Ingenieur/in – Mikro­system­technik

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Tätigkeitsfelder:

Wissenschaftliche Forschung, Verfahrens- und Produktentwicklung

Abgeschlossenes Studium in:

Mikrosystemtechnik

BERUFENET:

Ingenieur/in – Mikrosystemtechnik

Mikrosystemtechnik ist eine Querschnittstechnologie, die in vielen Wissenschaften zum Einsatz kommt.

Forschung am Laser

Angelina Müller (27) ist Ingenieurin für Mikrosystemtechnik. Zurzeit entwickelt sie eine Linse für ein neurotechnologisches Gerät, das Teil eines größeren Forschungsprojekts ist.

Die Mikrosystemtechnik-Ingenieurin Angelina Müller ist eine von rund 370 Wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Institut für Mikrosystemtechnik der Universität Freiburg. Sie arbeitet dort am Lehrstuhl für Mikroaktorik.

In der Mikrosystemtechnik werden Bauteile verwendet, die hundertmal feiner sein können als ein menschliches Haar. Die 27-Jährige entwickelt derzeit gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern ein Mikrowerkzeug, das das Gehirn von Kleintieren durch Laserimpulse stimulieren soll. „Das genaue Forschungsfeld heißt ,Neurale Stimulation durch Mikrooptik‘ und gehört zu den Neurowissenschaften“, erklärt sie. „Mikrosystemtechnik ist aber eine Querschnittstechnologie, die in vielen Wissenschaften zum Einsatz kommt.“

Angelina Müller arbeitet immer wieder mit Forschern und Entwicklern anderer Fachbereiche, der Austausch verläuft oftmals auf Englisch. Das Mikrowerkzeug wird im Team entwickelt, wobei jeder Kollege für ein anderes Einzelteil zuständig ist – zum Beispiel für die Linse oder die Laserdiode.

Design und Fertigung

Angelina Müller kümmert sich um das Design und die Fertigung der Linse. Momentan führt sie vielfach Messungen im Optiklabor durch: „Das Design der Linse muss exakt auf die Eigenschaften der Laserdiode abgestimmt sein“, erläutert die Ingenieurin. Sie richtet die Linse aus, koordiniert den Lichtstrahl und lässt eine Kamera mit einem von ihr geschriebenen Programm den Aufbau abfahren.

Die Linse fertigt sie mit einem UV-Laser, für den sie ebenfalls verantwortlich ist: „Bei uns betreut jeder Wissenschaftler ein Gerät, damit die Wartung gewährleistet ist und man immer einen kompetenten Ansprechpartner hat“, sagt sie.

Die Arbeitszeiten der Mikrosystemtechnik-Ingenieurin hängen davon ab, in welcher Phase sich ein Projekt gerade befindet. „In den vergangenen zwei Jahren habe ich vor allem das Verhalten des Gesamtsystems am Computersimuliert“, erzählt sie.

Geduld und Kreativität gefragt

Gemeinsam mit ihren Kollegen und dem Projektleiter teilt sie sich ein Büro – die kurzen Wege vereinfachen die Absprachen, die fortwährend geboten sind. Dazu kommen monatliche Meetings im größeren Kreis, in denen der Stand des Projekts sowie Probleme besprochen werden. Zusätzlich zu ihren sonstigen Aufgaben schreibt sie wissenschaftliche Essays, stellt das Gesamtprojekt auf Konferenzen vor und tauscht sich darüber mit Wissenschaftlern anderer Fakultäten und Disziplinen aus.

„Es gibt bei unserer Forschung keinen vorgefertigten Plan, sondern nur ein Ziel und viele Unwägbarkeiten“, sagt sie. „Unerwartete Ergebnisse muss man aushalten können.“ Da ist Geduld gefragt – und bei den Versuchsaufbauten auch Kreativität, denn oft muss Angelina Müller improvisieren: „Es kommt vor, dass ich zum Beispiel einen Schlauch für den Abzug basteln muss.“ Gerade deshalb aber macht ihr die Laborarbeit am meisten Spaß. „Beim Forschen ist immer wieder Eigeninitiative gefordert – sei es, dass man eigene Ideen einbringt oder dass man sich in Themen einarbeitet.“ <<

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