Film­editor/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Filmeditor

Tätigkeitsfeld:

Theater-, Film- und Fernsehproduktion

Abgeschlossenes Studium in:

Editing Bild und Ton

BERUFENET:

Filmeditor/in

Ob ich ein Bild etwas länger stehen lasse oder schnell zum nächsten wechsle, ergibt jeweils eine völlig andere Stimmung.

Gefühl für Bild und Rhythmus

Ob ein Zuschauer gefesselt ist vom Bildschirmgeschehen, hängt auch davon ab, welche Filmmomente Jan Henrik Pusch (29) ausgesucht hat. Der Editor sichtet, schneidet und montiert das Material für Spielfilme oder Fernsehserien.

Szenen wie eine Verfolgungsjagd sind rasant und spannungsgeladen. Wenn dagegen ein totes Mädchen aus dem Fluss geborgen wird, folgen ruhige, berührende Momente: Jan Henrik Pusch schneidet unter anderem Filme für TV-Krimiserien wie „Alarm für Cobra 11“ oder „Unter anderen Umständen“. Es geht dabei um mehr als ein Zusammenfügen von Bildern. In Absprache mit der Regie gestaltet der Filmeditor Rhythmus und Dramaturgie, schreibt gewissermaßen die Geschichte mit.

Die besten Momente finden

Als projektbezogener Angestellter arbeitet Jan Henrik Pusch für verschiedene Auftraggeber, die ihn jeweils für die Produktionsphase einstellen. Zur Vorbereitung liest er das Drehbuch des geplanten Filmes und führt erste Gespräche mit der Regie. Während der Dreharbeiten bekommt er dann täglich das neue Rohmaterial angeliefert, das von seinem Assistenten geprüft, synchronisiert und aufbereitet wird.

Am Computer sichtet der Filmeditor das Material und beginnt mit der Auswahl der passenden Einstellungen und ihrer Montage zu Szenen und Sequenzen. Mit seiner Schnittsoftware bringt er jede Einstellung in die gewünschte Reihenfolge und auf die ideale Länge. Es spielen dabei viele Aspekte eine Rolle: Schauspiel, Kameraführung, Licht, Kostüm und vor allem die Gesamtwirkung des Bildes. „Bei der Auswahl ist entscheidend, was die Bilder mir sagen und was ich dabei empfinde“, beschreibt Jan Henrik Pusch sein Vorgehen. „Manchmal ist es nur ein Windhauch, der einem Darsteller durchs Haar fährt und damit die gewünschte Aussage unterstreicht.“ Ein Blick für Details ist maßgeblich für die Qualität seiner Arbeit, genauso wie ein Gefühl für Rhythmus. „Es geht nicht nur um das, was das Bild zeigt, sondern auch um das Tempo. Ob ich ein Bild etwas länger stehen lasse oder schnell zum nächsten wechsle, ergibt jeweils eine völlig andere Stimmung und Aussage.“ Genauso erfordern die Aufgaben ein gewisses technisches Verständnis und eine Kenntnis aktueller Entwicklungen, etwa der Möglichkeiten, die mit der zunehmenden Digitalisierung auch in die Filmbranche eingezogen sind.

Im Team mit der Regie

Die erste Schnittfassung eines Films fertigt Jan Hendrik Pusch meistens nach eigenem Ermessen an und legt sie der Regie vor. „Dann arbeiten wir zusammen, tauschen uns aus und versuchen, eine gemeinsame Linie zu finden. Dabei werden auch andere Teammitglieder wie zum Beispiel der Komponist mit einbezogen.“ Sein Handwerk hat er im Bachelorstudium Editing Bild und Ton an der Internationalen Filmschule in Köln gelernt, einer privaten Hochschule, die mit der FH Köln kooperiert. „Dabei bin ich in erste Projekte hineingewachsen und über meine Professorin an erste Aufträge gekommen.“

Jan Henrik Pusch hat bislang hauptsächlich im fiktionalen Bereich gearbeitet und neben Spielfilmen auch schon an einigen Serien mitgewirkt. „Viele spezialisieren sich auf ein Genre, doch ich kann mir gut vorstellen, auch in andere Bereiche zu gehen und zum Beispiel Dokumentarfilme, Magazinbeiträge oder andere nicht-fiktionale Filme zu schneiden.“ <<

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