Ingenieur/in – Land­schafts­ökologie/Natur­schutz

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Landschaftsplanerin und Landschaftsökologin

Tätigkeitsfelder:

Stadt-, Regional-, Verkehrsplanung; Umweltberatung, -management

Abgeschlossenes Studium in:

Landschaftsarchitektur mit Schwerpunkt Landschaftsplanung

BERUFENET:

Ingenieur/in – Landschaftsökologie/Naturschutz

Man muss sehr viel recherchieren, Informationen aufbereiten und mit der Software so darstellen, dass sie auch für Laien nachvollziehbar sind.

Daten, Karten, Kompromisse

Damit Mensch und Natur im Einklang leben, untersucht Pauline Penner (30) Fauna und Flora. Die Landschaftsökologin recherchiert im freien Feld und am PC und wertet die Informationen aus.

Wenn Überschwemmungen verheerende Schäden anrichten, muss beim Hochwasserschutz nachgebessert werden. So einfach ist das leider nicht immer. Denn wenn an einer Stelle Deiche saniert oder verlegt werden, wirkt sich das an anderer Stelle aus. Genau hier kommt Pauline Penner ins Spiel: „Um abschätzen zu können, was das in Folge bedeutet, zum Beispiel für den Grundwasserspiegel oder für seltene Feuchtwiesen, werden je nach Fragestellung Arten und Lebensräume, Mensch, Kultur- und Sachgüter sowie Klima, Luft, Boden und Wasser untersucht.“

Die 30-Jährige arbeitet bei der Gesellschaft für Landschaftsökologie, Gewässerbiologie und Umweltplanung in Kallmünz. „Wir erstellen für Behörden, Kommunen, Verbände und Wirtschaftsunternehmen Studien, Managementpläne, Verträglichkeitsuntersuchungen und Konzepte.“ Mal dienen ihre Einschätzungen den Auftraggebern als Grundlage für weitere Entscheidungen, mal geht es um praxisorientierte Lösungen: „Das kann zum Beispiel ein Sanierungskonzept für einen Badesee mit Blaualgenproblemen sein.“ Projekte werden dabei oft von der Kalkulation bis zur Baubegleitung betreut.

Wissenschaftlich arbeiten

Ihr Arbeitsalltag hat viele Gesichter. Bei einem Ortstermin lässt sie sich ein Bauvorhaben erklären, ebenso sammelt sie Grundlagendaten wie Luftbilder, digitale Flurkarten oder Ausführungspläne von Behörden. Der Umgang mit nationalen und europäischen Umweltgesetzen gehört zum Tagesgeschäft. Die Daten pflegt sie häufig in eine sogenannte GIS-Datenbank ein, also ein Geoinformationssystem. „Man muss sehr viel recherchieren, abstimmen, Informationen strukturieren, aufbereiten, abwägen und mit der Software so darstellen, dass sie auch für Laien nachvollziehbar sind.“ Jeder Auftrag ist eine wissenschaftliche Arbeit: „Man sollte sich deshalb nicht nur für die Natur interessieren, sondern auch gerne schreiben und formulieren“, betont sie.

Je nach Projekt kann es aber auch vorkommen, dass sie für Kartierungen mehrere Tage in der freien Natur unterwegs ist und den Bestand an Vegetation, Amphibien, Vögeln, Reptilien oder Muscheln erfasst. Bei manchen Aufträgen informiert sie auch Bürger über die Projekte: „Das ist nicht immer ganz einfach, wenn man zum Beispiel Landwirte davon überzeugen muss, dass etwa eine Pufferzone um einen See erweitert werden sollte.“

Kontakte knüpfen und orientieren

Studiert hat sie Landschaftsarchitektur an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. „Das Grundstudium deckt sowohl Freiraum-, Stadt- als auch Landschaftsplanung ab und kann dann in eine Richtung vertieft werden.“ Pauline Penner entschied sich für den Schwerpunkt Landschaftsplanung: „Ich habe mein Studium klar auf Ökologie und Naturschutz ausgerichtet und über Praktika Kontakte zu entsprechenden Büros aufgebaut. In welche Richtung man sich weiterentwickelt, ergibt sich oft über Projekte, an denen man mitwirkt. Aufwendige Geländeerhebungen sind eigentlich eher eine Domäne der Biologen. Über eine Mitarbeit an einem Flächennutzungsplan habe ich aber bereits als Werkstudentin Erfahrung in der Vegetationskartierung sammeln dürfen und kann diese nun in Projekten anwenden und ausbauen.“ <<

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