Ingenieur/in – Pharma­technik

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Projekt-Managerin

Tätigkeitsfeld:

Verfahrens-, Produktentwicklung

Abgeschlossenes Studium in:

Pharmatechnik und Biotechnologie

BERUFENET:

Ingenieur/in – Pharmatechnik

Ich ‚verpacke‘ den Wirkstoff in eine feste Darreichungsform, also in Granulate, Tabletten oder Dragees.

Die Arznei-Designerin

Vor oder nach dem Essen, mit Wasser oder ohne, lutschen oder schlucken – die Ingenieurin für Pharmatechnik Monika Anna Skala (28) sucht nach der optimalen Wirkungsweise von Medizin.

In welcher Form wird ein bestimmtes Medikament am besten vom Körper aufgenommen – als Tablette, Pulver oder Saft? Mit diesen und anderen Fragen der Pharmazeutischen Technologie beschäftigt sich Monika Anna Skala. Die Ingenieurin arbeitet als Projektmanagerin bei der Rottendorf Pharma Ennigerloh. „Wie eine Medizin zielgerichtet wirkt, hängt in entscheidendem Maße unter anderem davon ab, wie das Design der Darreichungsform aufgebaut wurde“, erklärt die 28-Jährige. An der Hochschule Ostwestfalen-Lippe studierte sie Biotechnologie und Pharmatechnik. „Die beiden Fächer ergänzen sich bestens und bieten mir breite berufliche Einsatzmöglichkeiten.“ In ihrem heutigen Job bei dem pharmazeutischen Dienstleister fühlt sie sich optimal gefördert und kann ihr Interesse für die pharmazeutische Technologie und die Medizin gut mitei­nander verbinden.

Die beste Wirkung erzielen

Monika Anna Skalas Aufgabe ist es, die Wirkungsweise und Stabilität von Arzneistoffen sicherzustellen und zu optimieren. „Dazu wende ich verschiedene Techniken an, zum Beispiel Granulieren, Tablettieren oder Dragieren. Das bedeutet, ich ‚verpacke‘ den Wirkstoff in eine feste Darreichungsform, also in Granulate, Tabletten oder Dragees.“ Die Versuche führt sie im Labor mit modernen Maschinen durch. Erst im Anschluss wird die Wirkung des Medikaments in klinischen Studien getestet. Mit ihrer Tätigkeit arbeitet sie sozusagen an der Schnittstelle von Entwicklung und Produktion. Die Aufträge erhält Monika Anna Skalas Arbeitgeber von Kunden aus der internationalen Pharmaindustrie.

Neben diesen „klassischen“ Anwendungen von Herstellungsmethoden hat sie sich auf eine besonders innovative Technologie spezialisiert, die sogenannte Schmelzextrusion. „Bei dieser Methode werden in einer Art ‚Fleischwolf‘ die Komponenten der Arznei aufgeschmolzen und in Form von Strängen oder Pellets geformt.“ Ziel ist es, die sogenannte Bioverfügbarkeit der Wirkstoffe zu erhöhen. „Somit muss der Patient im Rahmen seiner Therapie nicht so viele Tabletten pro Tag einnehmen, was eine große Entlastung für ihn ist.“

Den Projektplan fest im Blick

Als Projektmanagerin erstellt sie den Zeitplan für ein Projekt, teilt das Budget ein, fertigt Pläne für Experimente an, wertet die praktischen Versuche aus und präsentiert ihre Ergebnisse in einem Abschlussbericht. Dies alles erledigt sie in engem Austausch mit ihren Auftraggebern. Dafür muss sie nicht nur kommunikativ und serviceorientiert sein, sondern aufgrund ihres internationalen Kundenstammes auch über sehr gutes Fachenglisch verfügen. Monika Anna Skala startet ihren Arbeitstag um acht Uhr morgens. „Wann ich abends nach Hause gehen kann, bestimmt jedoch das Produkt, das ich gerade entwickle. Das kann je nach Projektphase auch mal länger dauern.“

Da es in diesem Fachbereich regelmäßig Innovationen gibt, hält sich die Ingenieurin mit Weiterbildungen und stetigen Literaturrecherchen auf dem neuesten Stand der Wissenschaft und Technik. <<

http://bfi.plus/58737