Ingenieur/in – Erneuer­bare Energien

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Betriebskoordinator

Tätigkeitsfeld:

Energietechnik

Abgeschlossenes Studium in:

Wirtschaftsingenieurwesen (Bachelor); Windenergie-Ingenieurwesen (Master)

BERUFENET:

Ingenieur/in – Erneuerbare Energien

An den Offshore-Plattformen wird in rund 40 Metern Wassertiefe gearbeitet.

Verlässlich vernetzt

Vor unseren Küsten entstehen immer mehr Offshorewindparks. Der Ingenieur für Erneuerbare Energien Christoph Kahms (29) sorgt dafür, dass der umweltfreundliche Strom an Land kommt.

Um die Megawatt-Leistung, die die Windparks auf hoher See erzeugen, an die Küste zu transportieren, bedarf es einer gigantischen Infrastruktur: Spezielle See-, Watt- und Landkabel verbinden Konverter-Stationen und Umspannwerke auf See mit denen an Land. Diese Hochspannungsnetze zu bauen und zu warten ist Aufgabe von Tennet, einem niederländisch-deutschen Übertragungsnetzbetreiber, für den Christoph Kahms als Betriebskoordinator für Kabelsysteme tätig ist. „Eine gute Vorbereitung waren sicher mein Bachelorstudium des Wirtschaftsingenieurwesens und mein Master in Windenergie-Ingenieurwesen an der Leibniz Universität Hannover. Der Masterstudiengang deckte die Bereiche Energietechnik, Maschinenbau und Bauingenieurwesen ab“, sagt Christoph Kahms. Seine Masterarbeit schrieb er bei seinem heutigen Arbeitgeber: „So war ich im Unternehmen von Beginn an gut vernetzt und kannte die Strukturen.“

Auf hoher See

Gemeinsam mit seinem Team arbeitet der Ingenieur an Konzepten, wie die Spezialisten, die die Windparks vor Ort warten, am schnellsten und effektivsten die Kabelsysteme instand halten und entstören können. „An den Offshore-Plattformen wird in rund 40 Metern Wassertiefe gearbeitet. Unsere Experten fahren mit Schiffen und Spezialausrüstung zu den Parks, um gegebenenfalls Fehler zu orten, das Kabelsystem freizuspülen und es zu bergen. Im Fall einer Störung muss das Problem so schnell wie möglich behoben werden, sonst entstehen Schäden in Millionenhöhe“, sagt der 29-Jährige.

Beim Verlegen der Kabel ist Christoph Kahms mit an Bord der Schiffe – auch bei Sturm und hohem Wellengang: „Kommt es nach dem Verlegen zu einer Störung, die von Fremdfirmen behoben werden soll, muss ich die Firmen genau anleiten können. Darum ist es wichtig, beim Einbau der Kabel dabei zu sein.“ Diese Arbeiten sind nicht immer ungefährlich, darum steht die Sicherheit der Teams an erster Stelle. Ob für Einsätze mit dem Helikopter oder auf dem Schiff: Spezielle Sicherheitstrainings gehören bei seinem Arbeitgeber zum Standard.

Für jedes Windrad das passende Kabel

Christoph Kahms ist zudem für das Kabellager in Emden zuständig. Von hier aus werden neue Kabel zu den Windparks gebracht. Lagerung und Transportwege folgen einer ausgeklügelten Logistik – auch daran arbeitet der Energieingenieur mit: „Auch wenn die Seekabel robust erscheinen: Beim Spulen etwa müssen bestimmte Eigenschaften wie Biege-Radien und Seitenwanddrücke beachtet werden, damit sie nicht beschädigt werden.“

Als Betriebskoordinator ist Christoph Kahms viel unterwegs: im Büro am Standort bei Hannover, bei Begehungen im Kabellager, im Einsatz auf einem Schiff oder einer Plattform, auf Schulungen, Konferenzen oder Messen im europäischen Ausland. Dabei hat er sowohl mit Kollegen und Vorgesetzten als auch mit Hafenarbeitern und Mitarbeitern von Fremdfirmen zu tun: „Man arbeitet mit Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammen.“ Da Offshore-Fachleute aus aller Welt stammen, wird im Arbeitsalltag meistens Englisch gesprochen. <<

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