Geronto­loge/­Geronto­login

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Gerontologin

Tätigkeitsfelder:

Sozial-, Gesundheitsmanagement; Gesundheitsberatung, -förderung

Abgeschlossenes Studium in:

Gerontologie (Diplom)

BERUFENET:

Gerontologe/Gerontologin

Die Pflegegesetze ändern sich laufend, und auch die Kenntnis der neuesten Forschungsergebnisse ist wichtig in meinem Beruf.

Würde im Alter

Jennifer Rickelmann (31) entwickelt Konzepte für altersgerechte Wohnformen und begleitet Senioren sowie deren Angehörige. Als Gerontologin ist sie an der Schnittstelle zwischen pflegerischen, kaufmännischen und gesellschaftlichen Herausforderungen tätig.

Senioren. Silver Ager. Generation Gold. Es gibt viele Namen für die Zielgruppe 60 plus. Jennifer Rickelmann kennt sich von Berufs wegen bestens mit den Belangen dieser Menschen und dem Thema Älterwerden aus. Die Gerontologin arbeitet bei der Pro Vita GmbH in Vechta, einem ambulanten Pflegedienst, der auch alternative Wohnkonzepte wie Wohngruppen für Senioren anbietet. „Wir haben kürzlich ein Seniorenzentrum eröffnet, und ich schreibe weitere Konzepte für neue Wohnformen“, erklärt sie. Darüber hinaus führt Jennifer Rickelmann in Bildungsstätten Schulungen zu Themen wie Demenz durch und hält Vorträge über alltagsrelevante Belange von Senioren. Bestandteil ihrer Arbeit ist auch die Beratung von älteren Menschen und ihren Angehörigen sowie die Betreuung ehrenamtlicher Mitarbeiter, „die sich bereit erklären, die Senioren zu besuchen, sie beim Einkaufen zu begleiten und mit ihnen Spaziergänge zu unternehmen.“

Darüber hinaus gehört die Außendarstellung des Unternehmens zu ihrem Verantwortungsbereich: „Ich gestalte Marketingkonzepte mit, arbeite viel mit Zeitungen zusammen und vertrete das Unternehmen in öffentlichen Veranstaltungen und auf Kongressen.“

Erfahrung in der Pflege

Das Thema ihres Berufs beschäftigt Jennifer Rickelmann schon lange: Bereits während sie am Wirtschaftsgymnasium ihr Abitur machte, arbeitete sie nebenbei in einem Pflegeheim. Durch eine Bekannte wurde sie auf den Studiengang der Gerontologie in Vechta aufmerksam. „Das interdisziplinäre Studium bereitet mit seinen betriebswirtschaftlichen Inhalten darauf vor, Leitungsfunktionen zu übernehmen,“ sagt Jennifer Rickelmann. „Gesellschaftswissenschaftliche Aspekte wie Demografie und Völkerstrukturen werden genauso unterrichtet wie Krankheitsbilder.“ Ihr Studium finanzierte sie sich, indem sie weiter in der Pflege arbeitete. Am Ende schloss sie erfolgreich mit dem Diplom ab. Heute wird der Studiengang auf Bachelor und Master angeboten. Danach arbeitete sie einige Zeit als Beschäftigungstherapeutin für Senioren, doch diese Stelle bot ihr nicht das, was sie eigentlich wollte. „Ich wollte ­etwas bewegen“, sagt Jennifer Rickelmann. Nach ihrer ersten Elternzeit fand sie schließlich ihre Stabstelle als Gerontologin – ausschlaggebend für den Zuschlag war ihre langjährige Praxis­erfahrung im Umgang mit Senioren.

Änderungen bei Pflegegesetzen verfolgen

Sich auf dem aktuellen Stand zu halten, gehört zu ihrem beruflichen Alltag: „Man muss die Bereitschaft haben, sich weiterzuentwickeln“, sagt sie. „Die Pflegegesetze ändern sich laufend, und auch die Kenntnis der neuesten Forschungsergebnisse ist wichtig in meinem Beruf.“ Andere Tätigkeitsfelder für Gerontologen finden sich bei Krankenkassen und Krankenhäusern oder in Rehakliniken, aber auch in der Seniorenwirtschaft, wo es darum geht, intelligente Wohnsysteme zu entwickeln, die es älteren Menschen ermöglichen, noch länger in ihrem Zuhause zu wohnen – beispielsweise mit Herden, die sich nach einiger Zeit selbst abschalten, oder Fußböden, die reagieren, wenn jemand stürzt. <<

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