Ingenieur/in – Sicher­heits­technik

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Fachkraft für Arbeitssicherheit

Tätigkeitsfeld:

Schutz, Sicherheit und Überwachung

Abgeschlossenes Studium in:

Rescue Engineering, Schwerpunkt Arbeitssicherheit

BERUFENET:

Ingenieur/in – Sicherheitstechnik

Nur wenn ich die technischen Abläufe verstehe, kann ich erkennen, wo sich Gefahren verbergen.

Sicher durch den Arbeitstag

Lärm, Hygiene, Unfallschutz – Firmen müssen viele Vorgaben einhalten, wenn es um die Arbeitssicherheit der Mitarbeiter geht. Sicherheitsingenieure wie Sebastian Steder (29) stehen ihnen dabei beratend zur Seite.

Sind die Produktionsmaschinen ausreichend gesichert, sodass sich kein Mitarbeiter daran verletzt? Werden die Lärmbestimmungen in der Werkstatt eingehalten? Und kann man den Mitarbeiter beim Heben schwerer Teile oder Pakete entlasten? Bei solchen Fragen weiß Sebastian Steder weiter.

Der 29-Jährige berät Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen im Bereich Arbeitssicherheit und erstellt individuelle Sicherheitskonzepte. Dabei geht es nicht nur darum, dass alle gesetzlichen und berufsgenossenschaftlichen Vorschriften eingehalten werden. Vielmehr sorgt er dafür, dass die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter im Mittelpunkt steht und die Arbeitsplätze möglichst gesundheitsfreundlich gestaltet werden. „Ich helfe unseren Kunden, sich bei Gesundheitsthemen weiterzuentwickeln. Eine für mich wichtige Aufgabe: Die Gesundheit und Zufriedenheit der Angestellten sind entscheidend für die Leistungsfähigkeit und den nachhaltigen Erfolg eines Unternehmens“, erklärt er.

Vom Praktikum zum Berufseinstieg

Ursprünglich war es der Wunsch von Sebastian Steder, bei der Berufsfeuerwehr im Bereich Brandschutz zu arbeiten. Deshalb entschied er sich für ein Bachelorstudium im Fach Rescue Engineering an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hamburg. Dann allerdings stieß er bei der Suche nach einem Praktikumsplatz auf seinen heutigen Arbeitgeber, die ias Aktiengesellschaft in Hamburg. „Während des Praktikums habe ich festgestellt, dass die Arbeitssicherheit das Richtige für mich ist. Deshalb habe ich auch meine Bachelorarbeit dort geschrieben.“ Dafür hat er ein Portal entwickelt, mit dem sein Unternehmen potenzielle Gefährdungen in sogenannten Gefährdungsbeurteilungen online dokumentiert.

Aus seinem Studium helfen ihm vor allem die technischen Grundlagen weiter, beispielsweise wenn er nachvollziehen muss, wie eine Maschine funktioniert. „Nur wenn ich die technischen Abläufe verstehe, kann ich auch erkennen, wo sich Gefahren verbergen.“

Kunden beraten

Sebastian Steder schaut sich zu Beginn einer Gefährdungsbeurteilung alle Arbeitsplätze eines Unternehmens sehr genau an und macht sich ausführliche Notizen. Je nach Art des Arbeitsplatzes gilt es, unterschiedliche Dinge zu beachten: In einer Produktionshalle untersucht er etwa, ob die Maschinen gesichert sind, sodass kein Mitarbeiter gequetscht oder hineingezogen werden kann. In Werkstätten hingegen prüft er, ob Werkzeuge wie Schleifer benutzerfreundlich sind und nicht zu stark vibrieren, da dies Gesundheitsschäden nach sich ziehen kann. Anschließend schreibt er einen Bericht für seinen Kunden, in dem er mögliche Maßnahmen zur Gefahrenminimierung oder Gesundheitsförderung aufzeigt. „Insgesamt bin ich viel unterwegs. Häufig habe ich auch ein Büro beim Kunden vor Ort, um einen noch besseren Überblick zu erhalten."

Grundlage für seinen Beruf ist neben seinem Studium die Weiterbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit, die er nebenberuflich über eineinhalb Jahre bei der Eisenbahn-Unfallkasse in Hamburg nachholte. Daneben gehören Fortbildungen zu seinem Arbeitsalltag, um über Vorschriften und neue Produkte auf dem Laufenden zu sein: Zuletzt hat er sich etwa zur Vorbeugung von Muskel- und Skeletterkrankungen informiert. Demnächst warten beruflich neue Aufgaben auf ihn, wenn er firmenintern seine Stelle als Fachleiter Arbeitssicherheit antritt und in dieser Funktion neue Erkenntnisse aus diesem Fachgebiet an seine Kollegen weitergeben wird. <<

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