Ingenieur/in – tech­nische Informatik

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Softwareentwickler

Tätigkeitsfeld:

Softwareentwicklung

Abgeschlossenes Studium in:

Technische Informatik

BERUFENET:

Ingenieur/in – technische Informatik

Das Schöne an Informatik mit technischem Schwerpunkt ist, dass man die Ergebnisse seiner Arbeit im direkten Leben sieht.

Klare Regeln für Maschinen

Die Herstellung von Halbleitern ist zu großen Teilen automatisiert und wird über Software gesteuert. Ingenieur Martin Ziegler (26) entwickelt und optimiert solche Software seit seinem Bachelorabschluss in Technischer Informatik.

Martin Ziegler hat gleich nach seinem Bachelorstudium einen Job in der Halbleiter-Herstellung gefunden. Der Ingenieur für technische Informatik entwickelt bei der Firma Osram Opto Semiconductors in Regensburg Software, die mithelfen soll, die Herstellung von Halbleiterprodukten zu automatisieren. Die Produkte kommen zum Beispiel in Autos zum Einsatz.

Ich bin in den ersten Prozessschritt eingebunden, in die sogenannte Epitaxie“, erläutert der 26-Jährige. „Hier werden auf die Siliziumscheiben mehrere Schichten von Kristallen aufgebracht.“ Die Kollegen aus der Fertigung schicken ihm ihre Aufträge, in denen genau aufgelistet ist, was benötigt wird. Er entwickelt anschließend die passende Software oder Komponenten davon. Die Software soll dann zum Beispiel Messdaten anschaulich machen – und etwa das Helligkeits- oder das Farbspektrum grafisch darstellen. Wenn Martin Ziegler die Programme entwickelt hat, analysiert und prüft er sie in speziellen Testszenarien und mit kleinen Messgeräten an Hardwarekomponenten. Erst danach gibt er das Programm frei.

Arbeit im Team, Kosten im Blick

Dass er gern im Team arbeitet, kommt Martin Ziegler in seinem Job ebenso zugute wie sein Kommunikationsgeschick, sein Blick für das Wesentliche – und für die Kosten. Bei jedem Auftrag erstellt er ein Pflichten- und Lastenheft, das festhält, was die Auftraggeber sich wünschen und wie sein Team die Wünsche umsetzen will. Martin Ziegler stimmt sich eng ab mit den Fertigungsabteilungen und den externen Zulieferern. Dann entwickelt er die eigentliche Software und nutzt dabei branchenspezifische Entwicklungsprogramme.

„Wichtig ist es in meinem Job, immer auf dem aktuellen Stand der Entwicklung zu sein, damit ich auf fachliche Änderungen reagieren oder neue Technologien verwenden kann“, betont er. „Softwareentwicklung funktioniert deshalb in kleinen Schritten am besten.“ Martin Ziegler schult auch die Anwender seiner Software und betreut die bestehenden IT-Systeme und -Prozesse. Alle zwei bis drei Monate hat er eine Woche Rufbereitschaft, damit er im Notfall auch nachts einen Systemausfall in der Fertigung beheben kann. Bei Dienstreisen zu Lieferanten – auch ins Ausland – bespricht er die technischen Anforderungen der Softwarearchitektur vor Ort. Dafür ist er mit verhandlungssicherem Fachenglisch gewappnet.

Informatik fürs Leben

„Das Schöne an Informatik mit technischem Schwerpunkt ist, dass man die Ergebnisse seiner Arbeit im direkten Leben sieht – etwa wenn Roboter Hindernisse korrekt umfahren“, erzählt Martin Ziegler. „Daher war die Wahl des Studienganges für mich sehr schnell klar.“

Martin Ziegler hat sich für den Bachelorstudiengang Technische Informatik an der Ostbayerischen Technischen Hochschule in Regensburg entschieden und schon im Studium mehrere Praktika bei Firmen in der Region gemacht – auch bei seinem heutigen Arbeitgeber. „Mit meinen Kenntnissen sowohl in Software- als auch in Handwareentwicklung hätten mir aber noch viel mehr Tätigkeitsfelder offen gestanden“, sagt er. <<

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