Ingenieur/in – Bio­techno­logie

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Ingenieur für Biotechnologie

Tätigkeitsfelder:

Laboranalyse; Verfahrens-, Produktentwicklung

Abgeschlossenes Studium in:

Chemietechnik mit Schwerpunkt Biotechnologie

BERUFENET:

Ingenieur/in – Biotechnologie

Es gibt in unserem Gebiet nicht den einen Weg, der zum Erfolg führt.

Das DNA-Puzzle

Ivica Fucek (34) verbindet verschiedene DNA-Fragmente, um Antikörper gegen Krebs herzustellen. Der Ingenieur für Biotechnologie ist Gruppenleiter in einem biopharmazeutischen Unternehmen. Er arbeitet sowohl im Labor als auch im Büro.

Im Labor von Ivica Fucek werden DNA-Fragmente isoliert und verbunden, die Mitarbeiter pipettieren Lösungen und Flüssigkeiten, geben Proben in Brutschränke und dann in Automaten, die sie analysieren. Der 34-Jährige behält über alle diese Vorgänge den Überblick. Der Ingenieur für Biotechnologie arbeitet als Gruppenleiter bei der Firma Affimed Therapeutics. Das Unternehmen stellt neuartige Antikörper her, mit denen Krankheiten wie Krebs besser therapierbar werden sollen. Studiert hat Ivica Fucek Chemische Technologie mit dem Schwerpunkt Biotechnologie an der Fachhochschule Darmstadt. „Ich fand die Mikrobiologie, die molekularen Methoden und die Biochemie besonders interessant. Und genau darum geht es bei meiner Arbeit.“ Mittlerweile gibt es auch spezielle biotechnologische Ingenieur-Studiengänge.

Der Bauplan der Antikörper

Antikörper sind spezielle Proteine. Sie werden vom Immunsystem gebildet, wenn dieses entsprechende Antigene registriert. Antigene wiederum sind Stoffe, die vom Immunsystem als gefährlich gekennzeichnet werden und an die sich die Antikörper binden. Sie befinden sich etwa auf der Oberfläche von Bakterien. Die Forscher bei Ivica Fuceks Arbeitgeber identifizieren gewisse Antigene, um daraufhin neue, spezialisierte Antikörper zu erzeugen. Die Abteilung des Ingenieurs stellt dann die DNA für diese Antikörper her. „Das ist sozusagen der Bauplan, der die Bildung des Proteins steuert. Wir bilden es, indem wir verschiedene DNA-Fragmente kombinieren.“ Das bedeutet: Die DNA wird isoliert, gereinigt, dann mit anderer DNA verbunden, in Bakterien eingeführt, von diesen vermehrt und danach getestet.

Im Labor kommen verschiedene Verfahren und Apparate zum Einsatz, die Ivica Fucek fortlaufend kontrolliert. Als Leiter ist er immer zur Stelle, wenn es Probleme gibt: Manchmal ist etwa das Gerät, das die Interaktion zwischen Antikörper und Antigen anzeigt, nicht richtig eingestellt. Es kommt auch vor, dass sich einige DNA-Fragmente nicht wie gewünscht verbinden lassen. Der Ingenieur weiß in der Regel, wie solch ein Problem zu lösen ist.

Viele mögliche Wege zum Erfolg

„Es gibt in unserem Gebiet nicht den einen Weg, der zum Erfolg führt. Um die richtigen DNA-Konstrukte herzustellen, müssen wir verschiedene Methoden und Kombinationen ausprobieren. Das ist manchmal eine echte Herausforderung, wie ein Puzzle.“ Der Ingenieur für Biotechnologie plant die Versuche. In seinem Büro legt er fest, welche DNA-Konstrukte hergestellt werden. Er bestellt auch neue Rohstoffe und überlegt, auf welche Weise man den Herstellungsprozess optimieren kann.

Darüber hinaus hat der Gruppenleiter eine Menge Büroarbeit zu erledigen: „Ich schreibe unsere Ergebnisse auf und bereite Präsentationen vor. In Meetings mit den anderen Abteilungsleitern werden auch Ergebnisse besprochen.“ Ferner arbeitet er an den wissenschaftlichen Veröffentlichungen des Unternehmens mit. Die Arbeit im Team ist für Ivica Fucek ein wichtiger Bestandteil seines Berufsalltags. „Das Teamwork spielt bei uns eine große Rolle, und ich versuche, auch gegenüber unseren Vorgesetzten die besten Bedingungen für unsere Gruppe zu erreichen.“ <<

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