Fach­tier­arzt/-ärztin

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Angehender Fachtierarzt – Rind

Tätigkeitsfeld:

Ärztliche Diagnostik und Therapie

Abgeschlossenes Studium in:

Tiermedizin

BERUFENET:

Fachtierarzt/-ärztin

Kontinuierliches Gesundheitsmonitoring bei Beständen mit Hunderten von Tieren ist etwas ganz anderes, als einzelne Haustiere zu behandeln.

Operation Rind

Seit dem Abschluss seines Tiermedizin-Studiums bildet sich Hendrik Müller (27) zum Fachtierarzt für Rinder weiter. Er behandelt die Tiere in der Klauentierklinik und betreibt Gesundheitsmonitoring in landwirtschaftlichen Großbetrieben.

Schon während seines Studiums der Tiermedizin an der Universität Leipzig hat Hendrik Müller sich besonders für Rinder interessiert. Im Anschluss an seine Approbation begann er deshalb für die sogenannte „Funktionseinheit Klauentiere“ der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig zu arbeiten – und startete wenige Monate später dort auch mit der Weiterbildung zum Fachtierarzt für Rinder. „Sie zählen zu den am weitesten verbreiteten Nutztieren – da hat man als Fachtierarzt auch mit großen und modernen landwirtschaftlichen Betrieben zu tun“, erzählt der 27-Jährige. „Kontinuierliches Gesundheitsmonitoring bei Beständen mit Hunderten von Tieren ist etwas ganz anderes, als einzelne Haustiere zu behandeln.

Diagnostik und Operationen

Ist ein Tier erkrankt, bringen die Landwirte die Rinder entweder selbst in die Klauentierklinik oder lassen sie mit einem der klinikeigenen Transporter abholen. Je nachdem, ob er gerade im Diagnostik-, im Behandlungs- oder im Operationsteam arbeitet, untersucht Hendrik Müller die Rinder dann beispielsweise mittels Ultraschall- oder Röntgenaufnahmen oder nimmt Operationen an den Tieren vor, etwa an den inneren Organen oder den Gliedmaßen.

Neben der fachlichen Kompetenz kommt es in seinem Beruf auf ausgeprägte Kommunikationsstärke an. So muss er den Tierpflegern und tiermedizinischen Fachangestellten präzise Anweisungen geben. Der Umgang mit den großen Tieren ist oft körperlich anstrengend, außerdem muss Hendrik Müller zeitlich flexibel sein. „Besonders wenn wir Betriebe besuchen, etwa um einen Heilungsprozess zu überwachen, kann der Arbeitstag auch mal länger werden“, sagt er. „Außerdem sind wir im Wechsel als Notdienst eingeteilt, arbeiten also auch mal abends oder an Wochenenden.“ Die Arbeit für Agrarbetriebe erfordert zudem ein Verständnis der Produktionsabläufe. „Da kann ich nicht nur das Einzeltier behandeln, sondern muss Lösungen finden, die den Landwirt auch finanziell und personell nicht zu sehr belasten.“

Strenge Hygienevorschriften

Bei seinen Aufgaben hält sich der Tierarzt an strenge gesetzliche Hygienevorgaben. „Schließlich behandeln wir Tiere aus verschiedenen Beständen in unserer Klinik. Ich muss ausschließen, dass sich Seuchen ausbreiten.“ Deshalb trägt er besondere Arbeits- und Schutzkleidung wie Stiefel und Gummischürzen und achtet auf regelmäßiges Waschen und Desinfizieren, wenn er innerhalb der Klinik von einem Tier zum nächsten wechselt.

Auch im Ausland könnte Hendrik Müller praktizieren, wenn auch teils mit Einschränkungen. „EU-weit ist unsere Approbation anerkannt. Außerhalb davon gelten teils besondere Regelungen und zusätzliche Vorgaben, da sollte man sich gut informieren“, empfiehlt er. Außer der Klinik kämen auch eine Landtierpraxis, der Rindergesundheitsdienst oder ein Veterinäramt als mögliche Arbeitsbereiche infrage. Hendrik Müller hat nun bereits das dritte von insgesamt vier Jahren Weiterbildung erreicht und schreibt parallel dazu seine Doktorarbeit. <<

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