Ingenieur/in – Luft- und Raum­fahrt­technik

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Customer Support Engineer

Tätigkeitsfeld:

Wartung, Instandhaltung, Kundendienst

Abgeschlossenes Studium in:

Luft- und Raumfahrttechnik

BERUFENET:

Ingenieur/in – Luft- und Raumfahrttechnik

Ich spreche auch mit den Triebwerksherstellern und bin daher viel im In- und Ausland unterwegs.

Neue Verfahren entwickeln

Die Luft- und Raumfahrtingenieurin Yani Peng (28) entwickelt seit ihrem Masterabschluss Reparaturverfahren und spezielle Werkzeuge bei einem Instandhaltungsbetrieb für Flugzeugtriebwerke.

Yani Peng hat Luft- und Raumfahrttechnik an der TU Berlin studiert. „Der Bachelorstudiengang heißt allgemein Verkehrswesen; im Master habe ich mich dann auf die Studienrichtung Luft- und Raumfahrttechnik festgelegt“, sagt die 28-Jährige. Nach mehreren Praktika bei der Lufthansa Technik AG schrieb sie dort auch ihre Masterarbeit. „Gleich nach meinem Abschluss habe ich eine Stelle bei der Lufthansa Technik AERO Alzey GmbH angetreten“, erzählt sie. Das Unternehmen ist auf die Triebwerkinstandhaltung regional operierender Passagierflugzeuge spezialisiert, und Yani Peng arbeitet dort als Customer Support Engineer. „Unser Kundenstamm ist auf der ganzen Welt verbreitet. Zum einen übernehmen wir standardmäßige Triebwerksüberholungen – das müssen die Betreiber der Flugzeuge in regelmäßigen Abständen machen lassen“, erläutert sie. „Zum anderen kommen wir zum Einsatz, wenn ein Flugzeugmotor eine Störung hat oder ausgefallen ist.“ In solch einem Fall schickt sie ein mobiles Technikerteam zur Maschine, um das Triebwerk noch am Flügel zu reparieren. Wenn das nicht möglich ist, wird es demontiert und ins Werk nach Alzey geschickt. „In jedem Fall muss so schnell wie möglich gehandelt werden“, betont die Ingenieurin.

Neue Werkzeuge für die Mechaniker

Yani Peng organisiert nicht nur die Arbeiten an den Triebwerken, sondern entwickelt auch neue Strategien, um die Reparaturen schneller und effizienter zu gestalten. Die Mechaniker reparieren die Motoren anhand sogenannter Engine Manuals – Wartungs- und Reparaturanleitungen. Wenn sie nicht mehr weiterkommen oder die Arbeiten zu viel Zeit in Anspruch nehmen, entwickelt Yani Peng neue Reparaturverfahren. „Manche Stellen eines Triebwerks sind nur schwer zugänglich, was die Reparatur aufwendig und zeit- und kostenintensiv macht. Für solche Situationen entwickle und konstruiere ich Spezialwerkzeuge auch selbst“, erklärt sie. Sowohl neue Reparaturverfahren als auch spezielle Werkzeuge muss sie luftfahrtrechtlich freigeben lassen. „Ich spreche dafür auch mit den Triebwerksherstellern und bin daher viel im In- und Ausland unterwegs. Reisebereitschaft ist also eine wichtige Voraussetzung für meinen Job“, sagt Yani Peng.

Flexibel bei unvorhergesehenen Ereignissen

Die Luft- und Raumfahrttechnikingenieurin arbeitet in einer 35-Stunden-Woche und kann sich ihre Arbeitszeiten flexibel einteilen. In speziellen Fällen hat sie auch Bereitschaftsdienst. „Mein Arbeitsalltag ist sehr ungeregelt, was ich an meinem Job aber sehr schätze, da er abwechslungsreich ist“, sagt sie. „Die eine Hälfte der Arbeitszeit verplane ich, die andere halte ich mir frei, um flexibel auf unvorhersehbare Ereignisse reagieren zu können.“ Viele ihrer Kollegen haben ebenfalls Luft- und Raumfahrttechnik studiert, es sind aber auch Maschinenbau- oder Wirtschaftsingenieure darunter. Mit ihrer Qualifikation stehen Yani Peng zudem viele andere Möglichkeiten offen: Sie könnte sich auch vorstellen, eines Tages zu promovieren oder in der Forschung und Entwicklung zu arbeiten. <<

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