Ingenieur/in – Fahr­zeug­elektronik

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Softwareentwicklerin

Tätigkeitsfeld:

Softwareentwicklung

Abgeschlossenes Studium in:

Informatik

BERUFENET:

Ingenieur/in – Fahrzeugelektronik

Am Ende wird das Ergebnis auch im Auto selbst getestet.

Alles auf dem Display

Displays in modernen Autos können weit mehr anzeigen als etwa nur die aktuelle Geschwindigkeit und Drehzahl. Dr. Sabine Sayler (31) erarbeitet für Kunden entsprechende Lösungen.

Sabine Sayler hatte zunächst Informatik an der Universität Karlsruhe studiert. Die fachliche Brücke zu den Ingenieurwissenschaften schlug sie mit einem Doktorandenprogramm ihres heutigen Arbeitgebers, Bosch, und der Uni Karlsruhe. „Bei meiner Promotion ging es um die Entwicklung von Robotern, die flexibel auf Veränderungen reagieren“, sagt die 31-jährige. „Zur Fahrzeugelektronik kam ich mit dem Berufseinstieg.“ Mittlerweile gibt es auch spezielle Studiengänge der Fahrzeuginformatik und -elektronik, die für eine entsprechende Tätigkeit qualifizieren.

Sabine Sayler arbeitet am Standort in Stuttgart in einer Abteilung, die Kombi-Instrumente für Fahrzeuge entwickelt: „Das sind die Anzeigen hinter dem Lenkrad“, sagt sie. „Bei den meisten Autos zeigen heute noch Rundinstrumente mit Nadeln die aktuelle Geschwindigkeit oder Drehzahl an. Künftig werden wir in immer mehr Autos Displays haben, die Infos wie Geschwindigkeit aber auch Navigationskarten anzeigen. Das Tolle daran: Wir können die Informationen genau so anzeigen und in ihren Größen verändern, wie es für den Fahrer in der jeweiligen Situation am besten ist.“ Sabine Sayler beschäftigt sich insbesondere mit der zugrunde liegenden Software und der Programmierung der Displays. „Wenn beispielsweise ein Autohersteller möchte, dass eine Warnung im Display angezeigt wird, wenn man zu schnell fährt, ist es meine Aufgabe, eine Lösung zu erarbeiten und diese zu programmieren.“

Am Computer und im Auto

Nur ein Teil der Arbeit findet am Computer statt: „Ich habe immer auch ein Muster eines Displays am Schreibtisch, um zu überprüfen, wie das Programmierte auf dem Display aussieht und ob es funktioniert“, sagt Sabine Sayler. „Und am Ende wird das Ergebnis auch im Auto selbst getestet – das heißt, wir machen Probefahrten, um zu sehen, wie sich alles in der Realität verhält.“

Ein großer Teil der Arbeit besteht auch in der Abstimmung mit den Kunden, das heißt mit den Fahrzeugherstellern: „Bevor wir ein Projekt starten und man überhaupt zum Programmieren kommt, muss man sich gut beraten, Ideen mitbringen und manchmal auch andere Lösungen überlegen, wenn etwas nicht umsetzbar ist“, sagt die Display-Expertin. „Aber auch der Programmierprozess selbst ist mit viel Koordination verbunden, denn wir haben Programmierer an Standorten weltweit.“ Da auch die Kunden teilweise im Ausland sitzen, ist sie regelmäßig beruflich unterwegs, beispielsweise in Indien oder Schweden. „Grundsätzlich ist es in diesem Beruf auch kein Problem, dauerhaft im Ausland zu arbeiten“, sagt sie. „Für mich persönlich kam das allerdings nie infrage."

Sofort Ergebnisse

Sabine Sayler arbeitet seit fünf Jahren in ihrem Beruf und ist sehr zufrieden mit ihrer Tätigkeit: „Im Unterschied zu anderen Bereichen der Informatik landet das, was man programmiert, nicht in den Tiefen des Computers, sondern man setzt sich ins Auto und sieht sofort Ergebnisse – das finde ich sehr schön.“

Für die Zukunft plant sie, eine fachliche Teamleitung zu übernehmen. „Als Erstes gehe ich nun aber in Mutterschutz und Elternzeit“, sagt die 31-Jährige. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird durch flexible Teilzeitarbeit und Homeoffice ermöglicht. <<

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