Ingenieur/in – Mikro­elektronik; Ingenieur/in – Mikro­system­technik

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Entwicklungsingenieurin

Tätigkeitsfelder:

Mikrosystemtechnik; Verfahrens- und Produktentwicklung

Abgeschlossenes Studium in:

Mikrosystemtechnik (dual) mit Ausbildung zur Elektronikerin für Betriebstechnik

BERUFENET:

Ingenieur/in – Mikroelektronik; Ingenieur/in – Mikrosystemtechnik

Ich kann eigenverantwortlich arbeiten und neue Prozesse entwickeln.

Mikrochips für die Zukunft

In jedem Airbag und jedem Smartphone stecken Mikrochips. Marina Janker (26), Ingenieurin für Mikrosystemtechnik und Mikroelektronik, entwickelt Verfahren, mit denen Chips nach Kundenwunsch hergestellt werden.

Marina Janker arbeitet in der Einzelprozessentwicklung. Wenn ihr Arbeitgeber, der Halbleiter-Hersteller Infineon Technologies AG in Regensburg, ein neues Produkt herstellen soll, entwickelt ihre Abteilung das zugehörige Verfahren. „Das kann zum Beispiel ein Halbleiterprodukt sein, das ein Automobilhersteller für seinen neuen Reifendrucksensor bestellt“, erzählt die Ingenieurin für Mikroelektronik und Mikrosystemtechnik.

Gearbeitet wird an automatisierten Anlagen und mit Messgeräten, jeder im Projektteam hat spezielle Aufgaben. Die Tätigkeit von Marina Janker gestaltet sich vielfältig. „Einerseits kann ich eigenverantwortlich arbeiten und neue Prozesse entwickeln“, erläutert sie, „andererseits tausche ich mich natürlich mit meinen Kollegen aus – in der Abteilung, aber auch abteilungsübergreifend.“ Für ihre Arbeit nutzt sie Versuchsreihen. Wenn sie die entsprechenden Messdaten ausgewertet und dokumentiert hat, wird im Team darüber diskutiert. Dazu gehören Chemiker, Physiker sowie Ingenieure für Mikrosystemtechnik oder Mechatronik. Gemeinsam bewerten sie, ob die Anforderungen erfüllt sind. Teamwork sei in der Entwicklung besonders wichtig, betont sie. „Wir müssen den Projektplan einhalten und in einer bestimmten Zeit eine bestimmte Qualität liefern.“

Kein Staubkorn erlaubt

Gearbeitet wird in einem Reinraum, in dem nicht das kleinste Staubkörnchen umherfliegen darf. Marina Janker trägt bei der Arbeit Overall, Mundschutz, Handschuhe und Spezialschuhe. Das ist auch nötig, denn sie hat mit Siliziumscheiben zu tun, sogenannten Wafern, die die Grundlage hochempfindlicher Mikrochips sind. Schon kleinste Partikel können die Oberfläche der Wafer verunreinigen – dann würde der Mikrochip später nicht richtig funktionieren.

Immer wenn ein Kunde einen neuen Mikrochip bestellt – zum Beispiel für einen neuen Airbag oder ein Smartphone – oder Änderungswünsche hat, kommen auch auf die Fertigung neue Anforderungen zu. Marina Janker arbeitet mit Herstellern in Deutschland und auf der ganzen Welt zusammen, um neue Anlagen auf die Kundenwünsche einzustellen und für die Produktion freizugeben. Drei- oder viermal im Jahr reist sie zu Anlagenherstellern und zu anderen Standorten ihres Arbeitgebers, ihre letzte Reise führte sie nach Japan.

Oft unterwegs

Nicht nur bei den Reisen sind gute Englischkenntnisse wichtig – die Teams sind international besetzt, Englisch ist oft die Arbeitssprache. Schon während ihres dualen Studiums in Mikrosystemtechnik an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg kam Marina Janker viel herum: „Drei Monate meines Praxissemesters war ich in Kulim in Malaysia“, erzählt sie; auch dort hat ihr heutiger Arbeitgeber eine Niederlassung.

Der Schwerpunkt ihres Studiums lag auf elektrischen, mechanischen und optischen Systemen. Parallel dazu machte sie eine Ausbildung zur Elektronikerin für Betriebstechnik. Das Fachgebiet Mikroelektronik hätte sie mit einem zusätzlichen Master, etwa im Fach „Electrical and Microsystems Engineering“, weiter vertiefen können. <<

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