Wissenschaftlicher/r Mitarbeiter/in (Hochschule)

Die besondere Herausforderung ist die Zuverlässigkeit

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Funksignale für die Industrie

Damit in der Industrie Roboter und Mensch reibungslos zusammenarbeiten können, entwickelt Lisa Underberg (25) als Ingenieurin für Informations- und Kommunikationstechnik zuverlässige Funksysteme.

Ob Handy oder Fernbedienung: Viele Geräte, die wir privat nutzen, funktionieren ohne Datenkabel. Auch die Industrie setzt heute auf Funksysteme, zum Beispiel um die Roboter in der Fertigung zu steuern. Der Entwicklung der notwendigen Funksignaltechnik hat sich Lisa Underberg verschrieben, Ingenieurin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Technischen Universität Dortmund. „Die besondere Herausforderung ist die Zuverlässigkeit“, erklärt die 25-Jährige. „Wenn ich in meiner Wohnung an bestimmten Stellen keinen Handy-Empfang habe, gehe ich einfach woandershin. Wenn aber in der Industrie ein Roboter, der mit einem Menschen zusammenarbeitet, plötzlich keine Funkverbindung mehr hat, könnte er den Menschen im schlimmsten Fall sogar verletzen.“ Um solche Situationen gar nicht erst entstehen zu lassen, arbeiten Lisa Underberg und die Kolleginnen und Kollegen ihres Teams an immer besseren, immer stabileren Funksystemen.

Studiert hat sie an der TU Dortmund Informations- und Kommunikationstechnik – erst im Bachelor- und anschließend im Masterstudiengang. „Im Bachelor werden vor allem die technischen und mathematischen Grundlagen vermittelt, die man für die spätere Arbeit braucht“, erzählt sie. „Im Master konnte ich meinen Studienschwerpunkt dann auf die Kommunikationstechnik legen.“

Computer und Labor

Die Entwicklung verlässlicher Funksignale ist komplex. „Ich habe vorgegebene Rahmenbedingungen und überlege mir, wie ich die Anforderungen erfüllen kann“, erläutert Lisa Underberg. Am Computer entwickelt sie zunächst ein Modell der Industrieumgebung. „Dann überlege ich mir, wie das Funksignal aussehen soll.“ Hat sie eine Lösung gefunden, begibt sie sich in ein Labor, implementiert die Lösung in eine Hardware, die mit einer Antenne ausgestattet ist, und macht den Praxistest. Die gesamte Arbeit findet im Team statt, jeder bringt sein spezifisches Fachwissen ein.

Forschungsergebnisse weitergeben

Als Wissenschaftliche Mitarbeiterin möchte Lisa Underberg auch ihre akademische Karriere und ihre Fachdisziplin voranbringen. Dementsprechend veröffentlicht sie ihre Forschungsergebnisse, reicht ihre Projekte auf Fachkonferenzen ein und gibt ihre Erkenntnisse an andere Wissenschaftler und die Studierenden weiter. An der TU hält sie Vorlesungen, steht den Studierenden bei Fachfragen als Ansprechpartnerin zur Verfügung und unterstützt sie bei ihren Bachelor- und Masterarbeiten. Die strukturierte Denkweise, die für ihre Forschungsarbeit notwendig ist, wurde ihr im Studium vermittelt. Die didaktischen Fertigkeiten, um Studierenden Kenntnisse zu vermitteln, erwarb sie schrittweise im Berufsleben.

Als Ingenieurin für Informations- und Kommunikationstechnik, die sich auf Funksignale spezialisiert hat, hätte Lisa Underberg auch einen ganz anderen Weg einschlagen und beispielsweise bei einem Mobilfunkunternehmen einsteigen können. Sie hat sich aber vorerst für die Arbeit an einer Universität entschieden. „Ich habe einfach festgestellt, dass mir das wissenschaftliche Arbeiten Freude macht“, erklärt sie. <<

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