Ingenieur/in – Agrar­wirt­schaft

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Referatsleiter Milch beim Bauernverband

Tätigkeitsfeld:

Agrarwirtschaft

Abgeschlossenes Studium in:

Agrarwissenschaften (Bachelor), Agrarökonomik (Master)

BERUFENET:

Ingenieur/in – Agrarwirtschaft

Der landwirtschaftliche Sektor ist vergleichsweise überschaubar. Es ist von Vorteil, wenn man sich zu Studienzeiten engagiert.

Im Sinne der Milchbauern

Ludwig Börger (30) ist Referatsleiter beim Deutschen Bauernverband. Der Absolvent der Agrarwissenschaften muss über den Molkerei-Sektor, die Milchpreisentwicklung, die Meinung der Landwirte und EU-Entscheidungen auf dem Laufenden sein.

Reisen, reden, zuhören, Informationen erfassen, filtern, auswerten und weitergeben: Das sind die Kerntätigkeiten von Ludwig Börger, der beim Deutschen Bauernverband das Referat Milch leitet. Im Berliner Büro des Verbandes, in dem er und seine vier Mitarbeiter arbeiten, ist er nicht unbedingt häufiger anzutreffen als bei einem Vor-Ort-Termin irgendwo in Deutschland oder bei der EU in Brüssel.

Er arbeitet in Expertengremien mit, führt Gespräche mit Abgeordneten, pflegt den Kontakt zur europäischen Kommission und tauscht sich mit Mitarbeitern des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft ebenso aus wie mit Vertretern von Tier- und Umweltschutzorganisationen. Die Themen reichen von der Tierhaltung über die Preisentwicklung landwirtschaftlicher Erzeugnisse bis zur Ausrichtung der europäischen Agrarpolitik. Im politischen Brüssel und Berlin sind auch Abendtermine keine Seltenheit: „Das gehört einfach dazu“, sagt Ludwig Börger – genauso wie seine fundierten Englischkenntnisse, auf die er vor allem in Brüssel zurückgreift.

Verbandsinteressen glaubwürdig vertreten

Besonders arbeitsintensiv sind für ihn die Wochen, in denen die Parlamente tagen. „Wenn ich die Reisezeit und die Abendveranstaltungen mitrechne, komme ich schnell auf eine 60-Stunden-Woche“, berichtet der 30-Jährige. „Das gleicht sich durch andere, weniger intensive Zeiten aber wieder aus.“

Die gesammelten Informationen bereitet er auf und gibt die Unterlagen an den Generalsekretär sowie die Mitglieder des Verbandes weiter: Wie entwickeln sich die Meinungen in den Institutionen? Wie ist die Stimmungslage bei den Mitgliedern? Solche Informationen sind für die Verbandsarbeit wichtig.

Als Interessenvertreter muss er offen und kommunikativ sein, gerne Menschen kennenlernen, Kontakte aufbauen und pflegen. „Natürlich sollte man auch persönlich hinter den Positionen des Verbandes stehen“, betont er. Schließlich muss er glaubwürdig im Sinne der Mitglieder argumentieren und andere von den Zielen des Verbandes überzeugen.

Vom Bauernhof ins Brüsseler Büro

Aufgewachsen ist Ludwig Börger auf einem Bauernhof. Er absolvierte zunächst eine kaufmännische Ausbildung bei einem Landtechnikhersteller, bevor es ihn an die Humboldt-Universität Berlin zog, wo er Agrarwissenschaften auf Bachelor und anschließend Agrarökonomik auf Master studierte.

Während seines Studiums jobbte er im Bundestag und bei Politikberatungsfirmen, machte außerdem ein Praktikum im EU-Parlament – diese Erfahrungen ließen ihn eine Laufbahn in der Agrarpolitik einschlagen. Im Verlauf seines Studiums wählte er politische Schwerpunkte und begann, sich ein Netzwerk aufzubauen. Auch Kontakte zum Bauernverband knüpfte er in dieser Zeit. „Der landwirtschaftliche Sektor ist vergleichsweise überschaubar. Da ist es nur von Vorteil, wenn man sich schon zu Studienzeiten engagiert“, sagt er. Nach seinem Masterabschluss fing er direkt beim Verband an, betreute zunächst in dessen Brüsseler Büro den Bereich „Tierische Erzeugung“ und wechselte später als Referatsleiter nach Berlin. <<

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