Ingenieur/in – Energie­technik

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Research Engineer Renewable Energy & Power Systems

Tätigkeitsfelder:

Energietechnik;
Verfahrens- und Produktentwicklung

Abgeschlossenes Studium in:

Elektrotechnik mit Schwerpunkt Energietechnik

BERUFENET:

Ingenieur/in – Energietechnik

Wir haben im Forschungszentrum rund 200 Mitarbeiter aus mehr als 35 verschiedenen Ländern.

Die Zukunft der Energie

Elektroingenieurin Eva-Maria Bärthlein (28) hat sich auf die Energietechnik spezialisiert. Ihr Fachwissen in Sachen Energieversorgungsnetze nutzt sie für ihre Arbeit im Forschungszentrum eines Technologiekonzerns.

Als Diplom-Ingenieurin für Energiesysteme und Expertin für Erneuerbare Energien beschäftigt sich Eva-Maria Bärthlein mit der Zukunft der Energieversorgungsnetze. „Meine Aufgabe ist es, Technologien zu entwickeln, mit denen Erneuerbare Energien in bestehende Netze integriert werden können – möglichst, ohne dass man die Netze dafür ausbauen muss. Das können beispielsweise neue Spannungsregler sein“, erklärt die 28-Jährige. Sie arbeitet im europäischen Forschungszen­trum des Mischkonzerns General Electric (GE) am Standort München. „Ich habe mich schon als Studentin besonders für Stromerzeugung und -verteilung interessiert“, erzählt sie. „Ab dem vierten Semester habe ich mich dann auf Energietechnik spezialisiert.“ Während ihres Elektrotechnik­studiums an der Technischen Universität München arbeitete sie als Werkstudentin bei ihrem jetzigen Arbeitgeber und schrieb dort auch ihre Diplomarbeit.

Neue Technologien entwickeln

Weil sich Energieversorgungsnetze gut am Computer simulieren lassen, verbringt Eva-Maria Bärthlein einen großen Teil ihrer Arbeitszeit mit dem Programmieren. „Das heißt aber nicht, dass ich alleine arbeite: Viele Ideen entwickeln wir im Team, und ich stimme mich eng mit meinen Kollegen ab – und auch mit unseren Anwälten, wenn es beispielsweise darum geht, eine neue Erfindung patentieren zu lassen.“

Im Rahmen ihrer Tätigkeit veröffentlicht sie regelmäßig ihre Forschungsergebnisse. „Außerdem besuche ich mehrmals im Jahr Konferenzen, um meine Arbeit vorzustellen und mich auf den neuesten Stand der Technik zu bringen.“ Das Forschungszentrum setzt auch Projekte mit externen Partnern um, beispielsweise mit Universitäten und Forschungseinrichtungen. Hier übernimmt Eva-Maria Bärthlein die fachliche Koordination der Projekte. Sie arbeitet vom Büro oder vom Homeoffice aus, etwa einmal im Monat ist sie auf Dienstreise. „Sowohl in meiner fachlichen Arbeit als auch in der Zeiteinteilung bin ich sehr frei“, sagt sie.

Neugier und Ausdauer

Die Arbeit in einem internationalen Team macht ihr viel Spaß. „Wir haben im Forschungszentrum rund 200 Mitarbeiter aus mehr als 35 verschiedenen Ländern“, erzählt sie, „unsere Unternehmenssprache ist Englisch.“ Eva-Maria Bärthlein selbst hat zwei Auslandssemester in Peking und Hongkong verbracht. Zurzeit schreibt sie an ihrer Doktorarbeit. Das Promotionsthema verbindet sie mit einem ihrer aktuellen Forschungsprojekte. Viele ihrer Kollegen, von denen die meisten aus der Elektrotechnik und der Physik kommen, haben ebenfalls promoviert. „Das ist aber keine Grundvoraussetzung.“

Sie hätte sich auch vorstellen können, nach ihrem Abschluss in der wissenschaftlichen Forschung zu arbeiten, etwa an einer Hochschule. „Mir gefällt es aber besser, für ein Unternehmen zu forschen, da ich hier näher an den Produkten bin“, sagt sie. Für beides gilt: In der Forschung braucht man Ausdauer und einen langen Atem. „Nicht immer klappt auf Anhieb, was man sich überlegt hat. Dann ist Flexibilität gefragt, um neue Wege gehen zu können. Und man sollte neugierig sein und Spaß daran haben, Sachen auszuprobieren.“ <<

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