Ingenieur/in – Gebäude­technik/Facility-Manage­ment

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Ingenieurin für Gebäudetechnik und Facility-Management

Tätigkeitsfelder:

Bauplanung und -leitung; Gebäudetechnik

Abgeschlossenes Studium in:

Energie- und Gebäudetechnik

BERUFENET:

Ingenieur/in – Gebäudetechnik/Facility-Management

Gebäudetechnik ist ein komplexes Thema, das sowohl die wirtschaftliche Seite als auch sämtliche Gewerke abdeckt.

Immer unter Strom

Damit die Lichter niemals ausgehen: Als Ingenieurin für Gebäudetechnik sorgt Claudia Weisenseel (27) dafür, dass bei Energieversorgern oder Versicherungen die Server selbst dann weiterlaufen, wenn der Strom ausfällt.

Claudia Weisenseel beschäftigt sich mit allem, was ein Gebäude braucht: Lüftung, Warmwasserversorgung, Heizung und Aufzüge – bis hin zur Notstromversorgung. Die 27-Jährige ist Ingenieurin für Gebäudetechnik und arbeitet in Nürnberg für die STRABAG Property and Facility Services. Das Unternehmen betreut bundesweit Gebäude – vom Bürokomplex über Industrieimmobilien bis hin zu Rechenzentren. Zu den Kunden zählen unter anderem Energieversorger und Telekommunikationsunternehmen, aber auch Banken und Versicherungen.

Büro und Baustelle

Die beschäftigten Ingenieure und Techniker betrachten stets den kompletten Lebenszyklus eines Gebäudes: Anlagen werden geplant, aufgebaut, gewartet – und falls gewünscht, wird auch ein Störungsmanagement etabliert. Die Abteilung, in der Claudia Weisenseel arbeitet, betreut alle Leistungsphasen, vom Entwurf bis zur Bauabnahme einer fertigen Anlage. Für ihren Berufsalltag bedeutet das: Absprachen treffen, Telefonate führen, E-Mails schreiben, sich mit Servicetechnikern und Einkäufern austauschen. Wenn zum Beispiel in einem Gebäude eine Baumaßnahme ansteht, informiert sie den Objektbetreuer, wann und wie lange die Gebäudenutzer mit wie viel Lärm oder Staub rechnen müssen. Auch an Erfordernisse wie Parkplätze für die Servicetechniker muss sie denken. Mal ist sie bei einer Bauabnahme vor Ort, vieles organisiert sie aber vom Büro aus.

Claudia Weisenseel ist vor allem für die Elektrotechnik zuständig. „Ich befasse mich mit der Planung und Realisierung von Stromversorgungsanlagen“, erläutert sie. „Das betrifft zum Beispiel die Handynutzung. Wenn ein Stadtnetz ausfällt, sorgen wir über Akkuanlagen und riesige Dieselgeneratoren dafür, dass dennoch alle Server weiter Strom haben und der Endnutzer den Ausfall gar nicht bemerkt.

Wenn eine Batterieanlage für ein Gebäudesystem kaputt ist, sucht sie vor Ort nach dem Fehler. Bei Neuinstallationen überlegt sie, wo Leitungen, Anschlüsse und Sicherungen gelegt werden können und ob es weitere Brandschutzmaßnahmen braucht. Im Büro inspiziert sie den Gebäudenutzungsplan, dimensioniert mit spezieller Software die Leitungen, fordert Bauteile an und holt Angebote ein. „Bei Batterien muss ich auch den An- und Abtransport sowie die Entsorgung bedenken.“ Kein Arbeitstag gleicht dem anderen. „Es laufen immer mehrere Projekte parallel – und jedes davon ist unterschiedlich weit fortgeschritten.“ Sie muss die Übersicht behalten und Abläufe organisieren.

Viele Wege in die Branche

Studiert hat Claudia Weisenseel Energie- und Gebäudetechnik an der TH Nürnberg. Bereits im dualen Bachelorstudium hatte sie Praxiseinsätze bei ihrem heutigen Arbeitgeber. „Das Studium liefert den theoretischen Überbau, aber die Details, vor allem den Ablauf auf Baustellen, lernt man in der Praxis“, sagt sie. In ihrer Abteilung arbeiten neben Ingenieuren für Gebäude- oder Versorgungstechnik auch Elektroingenieure und Fachkräfte mit beruflicher Aus- und Weiterbildung. „Gebäudetechnik ist ein komplexes Thema, das sowohl die wirtschaftliche Seite als auch sämtliche Gewerke abdeckt“, erläutert Claudia Weisenseel. „Deshalb ist der Einstieg auch mit unterschiedlichen Ausbildungen möglich.“ <<

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