Ingenieur/in – Hütten­technik

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Assistentin der Betriebsleitung

Tätigkeitsfeld:

Produktionsplanung und -steuerung

Abgeschlossenes Studium in:

Werkstoffingenieurwesen mit Schwerpunkt Metallerzeugung und -verarbeitung

BERUFENET:

Ingenieur/in – Hüttentechnik

Die Hälfte meiner Arbeitszeit verbringe ich dort, wo es heiß hergeht.

Bleigießen im großen Stil

Lara Helms (27) sorgt in einer Bleirohhütte dafür, dass die Arbeiten beim Schmelzen des Erzes mit der nötigen Sorgfalt durchgeführt werden, und arbeitet an der Steigerung der Produktionseffizienz.

Nach ihrem Bachelorstudium des Werkstoffingenieurwesens an der RWTH Aachen, bei dem ein Schwerpunkt auf der Metallerzeugung und -verarbeitung lag, bewarb sich Lara Helms bei mehreren metallurgischen Betrieben – und ergatterte schließlich ihre bevorzugte Arbeitsstelle. Sie ist Assistentin der Betriebsleitung in der Rohhütte bei dem Bleihersteller Berzelius Stolberg GmbH. In dem Unternehmen werden auf umweltschonende Weise aus Erz metallisches Blei und andere Nebenprodukte gewonnen. Um die Effizienz der Arbeitsabläufe zu erhöhen und die Qualität des Endprodukts zu sichern, erstellt die junge Ingenieurin Richtlinien für die einzelnen Arbeitsabläufe.

Mit Schutzkleidung und Atemmaske

„Die Hälfte meiner Arbeitszeit verbringe ich dort, wo es heiß hergeht“, sagt die 27-Jährige und lacht. Ihre Tätigkeit ist sehr vielseitig, weil sie mit allen Bereichen der Bleigewinnung konfrontiert wird. Im Reaktor, in dem das Erz geschmolzen wird, herrschen Temperaturen von 1.200 Grad Celsius, Lara Helms trägt daher feuerfeste Schutzkleidung und häufig Atemmaske, wenn sie die Produktionsstätten und Arbeitsabläufe begutachtet. Ist das Blei eingeschmolzen, lassen es Techniker in riesige Kessel abfließen und sorgen dafür, dass auch die anfallende Schlacke durch einen Kanal ablaufen kann. „Ich gehe zu den Kollegen und frage, warum ein Handgriff genau so und nicht anders ausgeführt wird. So lassen sich Schwachstellen in der Ausführung ausloten und natürlich auch die Arbeitssicherheit optimieren“, erklärt die Ingenieurin. Ein funktionierender Austausch mit den Mitarbeitern ist bei ihrer Tätigkeit sehr wichtig.

In ihrem Büro wertet sie ihre Beobachtungen aus, formuliert Arbeitsstandards und konzipiert Richtlinien. „Zu Beginn des nächsten Jahres starten wir unser firmeninternes Mitarbeiterschulungsprogramm, das neben der Einweisung neuer Kollegen auch ein Stufensystem beinhalten soll, durch das sich erfahrene Mitarbeiter weiterbilden können“, erklärt die Ingenieurin, die die Schulungen zusammen mit einem Kollegen vornehmen wird.

Daten rund um die Uhr

Ihre Arbeitszeit kann sich Lara Helms flexibel einteilen, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist für die junge Mutter gegeben. „Da die Rohhütte rund um die Uhr arbeitet, kann ich meine Daten jederzeit an den verschiedenen Arbeitsplätzen sammeln“, erklärt sie. Neben den fachlichen Kenntnissen im Bereich Metallurgie nennt Lara Helms Neugierde und Kontaktfreudigkeit als Hauptvoraussetzungen für die Ausübung ihrer Tätigkeit: „Wer nicht fragt, der erfährt auch nichts. Außerdem ist die Fähigkeit zum selbstständigen Arbeiten unabdingbar.“

Ihre Kollegen haben in der Regel ein metallurgisches Ingenieurstudium absolviert wie sie selbst. Alternativ zu ihrer heutigen Tätigkeit hätte sich Lara Helms auch eine Tätigkeit bei einer Gießsimulationsfirma vorstellen können: „Das Schöne ist, dass Ingenieure meiner Fachrichtung in sehr vielen Bereichen gebraucht werden, vom Flugzeugbau bis zur Metallerzeugung.“ <<

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