Ingenieur/in –Lebens­mittel­techno­logie

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Tätigkeitsfeld:

Wissenschaftliche Forschung

Abgeschlossenes Studium in:

Lebensmittelingenieurwesen (Bachelor), Lebensmittelwissenschaften (Master)

BERUFENET:

Toxikologe/Toxikologin;
Ingenieur/in –Lebensmitteltechnologie

Wenn ich eine Kultur anlege und mit Substanzen bearbeite, ist Sauberkeit sehr wichtig,

Dem Zellstress auf der Spur

Die Toxikologin Ezgi Eylül Bankoğlu (29) erforscht negative Wirkungen chemischer Substanzen auf tierische und menschliche Zellen. Außerdem leitet sie Seminare in Pharmazie und Biomedizin.

Ezgi Eylül Bankoğlu hat nach ihrem Bachelor in Lebensmittelingenieurwesen den Masterstudiengang Lebensmittelwissenschaften absolviert und kam über das Erasmus-Programm aus der Türkei an die Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Am dortigen Lehrstuhl für Toxikologie wurde ihr in der Folge eine Promotionsstelle angeboten – die sie gerne annahm, um internationale Erfahrung zu sammeln.

Die Toxikologie ist die Lehre von Giftstoffen, Vergiftungen und deren Behandlung. Ezgi Eylül Bankoğlu und ihr Team forschen in diesem Feld an der Schnittstelle zu Pharmazie und Lebensmittelwissenschaft. Sie selbst geht speziell der Frage nach, inwiefern sogenannter oxidativer Stress unsere DNA schädigen kann. „Sauerstoffradikale, die oxidativen Stress auslösen, stehen im Verdacht, die Funktionen unserer Organe negativ zu beeinflussen“, erläutert die 29-Jährige. „Leberschäden, Diabetes und andere Krankheiten sind die Folge.“ Ihre Experimente an kultivierten Zellen haben gezeigt, dass antioxidative Naturstoffe – zum Beispiel aus Traubensaft – solche DNA-Schäden verhindern können.

Zellkulturen und Versuchstiere

Als Wissenschaftliche Mitarbeiterin hält Ezgi Eylül Bankoğlu auch Seminare, Vorlesungen und Laborübungen zu pharmakologischen, toxikologischen und biomedizinischen Themen. Zu 70 Prozent besteht ihre Arbeit aber aus Literaturrecherche, Laborforschung, der Auswertung ihrer Versuche sowie der Publikation und Präsentation ihrer Ergebnisse auf Kongressen. Im Labor, wo sie mit Kittel, Handschuhen und Mundschutz arbeitet, experimentiert sie nicht nur mit Zellkulturen, sondern führt auch Versuche an Mäusen durch. Auch das gehört zum Joballtag – der sich manchmal bis spät in die Nacht erstreckt und das Wochenende umfassen kann.

„Viele Proben erhalten wir von unserem Kooperationspartner, dem Universitätsklinikum Würzburg“, berichtet Ezgi Eylül Bankoğlu. „Wenn ich eine Kultur anlege und mit Substanzen bearbeite, ist Sauberkeit sehr wichtig, um die Ergebnisse nicht mit Verunreinigungen zu verfälschen.“ Die Zellen und Organproben der Versuchstiere untersucht sie zum Beispiel auf Veränderungen an den Chromosomen – entweder unter dem Mikroskop oder mithilfe spezieller Analysemethoden wie der Chromatografie.

Um die Daten auszuwerten und grafisch aufzubereiten, greift sie auf eine spezielle Biostatistiksoftware zurück. Eine analytische Vorgehensweise und Computeraffinität sind für diese Aufgabe wichtig.

Forschung ist Austausch

Jede Forschungsarbeit funktioniert nur im Team, Offenheit und Kommunikationsfähigkeit sind unverzichtbar. Außerdem müssen Forscher und Forscherinnen motiviert sein und mit Rückschlägen umgehen können. „Forschung ist immer auch ein interdisziplinärer Austausch mit Kollegen, darunter Pharmazeuten und Biochemiker auf der ganzen Welt“, sagt Ezgi Eylül Bankoğlu. „Ich bin mehrmals im Jahr auf internationalen Kongressen und nehme im Rahmen des Graduiertenprogramms an Seminaren weltweit teil.“ Demnächst wird sie ihre Dissertation fertigstellen und danach voraussichtlich als Wissenschaftliche Mitarbeiterin in Würzburg bleiben. Mit ihrer Promotion könnte sie später aber auch in die Pharma- oder Biotechnologiebranche wechseln. <<

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