Erziehungs­berater/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Erziehungsberaterin

Tätigkeitsfeld:

Sozialberatung, -arbeit

Abgeschlossenes Studium in:

Soziale Arbeit

BERUFENET:

Erziehungsberater/in

Kinder brauchen Klarheit und Verlässlichkeit.

Das Wohl des Kindes im Blick

Wenn Kinder sexueller Gewalt oder anderen Extremsituationen ausgeliefert waren, brauchen sie und auch die Familienangehörigen Hilfe. Die Sozialpädagogin Lisa Moßburger (29) berät Betroffene und ihre Eltern.

Lisa Moßburger trifft in ihrem Beruf auf Kinder und Familien in sehr schwierigen Situationen. Die Sozialpädagogin berät beispielsweise getrennt lebende Paare, bei denen es Konflikte um die Umgangsregeln in Bezug auf das gemeinsame Kind gibt. Zu ihren Klienten in der Beratungsstelle des Deutschen Kinderschutzbundes in Nürnberg gehören aber auch Kinder, die sexueller Gewalt ausgesetzt waren.

Oft begleitet die 29-Jährige die Betroffenen über mehrere Monate hinweg. „Mütter machen sich oft Vorwürfe, dass sie ihr Kind nicht besser vor sexuellem Missbrauch geschützt haben“, berichtet sie. „Hat der Missbrauch in der Familie stattgefunden, fragen sie sich, warum sie es nicht bemerkt haben.“ Sie zeigt Wege auf, wie Erwachsene mit dem Trauma eines Kindes umgehen und ihm helfen können, das Erlebte zu verarbeiten. „Einige Kinder zeigen Auffälligkeiten wie aggressives Verhalten, oder sie ziehen sich in sich selbst zurück. Andere können sich nicht mehr konzentrieren und driften regelrecht ab“, erzählt sie. „Dann kann es sinnvoll sein, Lehrkräfte mit ins Vertrauen zu ziehen. Solche Entscheidungen werden immer mit dem Kind besprochen, damit es sich nicht erneut ausgeliefert und ohnmächtig fühlen muss.“

Für Lisa Moßburger kommt es während des Beratungsprozesses darauf an, die Belastungen ihrer Klienten zu erkennen, sie richtig einzuschätzen und an die vorhandenen Ressourcen anzuknüpfen. Manchmal hilft sie Eltern dabei, einen Therapieplatz für ihr Kind zu finden.

Die Situation des Kindes verstehen

Ganz anders ist die Situation, wenn Eltern getrennt leben und darüber streiten, wer das gemeinsame Kind wie oft sehen darf. „Auch hierbei steht das Wohl des Kindes im Vordergrund“, betont Lisa Moßburger. „Die Eltern müssen lernen, die Konflikte, die sie miteinander haben, von dem zu unterscheiden, wie sie den Umgang mit dem Kind gestalten wollen. Kinder haben ein Recht auf beide Elternteile. Sie brauchen dabei Klarheit und Verlässlichkeit.“

Regelmäßiger Austausch im Team

Für ihre Arbeit braucht sie Einfühlungsvermögen und psychische Belastbarkeit. Außerdem muss sich die Sozialpädagogin abgrenzen und ihre eigenen Gefühle reflektieren können. Damit sie allen Ratsuchenden die bestmögliche Unterstützung geben kann, trifft sie sich einmal pro Woche mit ihren Kolleginnen im Team, um sich über die aktuellen Fälle auszutauschen. „Es ist wichtig, offen darüber zu sprechen, wie man in der Beratung vorgegangen ist, damit die Kolleginnen Feedback geben können.“ Zudem kommt alle sechs Wochen eine externe Fachkraft zur Supervision in die Beratungsstelle, um die Mitarbeiterinnen zu unterstützen.

Lisa Moßburger, die an der Evangelischen Hochschule Nürnberg Soziale Arbeit noch mit dem Abschluss Diplom studiert hat, hat bereits eine Zusatzausbildung zu einem bestimmten Beratungsansatz absolviert. „Auch meine Kolleginnen, die ebenfalls Sozialpädagoginnen sind, haben sich in dieser Richtung weitergebildet“, sagt sie. Mit ihrem Studienabschluss stehen ihr grundsätzlich alle Felder der Sozialen Arbeit offen – von der Kinder- und Jugendarbeit bis hin zur psychosozialen Betreuung älterer Menschen. <<

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