Fach­angestellte/r für Medien- und Informations­dienste – Bibliothek

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Fachangestellte für Medien und Informationsdienste – Fachrichtung Bibliothek

BERUFENET:

Fachangestellte/r für Medien- und Informationsdienste – Bibliothek

Wir wollen dem Nachwuchs die Bibliothek als Erlebnisort näherbringen.

Von Menschen und Büchern

Sie ist Ansprechpartnerin für die Bibliotheksbesucher, organisiert die internen Abläufe und setzt sich für die Leseförderung von Kindern ein: die ausgebildete Fachangestellte für Medien und Informationsdienste Cornelia Pohl (27).

Bereits lange bevor sich die Türen für die Besucher öffnen, trifft Cornelia Pohl an ihrem Arbeitsplatz ein, um in der Stadtteilbibliothek Köln-Ehrenfeld Vorbereitungen für den Tag zu treffen. „In dieser Zeit bearbeite ich zum Beispiel Kundenbestellungen, die von anderen Filialen eingetroffen sind, oder hauseigene Medien, die anderswo zurückgegeben wurden und nun per Kurier wieder bei uns eingetroffen sind“, nennt sie typische Aufgaben. Auch Zeitschriftenabonnements verwaltet sie: Die 27-Jährige prüft, ob alle bestellten Magazine eingetroffen sind und pflegt sie in den Bestand ein.

Freude am Lesen wecken

Im Anschluss ist Cornelia Pohl ganz für die Kunden da. Sie berät, recherchiert die gewünschten Titel, gibt Tipps zur Nutzung der Bibliothek und nimmt ausgeliehene Medien entgegen. Bei fast all ihren Tätigkeiten nutzt sie die bibliothekseigene Software sowie sogenannte RFID-Technologie: Jedes Medium ist mit einem Mikrochip ausgestattet, der bei der Ausleihe und Rückgabe digital auf einer im Tisch eingelassenen Platte erfasst wird.

Das Bild der „stillen Bibliothek“, in der man lediglich flüstern durfte, gehört der Vergangenheit an. Das zumindest ist ihre Erfahrung: „Unsere Bibliothek ist ein lebendiger und kommunikativer Ort, an dem es für uns Angestellte darauf ankommt, zielgruppenorientiert zu arbeiten“, sagt sie. „Auch sollte man kreativ und aufgeschlossen für neue Entwicklungen sein und Teamfähigkeit mitbringen.“

Besondere Freude bereitet Cornelia Pohl die Arbeit mit den jüngsten Kunden. Regelmäßig stehen der „Leseclub“ mit Kindern und außerdem Kita- und Klassenführungen an, die sie vorbereitet und begleitet. „Wir wollen dem Nachwuchs die Bibliothek als Erlebnisort näherbringen und die Leseförderung unterstützen.“ Konzepte für solche Veranstaltungen entwickelt sie zusammen mit Kolleginnen und Kollegen: „Wir haben die Möglichkeit, Projektgruppen zu verschiedenen Themen zu bilden und hier unsere persönlichen Stärken einzubringen.“ Aktuell wirkt sie beispielsweise an einem Projekt für die interne Kommunikation mit: „Wir bauen ein bibliotheksinternes Wiki auf.“

Ausbildung plus Studium

Dass sie sich nach dem Abitur gegen ein Studium und für eine Berufsausbildung entschieden hat, hatte ganz pragmatische Gründe: „Ich wollte praktisch arbeiten, am liebsten im Umgang mit Büchern und Menschen.“ Während der betrieblichen Phasen der dualen Ausbildung zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste lernte sie alle Filialen der Stadtbibliothek kennen und durfte die Juniorbibliothek leiten – eine Filiale, die alle Auszubildenden eigenständig organisieren. Die für ihren Beruf notwendigen theoretischen Kenntnisse erwarb sie an der Berufsschule.

Dafür, dass die Entscheidung gegen ein Studium keine endgültige sein muss, ist Cornelia Pohl selbst ein gutes Beispiel: Sie hat mittlerweile berufsbegleitend einen Bachelor im Fach Medienwirtschaft und Medienmanagement an der FH Nordhessen erworben. Damit stehen ihr nun weitere berufliche Wege offen. <<

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