Ingenieur/in – Augen­optik

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Optometrist

Tätigkeitsfelder:

Medizin-, Orthopädie- und Rehatechnik; Lehrtätigkeit an Hochschulen

Abgeschlossenes Studium in:

Augenoptik/Optometrie (Bachelor); Optometrie/Vision Science (Master)

BERUFENET:

Ingenieur/in – Augenoptik

Ich kontrolliere in regelmäßigen Abständen, wie sich die Leistungsfähigkeit der Augen entwickelt.

Für einen guten Durchblick

Augenoptiker Philipp Hessler (28) hat sich über ein Studium weiterqualifiziert und ist nun sowohl Optometrist als auch Ingenieur der Augenoptik. Mithilfe technischer Präzisionsgeräte lotet er das Sehvermögen seiner Kunden aus.

Philipp Hesslers Augenoptikerbetrieb erinnert an eine Augenarztpraxis: Hier gibt es eine Funduskamera, mit der er den Augenhintergrund untersucht, ein Tonometer, mit dem er den Augeninnendruck misst, ein Aberrometer, mit dem er die Nachtsehfähigkeit überprüft, und eine Spaltlampe, mit der er unter anderem erkennt, ob die Augenlinse klar ist. „Mit der Spaltlampe ist es zum Beispiel möglich, den vorderen und hinteren Augenabschnitt zu betrachten. Damit können etwa Ursachen für ein trockenes Auge analysiert, Medientrübungen oder sehleistungsmindernde Auffälligkeiten am Augenhintergrund festgestellt werden“, erklärt der 28-Jährige. Er ist nicht nur ausgebildeter Augenoptiker, sondern auch Optometrist und bietet als solcher Gesundheitsdienstleistungen rund um das Auge an.

Technik trifft Anatomie

Während sich ein Augenoptiker um das Handwerkliche kümmert, steht beim Optometristen die Messung und Beurteilung der Sehfunktion im Vordergrund. Studiert hat Philipp Hessler Augenoptik/Optometrie an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena, die abgeschlossene Augenoptiker-Ausbildung war dafür Voraussetzung. Das Studium vermittelt Wissen in den Bereichen Anatomie und Physiologie, Pathologie und Pharmakologie sowie Techniken zur Anwendung von Geräten und Untersuchungsmethoden. „Sowohl im Bachelor- als auch im Masterstudium kann man sich spezialisieren und entweder einen technisch-ingenieurwissenschaftlichen Schwerpunkt wählen oder den Fokus auf primäre Dienstleistungen für den Gesundheitsstatus des Auges legen.“ Er hat sich für Letzteres entschieden.

Spezialisierung sinnvoll

Auch in der Optometrie gibt es Spezialgebiete: „Ich habe mich auf Kinderoptometrie spezialisiert und arbeite in einem Netzwerk mit Ärzten, Logopäden, Ergotherapeuten, Lehrern und Erziehern zusammen.“ Ein aktuelles Problem ist zum Beispiel, dass Kinder immer kurzsichtiger werden: „Zeit vor dem Computer oder Smartphone sind sicherlich Gründe, die das verstärken“, so Philipp Hessler. Er bietet eine Kombination aus Beratung zu Prävention und Ursachen, spezieller Brillenversorgung und Sehübungen an. In Einzelsitzungen nimmt er sich viel Zeit für die Kinder. Er überprüft deren Sehfunktionen und entwickelt bei Auffälligkeiten einen Maßnahmenkatalog. „Das sind dann zum Beispiel Übungen, die die Kinder auch zu Hause durchführen können. Ich kontrolliere in regelmäßigen Abständen, wie sich die Leistungsfähigkeit der Augen entwickelt.“ Die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen macht ihm Spaß. „Das kann man nicht lernen, das muss einem einfach liegen und erfordert auch viel Geduld.“

Sein Tag ist mit Terminen durchgeplant. „Hinzu kommt die Dokumentation. Alle Untersuchungen müssen schriftlich festgehalten werden.“ Neben seiner Tätigkeit im eigenen Betrieb hat er zudem noch eine Forschungs- und Lehrtätigkeit an der Hochschule Jena: „Mein Arbeitsschwerpunkt ist neben der Kurzsichtigkeit das Vision Training und die Analyse des beidäugigen Sehens. Ich finde es spannend, Praxis und Forschung miteinander zu verknüpfen.“ <<

http://bfi.plus/59327