Information-Architect

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Junior Information Architect

Tätigkeitsfeld:

IT-Systementwicklung

Abgeschlossenes Studium in:

Medienwirtschaft (Bachelor); International Business (Master)

BERUFENET:

Information-Architect

Ich überlege mir, wie der Besucher auf der Webseite von A nach B kommt.

Die Webseiten-Wegweiserin

Als Information-Architect überlegt sich Juliette Dillenburg (27), wie die Webseiten großer Unternehmen aufgebaut sein müssen, damit sie einerseits genug Information bieten und andererseits den Nutzergeschmack treffen.

Je komplexer eine Webseite ist, je mehr Informationen sie bietet, desto wichtiger ist eine übersichtliche Seitenarchitektur. Als Junior Information Architect bei der mediaman Gesellschaft für Kommunikation in Mainz entwirft Juliette Dillenburg solche Architekturen. „Ich überlege mir, wie der Besucher auf der Webseite von A nach B kommt“, erklärt die 27-Jährige. Ihr Arbeitgeber entwickelt zum Beispiel Internetseiten für Automobilhersteller.

Smartphone und Tablet haben Vorrang

Bevor potenzielle Kunden in ihrer Branche einen Auftrag vergeben, schreiben sie einen sogenannten Pitch aus, einen Wettbewerb um das beste Konzept. Gemeinsam mit anderen Kreativen ihres Unternehmens entwirft Juliette Dillenburg dann ein Konzept für eine Webseite. Wenn sie den Auftrag erhalten, zeichnet Juliette Dillenburg ihre Planung zunächst mit Bleistift und Papier auf und bespricht jeden Schritt mit den Kollegen aus den Bereichen Design und IT. Gemeinsam erstellen sie dann in einem Computerprogramm ein sogenanntes Wireframe, ordnen die Seitenelemente an und legen die Benutzerführung fest. „Am Ende haben wir einen sogenannten Click-Dummy. Man kann sich dort durch die Webseite klicken und sieht alle Funktionen“, erläutert sie. Bei der Planung hat das Konzept für die mobile Darstellung inzwischen Vorrang – denn immer häufiger greifen die User nicht mehr mit dem Desktop-Computer auf die Seite zu, sondern per Smartphone oder Tablet. „Die Großausprägung für den Desktop konzipieren wir erst im zweiten Schritt“, sagt Juliette Dillenburg. Jede Einzelheit des Entwurfs hält sie auch schriftlich fest, damit es keine Missverständnisse gibt, wenn sie dem Kunden die Webseitenstruktur zur Verfügung stellt.

Kreativität ist das eine, die Kenntnis des Marktes und des Nutzerverhaltens im Netz das andere. Juliette Dillenburg liest dazu Branchenstudien und befasst sich auch mit den Ergebnissen unternehmenseigener Untersuchungen. „Momentan geht der Trend bei Webseiten dahin, sich inhaltlich auf die wichtigsten Informationen zu beschränken“, berichtet sie. „Seiten mit zu viel Text werden schnell wieder verlassen.“

Ein Beruf mit verschiedenen Zugängen

Einen einheitlichen Zugang zu ihrem Beruf gibt es nicht. Juliette Dillenburg zum Beispiel hat an der Rheinischen Fachhochschule in Köln einen Bachelor in Medienwirtschaft erworben und anschließend an der Fachhochschule Mainz einen Master in International Business gemacht. Manche ihrer Kollegen haben ein Studium im Bereich Informatik oder Design absolviert, andere blicken auf ein geisteswissenschaftliches Studium zurück. „Es ist sinnvoll, nach dem persönlichen Interesse eine bestimmte Fachrichtung wie Medien, Informatik oder Kommunikationsdesign zu wählen und sich dann im Beruf darauf zu spezialisieren“, rät sie. Sie selbst hat bereits während des Studiums bei einem Content-Management-Dienstleister gearbeitet, erwarb dadurch Basiswissen in Informatik und konnte sich so bei ihrem heutigen Arbeitgeber nach einer kurzen Einarbeitungszeit voll einbringen. <<

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