Ingenieur/in – Sport

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Produktmanager

Tätigkeitsfeld:

Verfahrens-, Produktentwicklung

Abgeschlossenes Studium in:

Sport und Technik

BERUFENET:

Ingenieur/in – Sport

Querdenken und das berühmte Über-den-Tellerrand-Schauen sind hier gefragt.

Technik für Sportler

Jan-Gisbert Stein (29) entwickelt Sportgeräte nach Kundenwunsch. Von der Verbesserung kleiner Details bis hin zur Neuentwicklung – der Sportingenieur sucht nach der­ optimalen Lösung für Sportler.

Bereits während seines Bachelor- und Masterstudiums Sport und Technik an der Universität Magdeburg absolvierte Jan-Gisbert Stein Praktika bei Sportgeräteherstellern. „Bei der proxowell GmbH in Luhden bin ich schließlich geblieben und arbeite hier nun als Projekt- und Produktmanager“, erzählt der 29-Jährige. Er bildet die Schnittstelle zwischen Technik und Sportwissenschaft und entwickelt Sportgeräte für jeden Einsatzbereich. „Physiotherapeuten und Vertriebshändler für Sportgeräte treten mit ihren Wünschen an uns heran, und wir setzen diese in die Realität um – vom ersten Entwurf bis zur Serienfertigung.“

Absprache mit den Kunden

Der Sportingenieur arbeitet im Team, je nach Projektphase mit Designern, Softwareentwicklern, Konstrukteuren und Prototypenbauern zusammen. „Wenn die Zielvorgaben des Kunden geklärt sind, erstelle ich Handskizzen und CAD-Zeichnungen, um das Sportgerät virtuell entstehen zu lassen“, erklärt er. Nach weiteren Absprachen mit dem Auftraggeber schreitet die Entwicklung des Sportgeräts voran. „In einem nächsten Schritt wird ein Prototyp gebaut, den wir selbst testen, um gegebenenfalls Mängel zu beseitigen.“ Ist der Kunde zufrieden, können sogenannte Piloten und schließlich eine erste Kleinserie produziert werden, die Sportlern, Physiotherapeuten und Rehakliniken für aufwendigere Tests zur Verfügung gestellt werden. „Diese Feldtests sind das A und O unserer Arbeit. Denn ein noch so gut designtes und entwickeltes Gerät muss am Ende nur einen Zweck erfüllen: Es muss dem Sportler dienen.“ In regelmäßigen Abständen besucht Jan-Gisbert Stein die Tester, holt sich Rückmeldungen und wertet Mängel und Ideen aus. „Dazu gehört auch, dass ich den Umgang mit den Geräten erkläre und Schulungen gebe.“ Sicheres Auftreten und sportwissenschaftliches Verständnis sind hier Voraussetzungen.

Neue Ideen finden

Der Produktmanager muss stets auf dem aktuellen Stand in puncto Sportgeräte sein: „Man muss den Markt sehr gut kennen und durch regelmäßige Messebesuche die neuesten Entwicklungen im Auge behalten.“ Inspirationen holt er sich auch bei anderen Industriezweigen. „Querdenken und das berühmte Über-den-Tellerrand-Schauen sind hier gefragt. Dann landet manchmal auch eine Idee aus der Automobilbranche in einem Fitnessgerät“, erklärt der Entwickler.

Die Arbeitszeiten des Sportingenieurs sind flexibel. „Ich arbeite ab und zu auch von zu Hause, wenn ich Freiraum zum kreativen Denken brauche.“ Sein Interesse für Sport, das Wissen um Konstruktion und Physiologie bieten die optimale Voraussetzung für seinen Beruf. „Es reicht nicht, sich nur auf eine Seite zu konzentrieren, man ist Ingenieur und Sportwissenschaftler zugleich.“ Auch ein Interesse für Informatik wird zunehmend wichtiger, da die Technologisierung der Sportgerätebranche stetig voranschreitet.

Alternativ zu einem Job in der freien Wirtschaft könnte Jan-Gisbert Stein sich auch vorstellen, an einer Hochschule zu arbeiten und zu forschen. <<

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