Ingenieur/in – Maschinen­bau

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Entwicklungsingenieur

Tätigkeitsfelder:

Verfahrens- und Produktentwicklung; Technisches Zeichnen und Konstruktion

Abgeschlossenes Studium in:

Maschinenbau

BERUFENET:

Ingenieur/in – Maschinenbau

Von der Gelenkprothese bis zur Turbinenschaufel lassen sich Bauteile drucken.

Bauteile aus Metallpulver

Daniel Giek (27) ist Entwicklungsingenieur bei einem Werkzeugmaschinenhersteller. Von der Ideenfindung bis zur Serienfertigung entwickelt und konstruiert der Maschinenbauingenieur 3-D-Drucker, die mittels Lasertechnik dreidimensionale Bauteile aus Metallpulver produzieren.

In der Schule interessierte Daniel Giek sich vor allem für Technik, Mathe und Physik. Ein Maschinenbaustudium am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) war deshalb nach dem Abitur genau die richtige Wahl. „Ich habe dort den Bachelor und den Master absolviert“, erzählt der 27-Jährige. „Meine Masterarbeit über die industrielle Fertigung mittels 3-D-Druckverfahren habe ich bei meinem jetzigen Arbeitgeber geschrieben.“ Bei der Trumpf Laser- und Systemtechnik GmbH in Ditzingen arbeitet Daniel Giek inzwischen als Entwicklungsingenieur im Bereich Additive Manufacturing. „Meine Kollegen sind Mechatroniker, Elektrotechnik- oder Softwareingenieure, Werkstoffwissenschaftler oder haben wie ich Maschinenbau studiert“, erzählt er.

Grenzenlose Formgebung

Als Entwickler entwirft und konstruiert Daniel Giek 3-D-Drucker, die durch das sogenannte „Laser Metal Fusion“-Verfahren beliebig geformte Bauteile entstehen lassen. „Es handelt sich dabei um ein Schmelzverfahren. Metalle wie Stahl, Aluminium oder Titan werden als Pulver schichtweise durch einen Laser geschmolzen, sodass eine dreidimensionale Form entsteht“, erklärt er. Das Verfahren bietet aus seiner Sicht mehrere Vorteile: 3-D-Drucker können Bauteile in nahezu unbegrenzten Formen herstellen – und sie sparen Ressourcen, weil man überschüssiges ­Pulver wiederverwenden kann. „Von der Gelenkprothese bis zur Turbinenschaufel lassen sich Bauteile drucken, die je nach verwendetem Pulver bis zu 300 Kilogramm wiegen können“, sagt Daniel Giek.

Der Entwicklungsingenieur begleitet den Entstehungsprozess der Drucker – von der Projektplanung bis zur Konstruktion. „Das ist eine vielseitige Tätigkeit, für die man neben einer besonderen Lernbereitschaft auch Teamgeist braucht“, betont er.

Brainstorming und Teamgeist

Mit seinen Kollegen trifft er sich regelmäßig zu Teambesprechungen und zusätzlich – je nach Entwicklungsphase – zum gemeinsamen Brainstormen. Er recherchiert auf dem Markt, um Lösungen für die technischen Herausforderungen zu finden, oder zeichnet Entwürfe mittels CAD-Software. „Meine Arbeit teilt sich im Prinzip in zwei Phasen auf: In der Entwicklungsphase überlegen wir, wie wir das gewünschte Ziel erreichen können. Dazu muss man den aktuellen Forschungsstand kennen, um bestehende Lösungen geschickt miteinander kombinieren zu können“, erläutert Daniel Giek. „In der anschließenden Erprobungsphase stehe ich dann auch mit dem Schraubendreher am Prototypen der Maschine und fahre Versuchsreihe um Versuchsreihe.“ Dabei muss der Maschinenbauingenieur streng methodisch vorgehen. Wenn er innovative Lösungen entwickelt, kann er sie direkt über die hauseigene Patentabteilung patentieren lassen.

Seine Arbeitszeit teilt er sich flexibel ein, lediglich die Kernarbeitszeiten muss er einhalten. In unregelmäßigen Abständen reist er auch zu Meetings im In- und Ausland. Abgesehen von der Entwicklungsabteilung könnte Daniel Giek sich auch vorstellen, irgendwann einmal im Produktmanagement oder im Vertrieb zu arbeiten. <<

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