Geo­informatiker/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Softwareentwicklerin, Projektleiterin

Tätigkeitsfelder:

Softwareentwicklung; IT-Koordination, -Organisation, -Management

Abgeschlossenes Studium in:

Geoinformatik

BERUFENET:

Geoinformatiker/in

Das Wichtigste ist, dass man genau zuhört und versteht, was der Kunde mit der Software machen möchte.

Auf in die dritte Dimension

Die Geoinformatikerin Christiane Radies (27) zeigt ihren Kunden, wie sie geografische Informationen analysieren, organisieren und mit anderen Personen teilen können. Ihre Software verwandelt Baupläne in dreidimensionale Welten.

Geodaten sind das Spezialgebiet der Esri Deutschland GmbH, bei der die Geoinformatikerin Christiane Radies arbeitet. Das Unternehmen bietet Software an, mit der sich Geodaten von Straßen, Häusern oder Bergen auf vielfältige Weise verarbeiten und visualisieren lassen. Heraus kommen Karten zur Navigation, von einfachen Auskunftssystemen bis hin zu komplexen Spezialanwendungen, mit denen man zum Beispiel Bevölkerungs- und Konsumentendaten einer bestimmten Region aufbereiten kann. Ebenso lassen sich mit den Produkten zwei- und dreidimensionale Karten mit interaktiven Funktionen ausstatten.

Kunden überzeugen, Anwender schulen

Wenn die 27-Jährige auf einer ihrer vielen Dienstreisen – sie ist mindestens einmal pro Woche in ganz Deutschland unterwegs – einen Kunden besucht, muss sie erst einmal herausfinden, welches Produkt am besten zu dessen Vorstellungen passt. „Das Wichtigste ist, dass man genau zuhört und versteht, was der Kunde mit der Software machen möchte.“ Anschließend schlägt sie ein Produkt vor und zeigt auf, welche Anwendungen möglich sind.

Dafür braucht sie fundierte Produktkenntnisse, um auch spontan auf Sonderwünsche reagieren zu können. Ebenso wichtig ist es, dass sie den Mitarbeitern des Kunden erklären kann, wie die Software funktioniert: „Manchen geht es zu langsam, anderen zu schnell. Es ist wichtig, dass man auf alle Teilnehmer eingeht“, betont sie. Zu ihren Kunden gehören Vermessungsämter, Gemeinden und Ingenieurbüros, ebenso Flughäfen und Windanlagenbetreiber – und nicht zuletzt Versicherungen und Banken, die etwa die Kaufkraft potenzieller Kunden ermitteln wollen.

Überraschung in 3-D

Neben diesen Aufgaben im technischen Vertrieb und der Anwenderschulung ist Christiane Radies am Unternehmensstandort im bayerischen Kranzberg auch selbst an der Entwicklung der Applikationen beteiligt. Ihr Spezialgebiet ist die dreidimensionale Darstellung: Sie schreibt Algorithmen, mit deren Hilfe Konstruktionspläne Gestalt annehmen. So werden räumliche Zusammenhänge leichter begreifbar. Christiane Radies nennt ein Beispiel: „Ein Planungsbüro hatte zweidimensionale Baupläne für eine Neubausiedlung erstellt. Auf den Plänen wirkte das Arrangement durch die vielen Grünflächen sehr stimmig. Wir sollten die Pläne in dreidimensionale Modelle übersetzen.“ Das Ergebnis überraschte: „Beim Gang durch das 3-D-Modell hat man förmlich gespürt, dass durch die mehrgeschossigen Gebäude eine Enge entstanden ist, die in den 2-D-Plänen so nicht zum Vorschein kam.“ Sie nennt einen weiteren Vorteil der digitalen Aufbereitung. „Wir können zum Beispiel veranschaulichen, zu welcher Tageszeit welche Grünflächen im Schatten liegen.“ <<

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