Game­designer/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Gamedesigner

Tätigkeitsfelder:

Mediendesign; Softwareentwicklung

Abgeschlossenes Studium in:

Medieninformatik

BERUFENET:

Gamedesigner/in

Meine Aufgabe ist es, ähnlich wie bei einem Film, ein Drehbuch zu schreiben.

Mit Fantasie und analytischem Verstand

Kommen User bei einem seiner Spiele ins Knobeln oder haben einfach nur Spaß, hat Marcel Zons (30) alles richtig gemacht. Der Gamedesigner entwickelt Spiele für Computer und Mobilgeräte.

Beruflich lebt Marcel Zons in einer Fantasiewelt: Als Gamedesigner baut er virtuelle Städte auf und schlüpft in unterschiedliche Charaktere. Seit dreieinhalb Jahren arbeitet der 30-Jährige bei Innogames in Hamburg. Das Unternehmen ist auf Strategie- und Rollenspiele spezialisiert. Mit Kreativität allein ist es dabei aber nicht getan. Vielmehr braucht er für seine Arbeit analytisches Denken und viel Verständnis für Mathematik. Außerdem muss er sich in die unterschiedlichen Nutzer hineinversetzen können.

Vom Drehbuch zum Spiel

„Die Games werden immer in Teamarbeit entwickelt“, berichtet Marcel Zons. „Meine Aufgabe ist es, ähnlich wie bei einem Film, ein Drehbuch zu schreiben.“ Darin werden die Spielregeln festgelegt, also die Handlungsmöglichkeiten für die Spieler beschrieben. Das Regelbuch dient auch als Vorlage für die Entwickler, die das Spiel programmieren, und für die Grafiker, die für die optische Aufmachung verantwortlich sind.

„Viele Spieler bleiben bei Strategie- und Rollenspielen mehrere Monate am Ball“, weiß der Gamedesigner. Er muss daher verschiedene Raffinessen einbauen, damit seine Spiele auch auf Dauer spannend bleiben. Ideen braucht er außerdem für die kostenpflichtigen Features der ansonsten „Free-to-play“-Games. Die Spieler sind schließlich nur bereit, etwas zu bezahlen, wenn sie in einer Spielerleichterung oder Zeitersparnis einen echten Nutzen sehen. Marcel Zons muss dafür auch einen angemessenen Preis festlegen.

Abstimmen mit Kollegen

Bis ein Spiel fertig ist, dauert es ein bis drei Jahre; während der Entwicklungszeit gibt es immer wieder Verbesserungsbedarf. Alte Ideen werden verworfen, neue kommen hinzu. „Dieser Prozess setzt Kommunikationstalent voraus“, erklärt Marcel Zons. „Ich verbringe nur etwa die Hälfte meiner Arbeitszeit direkt mit dem Gamedesign. Die übrige Zeit bin ich im Haus unterwegs, um mich mit Kollegen abzustimmen oder die nächsten Arbeitsschritte zu koordinieren.“ Bei jedem Projekt werden die Teams neu zusammengewürfelt, häufig sogar international. „Gute Englischkenntnisse sind deshalb unverzichtbar.“

Bei seiner Arbeit profitiert Marcel Zons von seinem Studium der Medieninformatik an der FH Flensburg. „Selbst programmieren zu können ist zwar keine Voraussetzung für den Beruf, aber hilfreich, wenn ich eine eigene Idee mal eben testen möchte.“ Auch die Studiengänge Gamedesign und Interactiondesign oder eine Ausbildung zum Gamedesigner sind gute Voraussetzungen für den Beruf.

Mit Kommilitonen hat Marcel Zons schon früh an einer Spielidee gefeilt. Am Ende haben sie damit zwar nicht die Marktreife erreicht. Aber es hat dem Studenten die Tür zur Festanstellung geöffnet. Wie fast alle Kollegen liebt es der Gamedesigner, selbst zu zocken. Dabei holt er sich auch Inspirationen für seine Arbeit. Er hofft, dass ihm irgendwann einmal der große Wurf gelingt: „Ich möchte einmal ein Spiel mit einem Budget von mehr als 50 Millionen Euro umsetzen.“ <<

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