Ingenieur/in – Erneuer­bare Energien; Konstruktions­ingenieur/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Projekt- und Konstruktionsingenieur

Tätigkeitsfelder:

Qualitätssicherung, -management; Technisches Zeichnen, Konstruktion

Abgeschlossenes Studium in:

Elektrotechnik

BERUFENET:

Ingenieur/in – Erneuerbare Energien; Konstruktionsingenieur/in

Es ist eine gute Mischung aus Computerplanung und Arbeit mit den Händen.

Sonne ins Netz bringen

Clément Delhoume (30) plant und baut als Konstruktionsingenieur Solargroßanlagen in Großbritannien und Frankreich. Sein Studium in Elektrotechnik mit Schwerpunkt Erneuerbare Energien hat er in Frankreich absolviert.

Wenn Clément Delhoume zusammen mit einem externen Partner Solaranlagenparks entwickelt – vom Pachtvertrag über den Netzanschluss bis zur Konstruktion –, muss er auf viele Dinge achten. Er muss zum Beispiel klären, ob die Netzbetreiber Kapazitäten auf dem Stromnetz haben, um die Solarkraftwerke überhaupt anschließen zu können, welche technischen Voraussetzungen die Anlage hat, welche Spezifikationen für die Konstruktion gelten oder welche Wechselrichter, Module, Schalter, Kabel und Schutzeinrichtungen benutzt werden. „Das ist die Hauptkomponente des Designprozesses“, sagt der 30-Jährige, der als Konstruktionsingenieur bei der Energisto e.G. in der Nähe von München arbeitet. Das Unternehmen ist als Genossenschaft organisiert. „Wir sind acht Mitglieder. An den Projekten arbeiten wir gemeinsam, alle auf der gleichen Ebene“, erklärt Clément Delhoume.

Jedes Kabel, jeden Schalter planen

Die Planung erstreckt sich auch auf die sogenannte Übergabestation – die Schnittstelle zwischen Solarkraftwerk und Netzbetreiber. „Sie ist ein kleines Gebäude, das den Spezifikationen des Netzbetreibers entsprechen muss“, erläutert er. „Das betrifft die Tiefe des Fundaments genauso wie die Schalter und Kabel.“ Berücksichtigen muss er immer auch die Lieferzeiten der Hersteller der Einzelteile, die stark variieren können. Wenn das alles erledigt ist, müssen der Bau und der Anschluss an das Spannungsnetz überwacht werden. „Es ist eine gute Mischung aus Computerplanung und Arbeit mit den Händen, wenn ich beim Bau dabei bin“, sagt er.

Sein Studium hat Clément Delhoume in Frankreich absolviert. „Das ist dort ganz anders organisiert als in Deutschland“, erzählt er. „Um Ingenieur zu werden, muss man in Frankreich Auswahlverfahren bestehen, um dann an speziellen Gymnasien einen zweijährigen Vorbereitungskurs zu besuchen.“ Er selbst belegte den Kurs an einem Gymnasium in Bordeaux, studierte dann Elektrotechnik mit dem Schwerpunkt Erneuerbare Energien an der École Centrale de Lille und schloss mit einem Diplôme d’Ingénieur ab. Das Studienangebot enthielt die Option, nach dem zweiten Jahr ein komplettes Jahr Praktikum zu machen. Clément Delhoume arbeitete ein halbes Jahr auf einer Baustelle in Frankreich und ging dann nach München zu einem Unternehmen, das ebenfalls im Bereich Erneuerbare Energien tätig war.

Kleine Strukturen, viele Aufgaben

Nach seinem Universitätsabschluss begann er dort auch seine Berufslaufbahn und war vier Jahre lang zuständig für die Planung und den Bau von Solarkraftwerken und -großanlagen – vor allem in Großbritannien. Dann wechselte er zu seinem heutigen Arbeitgeber.

Für den ist er immer wieder unterwegs, um Bauland zu besichtigen und später den Bau zu überwachen. „Ich mag die kleinen Strukturen unserer Firma“, sagt Clément Delhoume. „Das bedeutet, dass meine Tätigkeit vielfältiger ist als in großen Unternehmen. Dort sind die Mitarbeiter oft stärker spezialisiert und machen dann zum Beispiel nur Zeichnungen.“ <<

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