Ingenieur/in – Robotik, Auto­nome Systeme; Application-Engineer/-Manager/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Application-Engineer Robotik

Tätigkeitsfelder:

Mechatronik und Automatisierungstechnik; Wartung, Instandhaltung und Kundendienst

Abgeschlossenes Studium in:

Maschinenbau mit Spezialisierung Produktions- und Automatisierungstechnik

BERUFENET:

Ingenieur/in – Robotik, Autonome Systeme; Application-Engineer/-Manager/in

Wenn man genug Erfahrung gesammelt hat, sind auch weltweite Auslandseinsätze möglich.

Programmieren beim Kunden

Die Ingenieurin Denise Nadler (26) entwickelt als Application-Engineer Programmierlösungen für Kunden, die Industrieroboter für ihre Produktionsstätten gekauft haben.

Schon während ihres Maschinenbaustudiums mit der Spezialisierung auf Produktions- und Automatisierungstechnik an der Fachhochschule Augsburg knüpfte Denise Nadler den ersten Kontakt zu ihrem heutigen Arbeitgeber: Über ein Praxissemester, eine darauffolgende Werkstudententätigkeit und schließlich die Bachelorarbeit kam sie zur Firma Kuka. Dort arbeitet sie heute als Application-Engineer im Bereich ­Global Customer Service, dem weltweiten Kundendienst. „Die meiste Zeit verbringe ich bei unseren Kunden.“ Dazu gehören Autohersteller, Autozulieferer oder Firmen der Kunststoffindustrie. Die Roboter erledigen Aufgaben im Bereich Montage, Verpacken, Löten oder Messen.

Denise Nadler bespricht mit den Kunden, was der Roboter erledigen soll, und programmiert ihn entsprechend. „Die Funktionen, zum Beispiel die eines Greifers, werden über Signale gesteuert. Diese Signalschnittstelle muss ich entsprechend konfigurieren“, erklärt die Ingenieurin, die meist allein vor Ort ist. Wenn Probleme auftreten, telefoniert sie mit Kollegen am Firmensitz in Augsburg, um gemeinsam eine Lösung zu finden.

Elektrotechnische Kenntnisse wichtig

Sind die Kundeneinsätze in kurzer Zeit erledigt und in der Nähe des Unternehmensstandortes, ist Denise Nadler abends zu Hause. Häufig und insbesondere bei größeren Projekten kommt es aber auch vor, dass sie wochenweise beim Kunden arbeitet und erst am Wochenende nach Hause zurückkehrt. „Wenn man genug Erfahrung gesammelt hat, sind auch weltweite Auslandseinsätze möglich. Diese Erfahrung ist deswegen so wichtig, weil man die Kollegen in Augsburg von dort aus womöglich nicht mehr so einfach für Nachfragen erreichen kann.“

Die Grundlagen des Programmierens hat Denise Nadler im Studium kennengelernt, wo sie im Fach Robotik auch bereits mit der speziellen Computersprache für die Roboter ihres späteren Arbeitgebers in Kontakt kam. Detailliertes Wissen hat sie sich darüber hinaus in unternehmensinternen Seminaren angeeignet. ­Insbesondere elektrotechnische Kenntnisse sind für ihre Arbeit sehr wichtig. „Das notwendige Wissen – beispielsweise wie man Busmodule konfiguriert oder wie die Komponenten im Steuerschrank ­funktionieren – habe ich auch durch das Lesen von Fachliteratur, durch Schulungen und über Gespräche mit den Kollegen erlangt.“

Reisebereitschaft und Flexibilität

Die meisten ihrer direkten Kollegen haben Elektrotechnik studiert, daneben gibt es Ingenieure mit einem fachlichen Hintergrund in Mechatronik oder Maschinenbau. Sie alle arbeiten im Global Customer Service, für den man flexibel sein muss und bereit, viel zu reisen. „Außerdem darf man keine Angst haben, sich auch mal schmutzig zu machen. In den Werkshallen einiger Industrieunternehmen wie Schweißereien und Gießereien ist es nicht immer picobello sauber.“

Mit ihrem Maschinenbaustudium hätte Denise Nadler viele weitere Einsatzmöglichkeiten im Fahrzeugbau, in der Konstruktion oder im Projektmanagement gehabt. Sie hat sich bewusst für den Außendienst und die Automatisierungstechnik entschieden: „Mir gefällt die Abwechslung, ich bin gern an verschiedenen Einsatzorten tätig.“ <<

http://bfi.plus/100733