Forst­wirt/in (Hoch­schule)

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Försterin; Sachbearbeiterin für Waldbau, Waldschutz und Forsteinrichtung

Tätigkeitsfelder:

Forst- und Jagdwirtschaft, Landschaftspflege; Öffentliche Verwaltung

Abgeschlossenes Studium in:

Forstwirtschaft

BERUFENET:

Forstwirt/in (Hochschule)

Wir sind verantwortlich für die Betriebsführung, sind Schnittstelle zum Umweltministerium und koordinieren forstamtsübergreifende Projekte.

Kompetenz in Sachen Wald

Als Sachbearbeiterin für Waldbau und Waldschutz unterstützt die Försterin Julia Malin Hansen (30) die hessischen Forstämter bei Fragen rund um die Waldpflege und den Zustand der Wälder.

Julia Malin Hansen hat Forstwissenschaften studiert und arbeitet als Sachbearbeiterin für Waldbau, Waldschutz und Forsteinrichtung bei Hessen-Forst, einem Landesbetrieb, der die hessischen Wälder bewirtschaftet und schützt. „Wir sind verantwortlich für die Betriebsführung, sind Schnittstelle zum Umweltministerium und koordinieren forstamtsübergreifende Projekte“, erläutert die 30-Jährige. Als Försterin hat Julia Malin Hansen damit einen sehr speziellen Aufgabenbereich – die allermeisten ihrer Kolleginnen und Kollegen leiten eine Revierförsterei, wo sie etwa die Holzernte vorbereiten, neue Pflanzungen koordinieren, Waldpflegemaßnahmen planen oder die Jagd ausüben.

Pflanzenbedarf ermitteln

Einen großen Raum nehmen bei ihrer Arbeit die „Forsteinrichtungswerke“ ein: „Für jedes hessische Forstamt werden solche Betriebsplanungen erstellt“, erklärt sie. „Die sind dann die Grundlage für die Bewirtschaftung in den kommenden zehn Jahren. Auf meinem Schreibtisch laufen viele Informationen zum Stand der Bearbeitung zusammen: erfasste Daten der Servicestelle für Forsteinrichtung, Kommentare zu Berichten, Abstimmungsergebnisse.“ Es ist ein Prozess mit vielen Akteuren, in den natürlich auch die Betriebsleitung und die jeweiligen Forstamtsleitungen eingebunden sind. Daneben hat Julia Malin Hansen zahlreiche weitere Aufgaben. Beispielsweise ermittelt sie, wie viele Pflanzen für neue Kulturen benötigt werden. Auch spezielle Anfragen des Umweltministeriums bearbeitet sie – etwa wenn das Ministerium Informationen über Waldbrände anfordert oder wissen will, wo der Wald gekalkt werden muss.

Für ihren Arbeitsalltag bedeutet das: sehr viel telefonieren und E-Mails schreiben, aber auch zu den Forstämtern fahren und sich vor Ort ein Bild von der Lage machen. „Wichtig ist, dass man den Überblick behält, sich selbst sehr gut organisieren kann und die Aufgaben nach Prioritäten einteilt“, betont sie. Grundsätzlich sind für ihren Beruf Organisationsgeschick und Freude an der Arbeit mit und in der Natur nötig. Termine vor Ort muss sie auch bei Regen oder Schneefall wahrnehmen.

Vielfältige Aufgaben

Auch wenn Julia Malin Hansen eine sehr spezielle, von Büroarbeit geprägte Aufgabe wahrnimmt: Eigentlich ist sie Försterin. Voraussetzung für den Beruf ist ein Bachelor- oder Diplomabschluss in einem forstwirtschaftlichen Studiengang sowie der einjährige Vorbereitungsdienst für den gehobenen Forstdienst. Früher mündete der Vorbereitungsdienst automatisch in ein Beamtenverhältnis – das ist heute nicht mehr so. Nur in Ausnahmefällen, etwa bei Stellen im Ministerium, sind noch Verbeamtungen üblich. In der Regel werden die Absolventen nach dem Vorbereitungsdienst in der Forstverwaltung angestellt.

Sie selbst hat nach dem Abschluss zunächst in einem Forstamt gearbeitet, bevor sie in die Landesbetriebsleitung wechselte: „Als Försterin oder Förster kann man vielfältige Aufgaben übernehmen, wobei der Regelfall die Leitung eines Forstreviers ist. Alternativ kann man spezielle Aufgaben im Naturschutz, der Forsttechnik oder IT wahrnehmen oder – eben wie in meinem Fall – in der Landesbetriebsleitung tätig sein.“ <<

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