Ingenieur/in –Auto­matisierungs­technik

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Produktbetreuerin Anlagenautomatik

Tätigkeitsfelder:

Wartung, Instandhaltung, Kundendienst; Mechatronik, Automatisierungstechnik

Abgeschlossenes Studium in:

Technische Informatik

BERUFENET:

Ingenieur/in –Automatisierungstechnik

Ich wollte etwas Sinnvolles tun.

Strahlen gegen Krebs

Sabine Winkler (35) ist Ingenieurin für Technische Informatik und hat sich auf Automatisierungssysteme in der Medizin spezialisiert. Sie entwickelt Kontrollen für Partikeltherapie-Anlagen für die Krebstherapie.

Sabine Winkler ist Produktbetreuerin für zwei Kontrollsysteme an sogenannten Partikeltherapieanlagen. Die Partikeltherapie ist eine spezielle Form der Krebstherapie: Dabei werden schwer zugängliche Tumore mit Schwer-Ionen bestrahlt und zerstört, ohne das gesunde Nachbargewebe einer hohen Strahlendosis auszusetzen und damit zu schädigen. „Es ist ein schonendes Verfahren für kritische Bereiche wie Schädel, Wirbelsäule, Lunge und Leber“, sagt Sabine Winkler, die bei der Eckelmann AG in Wiesbaden arbeitet.

„Vor der Behandlung lokalisieren die Ärzte den Tumor mithilfe der Computertomografie, bestimmen sein Volumen und teilen es in Schichten auf. Dann wird die erste Schicht bestrahlt und gescannt, anschließend die nächste Schicht und immer so weiter“, erläutert die 35-Jährige. „Das Beschleunigerkontrollsystem erzeugt, führt und überwacht automatisiert Ionenstrahlen mit mehr als 100.000 Varianten.“

Etwas Sinnvolles tun

Je länger die Anlagen laufen, desto öfter müssen Teile der Hardware repariert oder auch ersetzt werden. Weil aber nicht mehr alle Teile hergestellt werden, hat Sabine Winkler dann die Aufgabe, dem Kunden alle benötigten Informationen zur Verfügung zu stellen, damit dieser neue Teile freigeben kann. Darüber hinaus ermittelt sie den Änderungsbedarf für die Software. „Wir sammeln Wünsche, bis wir zusammen mit unserem Kunden den Umfang eines neuen Release beschließen und umsetzen“, erklärt sie.

Sabine Winkler hat Technische Informatik studiert. „Dabei habe ich mir methodische Fähigkeiten und fachliche Kenntnisse angeeignet“, erzählt sie. Ein anderer, häufigerer Zugang zum Berufsfeld ist das Ingenieurstudium der Automatisierungstechnik. Diese Disziplin beschäftigt sich damit, Maschinen oder hochkomplexe Anlagen auf Basis moderner Computertechnik zu automatisieren, sodass diese selbstständig und möglichst ohne Mitwirkung von Menschen betrieben werden können.

Nach ihrem Studium arbeitete Sabine Winkler zweieinhalb Jahre in einer Consultingfirma in Frankfurt und betreute Kunden aus der Automotive- und der Luftfahrtbranche. „In dieser Zeit habe ich festgestellt, dass es mir Spaß macht, Software zu entwickeln und zu testen, dass meine Fähigkeiten aber auch im interdisziplinären Bereich sowie im Projektmanagement liegen“, erzählt sie. Ihr Interesse für medizinische Anwendungen führte sie zu ihrem heutigen Arbeitgeber. „Ich wollte etwas Sinnvolles tun.“

Arbeiten mit Technik und Menschen

Gerade Berufseinsteiger in ihrer Branche sollten auch einen Wohnortwechsel in Betracht ziehen, wenn sie ein konkretes berufliches Ziel haben, empfiehlt sie: „Grundsätzlich sollte man flexibel sein und standortübergreifend arbeiten können.“

Ihre Kollegen sind Ingenieure der Elektrotechnik oder der Verfahrenstechnik, Informatiker, Wirtschaftsingenieure und auch Maschinenbauingenieure. Anders aber als bei einigen Kollegen ist die Arbeit Sabine Winklers nicht auf die technische Seite beschränkt: „Ich halte nicht nur den Kundenkontakt, sondern arbeite auch hausintern an vielen Stellen interdisziplinär mit Menschen zusammen.“ <<

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