Ingenieur/in – Hör­technik und Audio­logie

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Produktentwickler

Tätigkeitsfeld:

Verfahrens-, Produktentwicklung

Abgeschlossenes Studium in:

Hörakustik

BERUFENET:

Ingenieur/in – Hörtechnik und Audiologie

Wir haben eine spezielle Lösung entwickelt, die Gehörschutz und Hörgerät kombiniert.

Ein Ingenieur fürs Gehör

Um schwerhörigen Menschen das Arbeiten an Lärmarbeitsplätzen zu ermöglichen, entwickelt Hörtechnikingenieur Dominic Schmidt (26) individuell angepasste Hörgeräte mit eingebautem Lärmschutz.

Bereits während seines Studiums der Hörgeräteakustik an der FH Lübeck lernte Dominic Schmidt seinen jetzigen Arbeitgeber kennen. „Ich war drei Monate bei der Firma Hörluchs Gehörschutzsysteme GmbH und habe hier auch meine Bachelorarbeit geschrieben“, erinnert sich der 26-Jährige, der vor dem Studium bereits eine Ausbildung zum Hörgeräteakustiker absolviert hatte. Gleich nach seinem Abschluss fand der Audiologe eine Anstellung als Produktentwickler bei dem Hersbrucker Hersteller. Hier werden im Labor individuelle Gehörstücke, sogenannte Otoplastiken, für Hörgeräte und Gehörschutzsysteme angefertigt.

Forschungsarbeit im Labor

Eine besondere Herausforderung stellt für die Audiologen das Thema Gehörschutz für Schwerhörige dar. Arbeitet ein Mensch mit einem Hörgerät an einem Arbeitsplatz mit viel Lärm, wird dieser mitverstärkt. Das Ohr wird noch mehr geschädigt. Wird das Hörgerät einfach nicht getragen, können akustische Warnsignale womöglich nicht mehr wahrgenommen werden. Ein Dilemma, das Dominic Schmidt mit seinem Team gelöst hat. „Wir haben eine spezielle Lösung entwickelt, die Gehörschutz und Hörgerät kombiniert. Diese patentierten Hörsysteme mit Zulassung für einen Lärmarbeitsplatz können Sprache aus Störgeräuschen herausfiltern, sodass auch Schwerhörige sicher bei Lärm arbeiten können“, erklärt der Hörtechnikingenieur.

Dominic Schmidt optimiert dieses Konzept kontinuierlich und entwickelt neue Lösungen für den Hörgeräte- und Lärmschutzmarkt. „Wir versuchen, Otoplastiken stetig zu verbessern und individuellen Bedürfnissen anzupassen. Als Produktentwickler schaue ich hierbei auf die audiologische Umsetzbarkeit“, sagt Dominic Schmidt, der ein Entwicklerteam von zehn Mitarbeitern anleitet – darunter Hörgerätetechnikmeister, Produktdesigner, aber auch Zahntechniker. Mittels Messapparaturen und durch Versuche mit Probanden werden die Hörgeräte-Otoplastiken bis zur Produktionsreife getestet. „Es ist eine Detailarbeit mit CAD-Software und 3-D-Plotter, für die man Teamgeist und Kreativität braucht.“ In der Regel arbeitet er in einer 40-Stunden-Woche, die kurz vor Abschluss eines Projekts auch mal länger werden kann.

Schulungen für Kunden

Kunden des Labors sind niedergelassene Hörgeräteakustiker, die Dominic Schmidt regelmäßig besucht, um Feedback einzuholen, aber auch um Schulungen zu geben. „Ich reise durch ganz Deutschland, um den neuesten Stand unserer Entwicklungen zu präsentieren, und biete auch telefonischen Support für unsere Kunden – eine willkommene Abwechslung zur Arbeit im Labor.“ Neben der hohen fachlichen Kompetenz sind Kommunikationseigenschaften gefragt. „Ohnehin sollte man Menschen gegenüber aufgeschlossen sein, es geht schließlich um individuelle Produkte“, sagt der Experte.

Eine Berufsalternative wäre beispielsweise eine Stelle in der Automobilindustrie gewesen. „Auch hier werden Audiologen gesucht, um beispielsweise das Sounddesign beim Öffnen und Schließen der Türen zu gestalten.“ <<

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