Geo­graf/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Projektleiterin Städtebauförderung, Soziale Stadtentwicklung

Tätigkeitsfelder:

Wissenschaftliche Forschung; Stadt-, Regional-, Verkehrsplanung

Abgeschlossenes Studium in:

Geografie

BERUFENET:

Geograf/in

Interessant, wie städtebauliche und soziale Projekte vor Ort umgesetzt werden.

Für ein gutes Zusammenleben

Die städtebauliche und soziale Entwicklung von Städten und Stadtteilen steht im Fokus der Arbeit von Juliane Wagner (35). Die Geografin betreut Forschungsprojekte und reist dafür auch quer durch Deutschland.

Wie können deutsche Städte grüner werden? Wie können Grünflächen erhalten und verbessert werden, wie können bei Neubauprojekten auch Erholungsflächen eingeplant werden? Mit diesen Fragen setzt sich Juliane Wagner, die im Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) in Bonn arbeitet, in einem ihrer aktuellen Projekte auseinander. „Im Institut forschen wir zu Themen, die für die Entwicklung der Städte von Bedeutung sind. Wir schauen, wie Städte Aufgaben wie Integration, Anpassung an den Klimawandel oder umweltschonende Mobilität umsetzen“, erklärt die 35-Jährige. Die Forschungsaufträge bearbeitet das Institut selbst oder vergibt sie an Forschungsunternehmen. An großen Forschungsprojekten können auch Städte teilnehmen: „Die Kommunen sind sozusagen Praxislabore, in denen wir neue Ideen in der Stadtentwicklung erproben.“

Häufige Dienstreisen

Als Projektleiterin hält Juliane Wagner die Fäden in der Hand. Nachdem ein Thema feststeht, entscheidet sie, auch im Austausch mit Kollegen, welche Forschungsmethode angewendet werden soll. Sie bereitet die Ausschreibungen vor und prüft die Bewerbungen der Forschungsbüros. Sie führt Verhandlungen und inhaltliche Gespräche mit den beteiligten Partnern und betreut dann die Forschungsprojekte.

Während der Projektlaufzeit stimmt sich Juliane Wagner regelmäßig mit den Kollegen im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) ab. Häufig reist die Geografin zu Veranstaltungen oder in die Modellstädte in ganz Deutschland. „Für mich ist es sehr interessant, wie städtebauliche und soziale Projekte vor Ort umgesetzt werden.“

Im Beruf kann sie ihr Wissen aus dem Studium sehr gut anwenden – sie hat Geografie mit dem Schwerpunkt Stadtentwicklung sowie Psychologie und Soziologie im Nebenfach an der Humboldt Universität zu Berlin studiert. Ihre Kollegen sind Absolventen aus den Fächern Stadt- und Regionalplanung, Soziologie, Volkswirtschaftslehre, Architektur oder Politikwissenschaft.

Fünf bis acht Projekte pro Jahr

Neben dem Fachwissen aus dem Studium nennt Juliane Wagner selbstständiges und strukturiertes Arbeiten, Teamfähigkeit und Eigeninitiative als wichtige Qualifikationen für eine Tätigkeit in ihrem Arbeitsbereich. „Außerdem sollte man kommunikativ sein und in der Lage, Vorträge oder kleinere Ansprachen zu halten, teilweise auch auf Englisch.“ Auch Artikel schreibt Juliane Wagner regelmäßig. In arbeitsintensiven Phasen macht sie gelegentlich Überstunden, insgesamt sind die Arbeitszeiten jedoch arbeitnehmer- und familienfreundlich. Juliane Wagner schätzt die Vielseitigkeit ihres Berufs und sieht deshalb ihre berufliche Zukunft in dem Institut. Fünf bis acht Projekte bearbeitet sie jährlich – zu unterschiedlichsten Themen und mit immer neuen Partnern.

Nach dem Studium hat sie selbst bei einem Forschungsbüro gearbeitet, bevor sie die Seiten wechselte. Weitere berufliche Alternativen wären Tätigkeiten in der Forschung an Universitäten, bei Stiftungen, aber auch bei Immobilienunternehmen oder im Quartiersmanagement. <<

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