Fonds­manager/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Fondsmanager

Tätigkeitsfeld:

Versicherungs- und Finanzdienstleistungen

Abgeschlossenes Studium in:

Betriebswirtschaft

BERUFENET:

Fondsmanager/in

Bei meinen Entscheidungen darf ich mich nicht von kurzfristiger Euphorie oder Nervosität anstecken lassen.

Finanzmärkten die Komplexität nehmen

Als Fondsmanager analysiert Christoph Schmidt (34) täglich die Märkte und entscheidet anhand vieler Informationen, wie er die von ihm betreuten Fonds im aktuellen Marktumfeld ausrichten will.

Schon während der Schulzeit interessierte sich Christoph Schmidt für Kapitalmärkte und sammelte erste Börsenerfahrungen mit dem Kauf und Verkauf von Aktien. „Ich hatte schon früh den Beruf Fondsmanager vor Augen und habe deshalb an der Universität Bayreuth Betriebswirtschaft mit Spezialisierung auf Finanzwirtschaft studiert“, berichtet der Fondsmanager, der nach seinem Diplomabschluss bei der Vermögensverwaltung der Deutschen Bank, der Deutschen Asset Management, eingestiegen ist. „Anfangs war ich als Analyst für Industrie- und Pharmatitel zuständig und bin darüber an das Fondsmanagement herangeführt worden“, so Christoph Schmidt. Heute betreut er eigene Fonds und ist für alle Entscheidungen selbst verantwortlich.

Informationsflut verarbeiten


Um seine Entscheidungen zu treffen, muss der 34-Jährige eine Vielzahl von Informationen verarbeiten: Quartalsberichte von Unternehmen, allgemeine Entwicklungen einer Branche, Meinungen von Spezialisten im eigenen Haus und von externen Analysten und Strategen der Investmentbanken, Gespräche mit Unternehmensvertretern, politische Ereignisse oder auch Naturkatastrophen. „Bei meinen Entscheidungen darf ich mich nicht von kurzfristiger Euphorie oder Nervosität anstecken lassen, sondern muss einschätzen, wie sich das alles mittel- bis langfristig auf die Werte in meinem Fonds auswirkt: Fallen oder steigen die Aktien, Anleihen oder Währungen jetzt langfristig? Verkaufe ich? Kaufe ich nach? Warte ich ab?“ 


Viel Zeit verbringt Christoph Schmidt vor dem Computer, aber auch der Austausch mit Analysten oder anderen Fondsmanagern ist wichtig. Regelmäßig besucht er internationale Konferenzen oder schaut sich in einem Unternehmen etwa die Produktionsprozesse an, um ein Geschäftsmodell noch besser zu verstehen. Generell sind auch Auslandseinsätze im internationalen Fondsgeschäft möglich. Wenn es nicht zu unvorhersehbaren Ereignissen kommt, die Einfluss auf die Kapitalmärkte haben, hat der Fondsmanager einen geregelten Arbeitstag. „Allerdings denke ich häufig auch nach Feierabend über eine Investitionsentscheidung nach. Schließlich haben wir stetig Druck, dass sich unsere Fonds im Wettbewerbsvergleich gut schlagen sollen.“ 


Wirtschaftswissen sehr wichtig


Eine hohe Belastbarkeit ist daher auch eine Grundvoraussetzung für den Beruf des Fondsmanagers. „Der Erfolg unseres Tuns ist schließlich sofort an der Entwicklung unseres Fonds ablesbar.“ Er muss wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen, Meinungen kritisch hinterfragen „und auch mal gestandenen Unternehmenslenkern auf den Zahn fühlen“. Die meisten Kollegen haben einen wirtschaftlichen Hintergrund, sind zum Beispiel Betriebswirte oder Volkswirte, es gibt aber auch ganz andere Abschlüsse, etwa Physik. Bei Branchenfonds arbeiten auch mal Spezialisten, beispielsweise Mediziner, die sich in die wirtschaftlichen Themen einarbeiten und dann Pharmafonds leiten. Ein alternatives Betätigungsfeld für Christoph Schmidt wäre der Bereich Private Equity, also privates Beteiligungskapital, gewesen. Darüber hinaus stehen ihm als Betriebswirt viele Bereiche in Unternehmen offen. <<

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