Ingenieur/in – Luft- und Raum­fahrt­technik

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Design und Verification Engineer

Tätigkeitsfelder:

Luft- und Raumfahrttechnik; Wartung, Instandhaltung, Kundendienst

Abgeschlossenes Studium in:

Luft- und Raumfahrttechnik (Diplom); Aircraft Design (Master)

BERUFENET:

Ingenieur/in – Luft- und Raumfahrttechnik

Jede Stunde, die eine Maschine nicht in der Luft ist, kostet Geld.

Zwischen Flugzeug und Tablet

Wenn Cockpits von Passagierflugzeugen umgerüstet und modernisiert werden, sorgt Johannes Helldorff (30) dafür, dass alles reibungslos läuft. Dafür führt der Luft- und Raumfahrtingenieur Tests am Boden und in der Luft durch.

Dass es Johannes Helldorff in die Flugzeugbranche ziehen würde, zeichnete sich bereits früh ab. „Flugzeuge haben mich schon als Kind fasziniert“, erzählt der 30-Jährige. „Nach dem Abi habe ich an der Uni Stuttgart Luft- und Raumfahrttechnik auf Diplom und ein Jahr an der Universität Cranfield in Großbritannien Aircraft Design mit dem Masterabschluss studiert.“ Er absolvierte mehrere studienbegleitende Praktika im Flugzeugbau und ergatterte nach dem Abschluss seine heutige Anstellung bei der Lufthansa Technik AG in Hamburg. Als Ingenieur für Design und Verification plant und betreut Johannes Helldorff nun Modifikationen in Cockpits und der Avionik, also der elektronischen und elektrischen Geräte an Bord von Passagierflugzeugen. „Ich plane und überwache die Umbaumaßnahmen und bin für die Zulassung der Modifikationen zuständig“, so Johannes Helldorff.

Schreibtisch und Hangar

Etwa zwei Drittel seiner Arbeitszeit verbringt der Luft- und Raumfahrttechnikingenieur an seinem Arbeitsplatz in Hamburg. „Im Vorfeld stehe ich im engen Kontakt mit unseren Kunden im In- und Ausland und kläre sie über die geplanten Maßnahmen auf.“ Um die Liegezeiten der Maschinen im Dock so gering wie möglich zu halten, ist genaue Planung erforderlich. „Jede Stunde, die eine Maschine nicht in der Luft ist, kostet deren Betreiber Geld. Daher müssen die Umbauarbeiten schnell und effizient erfolgen.“

Eine der neuesten Entwicklungen des Unternehmens ist das sogenannte Electronic Flight Bag (EFB). „Man kann sich das wie eine Schnittstelle zwischen Flugzeug und Tablet-Computer vorstellen“, erklärt Johannes Helldorff. „Anstatt Papierstapel mit Checklisten, Flugrouten und Anflugkarten durchzublättern, können Piloten durch das EFB diese Daten bequem elektronisch verwalten und auch mit dem Flugzeug kommunizieren.“ Neben einer ausgereiften Entwicklung erfordert der Einbau einer solchen Schnittstelle in ein Passagierflugzeug eine aufwendige Sicherheitsüberprüfung. „Als Verifcation Engineer sorge ich dafür, dass solche Modifikationen fehlerfrei und ohne Beeinträchtigung des Flugzeugs integriert werden“, erklärt Johannes Helldorff, der auch regelmäßig Dienstreisen unternimmt.

Kommunikationstalent

Die Umbauten finden entweder in den unternehmenseigenen Hangars im In- und Ausland oder aber extern beim Kunden statt. Johannes Helldorff begutachtet die Arbeiten und führt aufwendige Tests der einzelnen Maschinen durch. „Man arbeitet mit Menschen anderer arbeitstechnischer Hintergründe und Kulturen zusammen – da sind Kommunikationsvermögen, Teamfähigkeit und verhandlungssicheres Englisch gefragt“, sagt der Ingenieur, der seine Arbeitszeiten flexibel organisiert „Innerhalb eines Zeitrahmens von 6 bis 20 Uhr kann ich mir meine Arbeitszeiten frei einteilen“, sagt er. Seine direkten Kollegen haben entweder wie er Luft- und Raumfahrttechnik studiert oder kommen aus den Bereichen Elektrotechnik oder Maschinenbau. <<

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