Geo­loge/­Geo­login

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Geologin

Tätigkeitsfelder:

Rohstoffgewinnung; Umweltberatung, -management

Abgeschlossenes Studium in:

Ingenieurgeologie (Diplom), heute: Geowissenschaften (Bachelor); Ingenieur- und Hydrogeologie (Master)

BERUFENET:

Geologe/Geologin

Der grüne Teil meiner Arbeit beginnt eigentlich schon während des Tagebaus.

Einsatzort: Tagebau

Agnes Mitterer (30) arbeitet als Geologin im Abbau der Neuburger Kieselerde. Wird eine Tagebaustelle geschlossen, begleitet sie auch den Ausbau von Rückzugsgebieten für seltene Tierarten und Pflanzen.

Dr. Agnes Mitterer beschäftigt sich als Geologin mit dem Abbau eines einzigartigen Rohstoffes – der Neuburger Kieselerde, ein Gemisch aus Kieselsäure und Kaolinit. Kieselerde verleiht Gummi oder Lacken als Füllstoff besondere technische Eigenschaften, kann aber auch als Polier- oder Nahrungsergänzungsmittel verwendet werden. Die Geologin arbeitet für die Hoffmann Mineral GmbH, das einzige Bergbauunternehmen, das diesen Rohstoff noch abbaut.

Beim Kieselerde-Abbau tragen Tieflöffelbagger die verschiedenen Abraumschichten ab. Agnes Mitterer gibt bei diesen Arbeiten die Richtung vor: „Ich stimme mich mit den Baggerfahrern über die Stellen im Tagebau ab, an denen sie weiter abgraben sollen“, erklärt die 30-Jährige. Auch wenn es um die Qualitätsprüfung der abgebauten Kieselerde geht, steht die Geologin im ständigen Austausch mit den Arbeitern vor Ort. Und sie nutzt auch moderne Computertechnik in ihrem Arbeitsalltag: „Bohr-Ergebnisse werte ich mithilfe einer speziellen 3-D-Simulations-Software aus.“

Der grüne Bereich

Doch Agnes Mitterers Tätigkeit umfasst auch andere Bereiche. „Der grüne Teil meiner Arbeit beginnt eigentlich schon während des Tagebaus“, erklärt die Geologin. Unberührte Lebensräume sind in Deutschland selten geworden. Tagebauarbeiten wie der Kieselerde-Abbau können für einige bedrohte Tier- und Pflanzenarten deshalb Ersatz schaffen. Die Geologin betreut solche im Rahmen des Tagebaus entstandenen Rückzugsgebiete für Flora und Fauna. Einige temporäre Biotope legt sie aber auch gezielt an – ein Beispiel sind kleine Wasserflächen, in denen Kaulquappen heranwachsen können. Wird eine Lagerstätte geschlossen, beginnt für Agnes Mitterer die Rekultivierung und Renaturierung ehemaliger Tagebauflächen. Sie versucht dann, Artenschutz und betriebliche Interessen so abzustimmen, dass nach Abschluss des Tagebaus Lebensräume und Rückzugsgebiete entstehen.

Kommunikationsaufgaben

Agnes Mitterer hat an der TU München Ingenieurgeologie auf Diplom studiert und danach promoviert – das Studium hat sie gut auf ihre heutige Tätigkeit im Rohstoffabbau vorbereitet. Sie ist ein offener Mensch und ein Kommunikationsprofi. Werden neue Abbauflächen gesucht, führt sie Beratungsgespräche mit den Grundstückseigentümern. Dabei ist Fingerspitzengefühl gefragt, wenn es beispielsweise um Fragen zur Ausdehnung des Tagebaus, der Abbautiefe und zum zeitlichen Rahmen geht. Gibt der Eigentümer seine Zustimmung zu einem Tagebauprojekt, ist viel Abstimmungsarbeit mit den Behörden notwendig.

Auch das Thema Öffentlichkeitsarbeit gehört zu Agnes Mitterers Aufgabenbereich. Einen Tag des offenen Tagebaus organisieren, Informationsabende zu neuen Erkundungsflächen oder Tagebauvorhaben halten, Führungen durch die Tagebauflächen und Biotope organisieren und Mediationsgespräche mit Anwohnern führen – Agnes Mitterer kommuniziert mit den unterschiedlichsten Gruppen. „Das Thema Rohstoffabbau unter die Leute bringen, über Vor- und auch mal über die Nachteile zu informieren: Das macht mir großen Spaß.“ <<

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