Ingenieur/in – Abfall­wirtschaft

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Assistent der Abteilungsleitung für den Bereich Technik

Tätigkeitsfeld:

Ver- und Entsorgung; Umweltberatung, -management

Abgeschlossenes Studium in:

Umweltwissenschaften mit Schwerpunkt Abfallwirtschaft

BERUFENET:

Ingenieur/in – Abfallwirtschaft

Abfall duftet nun einmal nicht nach Rosen.

Energie aus Bioabfall

Zum Deponieren ist Bioabfall viel zu schade. Besser ist es, wenn man ihn in Energie oder wertvollen Kompostdünger umwandelt. Für den sicheren und umweltfreundlichen Betrieb der notwendigen Anlagen sorgt der Abfall-Ingenieur Eric Gerhardt (26).

Geruchsempfindlich darf man in diesem Beruf nicht sein. „Abfall duftet nun einmal nicht nach Rosen“, sagt Eric Gerhardt. Er arbeitet für die Zentrale Abfallwirtschaft Kaiserslautern. „Wir entsorgen und verwerten den Bioabfall aus Stadt und Landkreis.“ Bis vor Kurzem haben sie auch Restabfälle behandelt, nun wird die Anlage umgerüstet, um ausschließlich Bioabfall zu verwerten. Den Restabfall geben sie seitdem an eine Müllverbrennungsanlage ab.

Eric Gerhardt ist Assistent der Abteilungsleitung für den Bereich Technik. Dazu gehören alle Bereiche, in denen Abfall verwertet wird, zum Beispiel ein Wertstoffhof, eine Annahmestelle für Sonderabfälle und eine Deponie. Er hat aber vor allem mit der sogenannten mechanisch-biologischen Abfallbehandlung und Kompostierung zu tun: In einer Methanisierungsanlage werden hier organische Abfälle in Energie umgewandelt und anschließend zu Kompostdünger weiterverarbeitet.

Planen, überprüfen, auswerten

Rund um den Betrieb der Anlagen gibt es eine Vielzahl von gesetzlichen Bestimmungen, die regelmäßig von externen Gutachtern überprüft werden. Eric Gerhardt beauftragt Prüforganisationen, bereitet alle wichtigen Dokumente vor und behält den Überblick über die vielen verschiedenen Zertifizierungen. „Hinzu kommen regelmäßige Überprüfungen der Betriebssicherheit, etwa zum Explosionsschutz der unterschiedlichen Anlagen. Als Entsorgungsbetrieb müssen wir außerdem Gewässer- und Emissionsschutzrichtlinien einhalten."

Stellt ein Gutachter einen Mangel fest, sorgt Eric Gerhardt dafür, dass dieser schnell beseitigt wird. Um die Anlagen optimal zu betreiben, überwacht der Ingenieur außerdem die Betriebsdaten und wertet diese aus. So ermittelt er Verbesserungspotenziale bei Anlagen und Abläufen. „Ich verbringe ungefähr sechzig Prozent meines Arbeitstags im Büro“, sagt er, „die restliche Zeit bin ich bei den Anlagen“.

Mit Initiativbewerbung zur Festanstellung

Technisches Verständnis und Fachwissen rund um die Abfallverwertung sind die Grundvoraussetzungen für diesen Beruf. „Außerdem muss man eigenverantwortlich arbeiten können“, sagt Eric Gerhardt. Der Ingenieur hat eigentlich Umweltwissenschaften studiert, sich aber im Laufe seines Bachelorstudiums auf Abfallwirtschaft spezialisiert. Für seine Abschlussarbeit entwickelte er ein Konzept zur Optimierung der Entsorgungslogistik eines Traktorenherstellers. Nach dem Abschluss bewarb er sich initiativ bei seinem heutigen Arbeitgeber – mit Erfolg. In sechs Wochen durchlief er alle Fachbereiche, lernte Mitarbeiter und Abläufe kennen. Dann durfte er erste Projekte bearbeiten. Außerdem nahm er an Schulungen teil, etwa zur Betriebssicherheit der Biogasanlage.

Die Kollegen in seinem Fachbereich sind vorwiegend Ingenieure unterschiedlicher Fachrichtungen, zum Beispiel aus dem Maschinenbau oder der Verfahrenstechnik. Es gibt auch Studiengänge, die sich speziell mit Abfall- und Entsorgungstechnik beschäftigen. Mit Blick auf seine weitere berufliche Laufbahn möchte Eric Gerhardt im Unternehmen weiter aufsteigen – vielleicht auch mithilfe eines berufsbegleitenden Fernkurses. <<

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