Fach­anwalt/-anwältin

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Fachanwalt für Arbeitsrecht

Tätigkeitsfeld:

Rechtsberatung, -dienstleistungen

Abgeschlossenes Studium in:

Rechtswissenschaften

BERUFENET:

Fachanwalt/-anwältin

Ich berate die Personalabteilungen von Unternehmen zum Beispiel bei der Gestaltung von Arbeitsverträgen.

Experte in seinem Fachgebiet

Léon Wolters (32) hat seine Weiterbildung zum Fachanwalt für Arbeitsrecht erfolgreich abgeschlossen und darf den Titel bald tragen. Seine Mandanten sind die Personal- und Rechtsabteilungen von Unternehmen.

Das Feld Arbeitsrecht hat der Volljurist von der Philipps-Universität Marburg schon während seines Referendariats kennengelernt: Eine der Stationen, die ein Referendar durchläuft, verbrachte er in der international tätigen Wirtschaftskanzlei Beiten Burkhardt, die nach dem Referendariat sein fester Arbeitgeber wurde. In der Kanzlei hat er auch die erforderliche Berufserfahrung gesammelt: Ein Anwärter auf den Fachanwalt für Arbeitsrecht muss mindestens drei Jahre Praxis sowie 100 Fälle aus seinem Rechtsgebiet nachweisen – in anderen Rechtsgebieten werden teils mehr, teils weniger Berufserfahrung und Fälle vorausgesetzt. Außerdem musste der Jurist bei einem Weiterbildungsanbieter Kurse belegen und drei Klausuren bestehen, bevor er bei der Rechtsanwaltskammer seinen Titel „Fachanwalt für Arbeitsrecht“ beantragen konnte.

Beratend zur Seite stehen

Von München aus betreut Léon Wolters deutschlandweit verschiedene Mandanten aus unterschiedlichen Branchen. „Ich berate die Personalabteilungen von Unternehmen zum Beispiel bei der Gestaltung von Arbeitsverträgen oder Bonusgehaltssystemen, aber auch bei Abmahnungen, Kündigungen oder Personalabbau“, erklärt Léon Wolters. Auch bei der Auseinandersetzung mit Betriebsräten steht er beratend zur Seite. Für seine Arbeit fährt er regelmäßig zu den Mandanten, oder er vertritt sie als Anwalt vor Gericht. Abend- und Wochenendarbeit fallen dabei selten an. „Etwa 60 Prozent der Arbeitszeit verbringe ich in meinem Büro, zum Beispiel, um Schriftsätze etwa für Gerichte und Behörden anzufertigen, um mich auf Gerichtstermine vorzubereiten oder Mandanten telefonisch oder per E-Mail zu beraten. Hierzu gehört auch die Recherche in Datenbanken nach Urteilen und Kommentierungen“, so der Jurist. Dabei wird er von einem Team aus Rechtsanwaltsfachangestellten und -fachwirten unterstützt.

Schnelle Entscheidungen

„Als Anwalt im Arbeitsrecht muss man gut auf Menschen zugehen und mit ihnen kommunizieren können“, sagt Léon Wolters. „Ich muss schnell Entscheidungen treffen und dabei lösungsorientiert sowie sehr sorgfältig arbeiten.“ Außerdem hilft es, schon vom Studium an Interesse an gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zusammenhängen zu haben. Ein Studienschwerpunkt im angestrebten Rechtsgebiet ist nicht zwingend notwendig, aber hilfreich. Léon Wolters Kollegen sind alle Volljuristen, denn ein Jurastudium ist Voraussetzung für die Arbeit als Fachanwalt. „Alternativ hätte ich mit meinem Abschluss auch in einem Unternehmen, in einer Behörde, bei einem Arbeitgeberverband, als Richter oder Staatsanwalt arbeiten können. Mir gefällt jedoch die Vielfalt der Mandanten aus den unterschiedlichsten Branchen am besten.“

Übrigens: Im Ausland zu arbeiten ist als Fachanwalt für Arbeitsrecht eher schwierig, weil man sich in der Weiterbildung vor allem mit dem deutschen Arbeitsrecht auseinandersetzt. Bei anderen Fachanwaltschaften, die auch grenzüberschreitendes Recht behandeln, ist es mitunter einfacher. <<

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