Ingenieur/in – Fahr­zeug­technik

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Ingenieurin für Fahrzeugtechnik

Tätigkeitsfelder:

Verfahrens- und Produktentwicklung; Technisches Zeichnen und Konstruktion

Abgeschlossenes Studium in:

Fahrzeugtechnik

BERUFENET:

Ingenieur/in – Fahrzeugtechnik

Zu meinen Aufgaben gehören die Neuentwicklung und das Änderungsmanagement.

Mehr Sicherheit und Komfort im Auto

Bianca Jürgens (25) entwickelt und konstruiert Autositze. Die Ingenieurin für Fahrzeugtechnik trägt dazu bei, dass Autoinsassen auf jedem Sitzplatz sicher und komfortabel unterwegs sind.

Wenn in der Automobilindustrie von Sitzstrukturen gesprochen wird, ist der metallene Untergrund von Fahrer- und Beifahrersitz gemeint, auf den Polster und Bezüge, aber auch Sicherheitselemente wie Gurtschlösser, Seitenairbags und Kopfstützen angebracht werden. Die Konstruktionen werden zudem auf Komfort ausgelegt – so können etwa Sitzheizungen oder Massagefunktionen integriert werden.

Ingenieure wie Bianca Jürgens arbeiten an der Optimierung der Komponenten von Sitzstrukturen. Die 25-Jährige entwickelt und konstruiert Lendenwirbelstützen für die Rücklehnen der Vordersitze. „Zu meinen Aufgaben gehören die Neuentwicklung und das Änderungsmanagement“, erklärt die Ingenieurin, die bei Volkswagen in Wolfsburg beschäftigt ist. Sie prüft am Computer beispielsweise die Passgenauigkeit von neu konstruierten oder geänderten Bauteilen. Dazu gibt sie die Konstruktionsdaten in ein spezielles Programm ein. Mithilfe der Software prüft sie anhand von 3-D-Darstellungen, ob das neu konstruierte Bauteil zu den anderen Komponenten der Sitzstruktur passt.

Vielseitiger Arbeitstag

Die Konstruktionsentwürfe machen nur einen Teil des Arbeitsalltags von Bianca Jürgens aus. Der Entwicklungsprozess von Fahrzeugsitzen erfordert regelmäßige Abstimmungen mit den Kollegen anderer Fachbereiche und des konzerneigenen Zulieferers Sitech Sitztechnik. Dabei werden Entwürfe präsentiert und deren technische Umsetzung unter verschiedenen Aspekten diskutiert. So befasst sich ein eigenes Expertenteam beispielsweise mit der geometrischen Gestaltung der Bauteile und der Auswahl passender Werkstoffe. Während des Entwicklungsprozesses testen Versuchsingenieure die ausgewählten Autositz-Prototypen umfassend, etwa unter Dauerbeanspruchung auf Prüfständen sowie unter extremen Hitze- und Kältebedingungen im Auto. „Bei Neuentwicklungen von kompletten Sitzgarnituren stehen die Optimierung der Insassensicherheit sowie die Integration innovativer Komfortfunktionen im Mittelpunkt“, erläutert Bianca Jürgens. Dabei fließen Erkenntnisse aus Kundenbefragungen, Marktanalysen und Wettbewerbsbeobachtungen ein. „Vertrieb und Marketing leiten daraus die Anforderungen ab, die ich gemeinsam mit meinen Kollegen auf technische Machbarkeit, Kosten und Zeit bis zum Serieneinsatz prüfe und umsetze.“

Technisch versiert und kommunikationsstark

Um ihre Projekte zu koordinieren und die Termine im Blick zu behalten, braucht die Ingenieurin technisches Verständnis, Kommunikationsfreude, Durchsetzungsvermögen sowie Organisationstalent. Das erforderliche Fachwissen für ihre Tätigkeit eignete sich Bianca Jürgens im Rahmen eines dualen Studiums der Fahrzeugtechnik an der Hochschule Ostfalia in Wolfsburg an. Parallel absolvierte sie eine Ausbildung zur Konstruktionsmechanikerin bei ihrem heutigen Arbeitgeber. In ihrer Abteilung arbeiten sowohl Fahrzeugtechnikingenieure als auch Maschinenbauingenieure, Betriebswirte, Textildesigner und Wirtschaftsingenieure.

Nach dem Studienabschluss hätte es für die Fahrzeugtechnikingenieurin grundsätzlich auch andere Einsatzmöglichkeiten gegeben, beispielsweise in der Fertigungsplanung, der Qualitätssicherung oder in der Forschung. <<

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