Hör­funk- und Fern­seh­sprecher/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Hörfunk-Journalistin

Tätigkeitsfelder:

Redaktion, Journalismus, Lektorat;
Moderation und Unterhaltung

Abgeschlossenes Studium in:

Theater- und Medienwissenschaft, Germanistik

BERUFENET:

Hörfunk- und Fernsehsprecher/in

Ich suche nach Themen, die aktuell sind, möglichst viele Hörer betreffen oder einfach emotional sind.

Die Stimme aus dem Radio

Mirjam Zylka (24) versorgt die Hörer eines Radiosenders mit Nachrichten aus der Region und aller Welt. Dabei wählt die Hörfunksprecherin die Meldungen nicht nur aus. Sie bereitet sie auch informativ und verständlich auf.

Jede halbe Stunde geht sie live auf Sendung: Dann spricht Mirjam Zylka die News. Sie ist für die Nachrichten des Nürnberger Radiosenders „Charivari 98.6“ mit zuständig. Redakteure im Hörfunk wie Mirjam Zylka blicken auf ganz unterschiedliche Studiengänge zurück. Sie selbst hat an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Theater- und Medienwissenschaft sowie Germanistik studiert. „Ich wollte schon immer Journalistin werden. Es gibt allerdings kein Studium, das einen speziell auf diesen Beruf vorbereitet. Selbst wenn man Journalismus studiert, kann man den Beruf eigentlich erst in der Praxis richtig erlernen“, findet sie. Daher nutzte sie die Semesterferien, um Praktika in verschiedenen Redaktionen zu absolvieren – unter anderem bei ihrem heutigen Arbeitgeber. Dort wurde sie nach einem sechsmonatigen Praktikum in ein Volontariat übernommen.

Meldungen sortieren und auswählen

Weil Nachrichten rund um die Uhr gesendet werden und immer topaktuell sein müssen, arbeiten Hörfunkjournalisten quasi im Schichtdienst. Mirjam Zylkas Arbeitstag beginnt häufig um fünf Uhr morgens, für die Morning-Show des Senders. Jeder Nachrichtenblock der Sendung besteht aus vier Weltnachrichten und zwei Lokalnachrichten. In einem ersten Schritt muss die Hörfunksprecherin entscheiden, welche Nachrichten von Bedeutung sind. „Die Deutsche Presse-Agentur liefert uns viele Meldungen, hinzu kommen Pressemitteilungen aller Art. Ich suche nach Themen, die aktuell sind, möglichst viele Hörer betreffen oder einfach emotional sind.“

Nach der Themenwahl geht es darum, die Nachrichten aufzubereiten. Dafür schreibt Mirjam Zylka die Meldungen so um, dass sie in das Format der Sendung und zur Zielgruppe passen. Oft ergänzt sie die Themen mit eigenen Recherchen. Dafür beauftragt sie zum Beispiel ihre Kollegen, Interviews mit Politikern zu führen oder Menschen auf der Straße zu befragen. Treffen die Aufnahmen im Sender ein, werden sie mit einem Programm geschnitten.

Die 24-Jährige arbeitet oft unter hohem Zeitdruck. Eine gute, schnelle Schreibe ist natürlich wichtig. Mirjam Zylka hat bei ihrer Arbeit viel Freiraum, sie muss sich aber an die Vorgaben des Programmchefs halten.

Nach den News ist vor den News

Wenige Minuten, bevor die Nachrichtensendung beginnt, geht Mirjam Zylka mit ihren Ausdrucken in das Studio. Die Nachrichten verliest sie meistens live. Gleich danach setzt sich die Hörfunksprecherin wieder an ihren Schreibtisch – und arbeitet an der neuen Ausgabe der News: Denn die Nachrichtenlage verändert sich ständig, stets kommen neue Informationen und aktualisierte Meldungen herein.

Bei Themen von großer Bedeutung stellt Mirjam Zylka von Sendung zu Sendung jeweils andere Aspekte in den Mittelpunkt der Nachricht. „Kürzlich gab es hier einen Amoklauf. Wir haben zuerst darüber berichtet, wie viele Menschen davon betroffen sind. Später bekamen wir die Info, dass der Täter unter Drogen stand. Also haben wir das dann in den Fokus gerückt. So arbeitet man ein Thema nach und nach auf.“ <<

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