Geronto­loge/Geronto­login

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Leiter soziale Dienste und altentherapeutische Angebote

Tätigkeitsfeld:

Gesundheitsberatung, -förderung

Abgeschlossenes Studium in:

Gerontologie

BERUFENET:

Gerontologe/Gerontologin

Wir versuchen, die Menschen aus ihrem biografischen Kontext heraus zu verstehen,

Über die jüngeren Alten

Als Gerontologe entwickelt Matthias Kirchhoff (28) Konzepte, die auf die Bedürfnisse bestimmter Seniorengruppen zugeschnitten sind. Dabei arbeitet er sowohl für ältere Menschen als auch mit ihnen.

Das Pflegewohnstift Alsterkrugchaussee liegt im Hamburger Stadtteil Fuhlsbüttel. In dem Haus mit rund 100 Pflegeplätzen, das zur Deutschen Seniorenstift Gesellschaft gehört, arbeitet Matthias Kirchhoff als „Leiter soziale Dienste und altentherapeutische Angebote“. Der Gerontologe entwickelt unter anderem ein Betreuungsangebot speziell für die „jüngeren Alten“. „Das sind häufig Menschen um die 60, die über keine Pflegestufe verfügen, aber neurologische und psychische Erkrankungen mitbringen und daher Anleitung und Unterstützung benötigen.“ Insbesondere gilt es, die Alltags- und Sozialkompetenzen zu stärken. „Diese Gruppe hat ganz andere Ansprüche als ältere Senioren. Zeitgleich suche ich nach altersgerechten Beschäftigungsangeboten, sowohl über interne als auch über externe Strukturen.“

Von Gymnastik bis Erinnerungsarbeit

Neben diesen konzeptionellen Aufgaben ist er zudem in alltägliche Abläufe eingebunden. Er schult Mitarbeiter, die in der altentherapeutischen Arbeit tätig sind: „Ein Kerngedanke unserer Arbeit ist die Beziehungsarbeit. Das bedeutet, dass wir die Menschen in ihrem gesamten Lebensverlauf betrachten und versuchen, sie aus ihrem biografischen Kontext heraus zu verstehen, etwa wenn Erlebtes wieder an die Oberfläche kommt. Ich sensibilisiere unsere Mitarbeiter und zeige ihnen zum Beispiel Techniken auf, die helfen, Probleme aufzugreifen und damit zu arbeiten.“ Er selbst übernimmt auch Gruppen- und Einzelbetreuungen: „Um Konzepte und Angebote zu entwickeln, ist es wichtig, die Basisarbeit zu kennen.“ Angebote zu entwickeln ist das eine, zu prüfen, ob sie Wirkung zeigen, das andere: „Um Stürze vorzubeugen, bieten wir etwa spezielle Sportübungen an, die den Gleichgewichtssinn stärken. Ich erhebe dann Daten, die aussagen, ob unsere Angebote auch Wirkung zeigen.“

Aber auch Verwaltungsaufgaben wie Dienstpläne schreiben, Personaleinsatz planen, Vorstellungsgespräche führen, Jahresfeste gestalten und mit den Teams Fallbesprechungen abhalten, fallen in seinen Aufgabenbereich. Bei seinen Tätigkeiten arbeitet er mit Heimleitung, Pflegepersonal und Angehörigen gleichermaßen zusammen.

Passgenaues Studium

Im Berufsalltag muss Matthias Kirchhoff sicher auftreten, strukturiert handeln und Verantwortung übernehmen können. Das Fachwissen, das er benötigt, ist fächerübergreifend: „Wie Menschen altern und was das bedeutet, tangiert Themen der Soziologie, der Psychologie, der Pflege und auch der Ökonomie. Nicht vergessen darf man die rechtlichen Aspekte, die vom Sozialrecht bis zum Bürgerlichen Recht reichen“, umreißt der 28-Jährige das Spektrum. Er hat im Bachelor Gerontologie an der Universität Vechta studiert: „Zwar deckt auch das Studium Soziale Arbeit viele dieser Themen ab, ist aber nicht auf die Zielgruppe Senioren zugeschnitten. Ich habe vor dem Studium in ganz unterschiedlichen sozialen Bereichen Erfahrungen gesammelt. Da ich gerne konzeptionell arbeite und mich mit dem Thema Senioren befasse, bin ich auf die Gerontologie gekommen.“ <<

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