Ingenieur/in – Erneuer­bare Energien; Wirtschafts­ingenieur/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Projektentwickler für Windenergieprojekte

Tätigkeitsfelder:

Energietechnik;
Energieberatung und -management

Abgeschlossenes Studium in:

Wirtschaftsingenieurwesen (Bachelor); Erneuerbare Energien (Master)

BERUFENET:

Ingenieur/in – Erneuerbare Energien; Wirtschaftsingenieur/in

Ich muss Überzeugungsarbeit leisten und mit Empathie auf die Menschen zugehen.

Wissen, woher der Wind weht

Wer Windkraftanlagen bauen will, muss eine Menge beachten: Wetterdaten, Eigentumsrechte, technische Besonderheiten. Christopher Schramm (28), Ingenieur für Erneuerbare Energien, begleitet den Anlagenbau bis zum Netzanschluss.

Christopher Schramm begleitet Windenergieprojekte – von der ersten Idee über den Bau der Anlagen bis zum Verkauf. Sein Arbeitgeber, die Firma WKN aus Husum, projektiert und entwickelt komplette Windkraftanlagen und bietet sie weltweit Investoren an. Federführend mit dabei ist Christopher Schramm. Dem 28-Jährigen kommt dabei nicht nur seine Affinität zur Anlagentechnik zugute, sondern er kann auch auf ein breites Fachwissen aus dem Studium zurückgreifen. Er hatte sich zunächst für einen Bachelor in Wirtschaftsingenieurwesen entschieden, bringt also auch betriebswirtschaftliches und rechtliches Know-how mit. Dann hängte er ein berufsbegleitendes Masterstudium „Erneuerbare Energien“ an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg dran – sein heutiger Arbeitgeber hatte ihm die Möglichkeit geboten, ein duales Studium zu absolvieren, verbunden mit einer anschließenden Übernahme ins Team der Projektentwicklung in Deutschland.

Auf der grünen Wiese

Heute plant der Ingenieur in Niedersachsen Windkraftprojekte auf der „grünen Wiese“ und ist viel vor Ort unterwegs. Reisebereitschaft gehört zum Job, hält sich aber bei ihm in regionalen Grenzen. Wenn sich ein Grundstück für ein Bauprojekt anbietet, prüft er vor Ort, ob das Projekt technisch machbar ist. Außerdem berechnet er, ob es sich wirtschaftlich lohnt. Zusammen mit seinen Kollegen misst er über einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren mit Spezialgeräten die Windgeschwindigkeiten und andere Wetterdaten am Projektstandort. Wenn genug Wind für eine Anlage weht, leitet Christopher Schramm die Genehmigungsverfahren und die nötigen Verhandlungen mit Gemeinden, Landkreisen und Eigentümern ein. „Ich muss dann Überzeugungsarbeit leisten und mit Empathie auf die Menschen zugehen“, betont er. „Und wenn es daran geht, Verträge aufzusetzen, brauche ich nicht nur rechtliche Kenntnisse, sondern auch einen Blick für die Details.“

Der eigentliche Bau der Windkraftanlagen kann dann nochmals einige Jahre dauern – da sind Durchhaltevermögen und Überblick gefragt. Als verantwortlicher Projektentwickler steuert Christopher Schramm die Fachabteilungen durch alle Projektphasen.

Anlagen für jedes Wetter

Gemeinsam mit dem Projektteam begleitet Christopher Schramm zudem die Prüfung und Auswahl eines geeigneten Anlagentyps zur bestmöglichen Ausbeute der lokalen Windbedingungen. Wo viel Wind weht – etwa auf dem Meer –, sind beispielsweise die tragenden Teile einer Anlage stärkeren Kräften und Belastungen ausgesetzt als im Binnenland. Deshalb legt Christopher Schramm jede Anlage so aus, dass sie dem „Windprofil“ des Standortes entspricht und ausreichend gesichert ist. „Auch die elektrotechnischen Spezifikationen müssen passen“, erläutert er, „etwa die Größe der Generatoren.“ Er muss vorab alle Standortparameter prüfen und dann die praktische Umsetzung kontrollieren – vom Bau bis zum Anschluss ans Netz.

Sein Job gefällt ihm gut: „Er bietet viel Abwechslung in einem bunten Kollegenteam aus Ingenieuren, Kaufleuten, Technikern, Geografen und Juristen.“ <<

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