Ingenieur/in – Kunst­stoff­technik

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Prozessingenieur

Tätigkeitsfelder:

Verfahrens-und Produktentwicklung, Qualitätssicherung und -management

Abgeschlossenes Studium in:

Kunststoff- und Elastomertechnik

BERUFENET:

Ingenieur/in – Kunststofftechnik

Ich stehe oftmals selbst mit an der Maschine und führe Versuche durch.

Qualität verbessern

Wie lässt sich die Herstellung von Kunststoffbauteilen optimieren? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Ingenieur für Kunststofftechnik Harald Daffner (30).

Aus Kunststoff lassen sich die unterschiedlichsten Produkte und Bauteile fertigen – auch solche, an die die wenigsten sofort denken würden. Die Firma Dehn + Söhne GmbH + Co.KG. in Neumarkt in der Oberpfalz, für die Harald Daffner tätig ist, produziert etwa Geräte und Komponenten für den Blitz-, Überspannungs- und Arbeitsschutz. Die dafür benötigten Kunststoffbauteile fertigt das Unternehmen weitestgehend selbst. Um Menschen und elektrische Geräte vor elektrischen Spannungen zu schützen, werden für die Produkte unterschiedliche technische Kunststoffe verarbeitet.

Versuchsdokumentation schreiben

Bevor ein neu entwickeltes Kunststoffmodell in die Produktion geht, testet es Harald Daffner auf Herz und Nieren. „In dieser Phase stehe ich oftmals selbst mit an der Maschine und führe Versuche durch. Anschließend werte ich aus, ob das hergestellte Teil allen Qualitätsanforderungen entspricht“, sagt der Ingenieur. Im Büro dokumentiert er die Versuchsverläufe. Dabei beschreibt er eventuelle Problemstellungen und bewertet das Ergebnis. Außerdem gibt er Empfehlungen ab, was noch verändert werden kann, um das Produkt weiter zu verbessern. „Eine mögliche Variante kann sein, dass die Konstrukteure die Geometrie des Teils noch einmal anpassen“, erläutert der Ingenieur und ergänzt: „Die Qualitätsverbesserung ist ein kontinuierlicher Prozess und ein wichtiges Ziel.“ Wenn der verwendete Kunststoff nicht zur gewünschten Qualität des Produkts führt, kontaktiert Harald Daffner die Einkaufsabteilung, die dann ein alternatives Ausgangsmaterial beschafft.

Eine weitere Aufgabe für den Ingenieur besteht darin, Zusatztechnologien für die vorhandenen Maschinen zu finden, die eine weitere Qualitätssteigerung möglich machen. „So gibt es beispielsweise Komponenten, die den Werkzeuginnendruck des Spritzgusswerkzeuges während des Produktionsprozesses überwachen, oder Komponenten, die in der Lage sind, Chargenschwankungen auszugleichen, um die Qualität am Bauteil zu verbessern.“

Bindeglied zwischen den Abteilungen

Da Harald Daffner mit Kollegen aus verschiedenen Abteilungen zusammenarbeitet, braucht er Organisations- und Teamfähigkeit. Auch Kompetenzen im Projektmanagement sind von Vorteil, da er zahlreiche Koordinierungsaufgaben und die Abstimmung diverser Prozesse übernimmt. Der Ingenieur kennt außerdem die Eigenschaften der verwendeten Kunststoffe und kann sicher einschätzen, welche Einstellungen an der Maschine zu welchen Effekten führen.

Sein Fachwissen eignete er sich im dualen Studium der Kunststoff- und Elastomertechnik an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt an. „Ich konnte ein Semester in China und Frankreich arbeiten und interkulturelle Erfahrungen sammeln“, sagt der heute 30-Jährige. Vor dem Studium hatte Harald Daffner eine Ausbildung zum Werkzeugmechaniker absolviert. „Da ich aus der Produktion komme, wollte ich weiter nah an diesem Bereich arbeiten“, sagt er. Unter seinen Kollegen finden sich Ingenieure für Maschinenbau, Produktionstechnik und Werkstoffkunde. <<

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