Ingenieur/in – Augen­optik

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Ingenieur für Augenoptik

Tätigkeitsfeld:

Verfahrens- und Produktentwicklung

Abgeschlossenes Studium in:

Augenoptik

BERUFENET:

Ingenieur/in – Augenoptik

Wir können herausfinden, ob eine Brille in der Sauna getragen oder falsch gereinigt wurde.

Sehen in der Zukunft

Christian Lischer (33) sieht in die Zukunft – bildhaft gesprochen. Der Ingenieur für Augenoptik ist unter anderem für die Entwicklung und Tests neuer Brillengläser verantwortlich.

Von der Idee bis zur Marktreife eines Produkts ist es oft ein weiter Weg. „Das kann durchaus Jahre dauern“, sagt Christian Lischer. Der 33-Jährige muss es wissen – er ist in der Abteilung Technologie und Innovation der Carl Zeiss Vision GmbH an der Entwicklung neuer Brillengläser beteiligt und insbesondere für Trageversuche verantwortlich. „Wenn wir eine neue Beschichtung für Gläser testen, die etwa das Brillenputzen künftig überflüssig machen soll, testen die Probanden so eine Brille über zwei Jahre.“ Alle paar Wochen kommen sie in Christian Lischers Labor, wo dieser prüft, ob die Beschichtung auch hält, was sie verspricht. Dabei setzt er Mikroskope und andere Messgeräte ein, mit denen er selbst die winzigsten Fehler im Glas aufspüren kann.

Auch mit dem Vertrieb arbeitet Christian Lischer zusammen. Wenn beispielsweise Brillen reklamiert werden, begibt er sich mit seinen Kollegen auf Ursachenforschung. „Wir können etwa herausfinden, ob eine Brille in der Sauna getragen oder falsch gereinigt wurde – oder ob der Fehler tatsächlich in der Produktion lag.“ Zudem schult der 33-Jährige andere Augenoptiker zum Thema Refraktion, also der Bestimmung der notwendigen optischen Korrektur.

Job bereits während des Studiums

Als „vielfältig und spannend“ beschreibt Christian Lischer seinen Beruf, in dem er eigentlich nie landen wollte. „Mein Vater und mein Großvater sind Augenoptiker – ich wollte selbst nie ihren Beruf ausüben und im Laden stehen.“ Er studierte zunächst Wirtschaftsmathematik, merkte jedoch schnell, dass das nicht das richtige Fach für ihn war. „Dann schnupperte ich doch mal in den Betrieb meines Vaters und merkte: So schlimm ist das ja gar nicht.“ Christian Lischer lacht. Er machte zunächst eine Ausbildung zum Augenoptiker und schrieb sich kurz nach seiner Gesellenprüfung für den Studiengang Augenoptik an der Hochschule Aalen ein. Angst vor Mathematik und Physik sollte man auf keinen Fall haben, wenn man sich für die Augenoptik entscheidet, rät der 33-Jährige. „Das ist einfach grundlegend.“ Und obwohl eine vorherige Berufsausbildung keine zwingende Voraussetzung ist, kann Christian Lischer das nur empfehlen. „So sind schon einige Grundlagen da, auf die man im Studium aufbauen kann.“

Sein Praxissemester absolvierte Christian Lischer bei seinem heutigen Arbeitgeber. „Die Arbeit hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich das Praxissemester dort gleich verlängert habe.“ Während des Studiums arbeitete er weiter im Unternehmen und schrieb dort schließlich auch die Bachelorarbeit, dann schon als fest angestellter Mitarbeiter. Somit war auch klar, dass er in der Industrie bleiben und nicht den väterlichen Betrieb übernehmen würde.

Option Master

Noch einen Master zu machen ist weiterhin eine Option für Christian Lischer. „Am liebsten einen fachfremden Master wie Optoelektronik – aber das ist natürlich auch eine zeitliche und finanzielle Frage, gerade als Familienvater.“ Erst mal will sich der Ingenieur deshalb ganz auf seinen Beruf konzentrieren. „Der Master ist gut, um weitere Kenntnisse zu bekommen. Aber in der Augenoptik hat man auch mit dem Bachelor schon sehr gute Berufsaussichten“, ist er überzeugt. <<

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