ERP–System­betreuer/in; Wirtschafts­informatiker/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

ERP-Systembetreuer

Tätigkeitsfeld:

IT-Systemadministration

Abgeschlossenes Studium in:

Wirtschaftsinformatik

BERUFENET:

ERP–Systembetreuer/in; Wirtschaftsinformatiker/in

Ein ERP-System ist das IT-Rückgrat einer Firma.

Operieren am IT-Rückgrat

ERP-Systembetreuer Martin Haselbek (30) trägt die Verantwortung für das komplexe IT-System seines Arbeitgebers. Er spielt Updates auf, behebt Fehler und ist Ansprechpartner für seine Kollegen.

Viele Unternehmen steuern ihre Geschäftsprozesse am Computer über ein sogenanntes ERP-System. ERP bedeutet „Enterprise-Resource-Planning“ und steht für die Aufgabe, alle Ressourcen rechtzeitig und bedarfsgerecht zu planen, die ein Unternehmen zum Wirtschaften braucht – etwa Kapital, Material und Personal. „Ein ERP-System ist das IT-Rückgrat einer Firma“, sagt Martin Haselbek. Der 30-Jährige ist IT-Systemspezialist bei der BRZ Deutschland GmbH in Nürnberg, einem Unternehmen, das Informationstechnologie für die Baubranche entwickelt. Dort sorgt er dafür, dass das Computersystem reibungslos arbeitet. Er muss neue Programme einrichten und Updates installieren, zudem müssen die Anwender gut betreut werden.

Martin Haselbek durchlief im Unternehmen erst eine Ausbildung zum Fachinformatiker und absolvierte dann das berufsbegleitende Bachelorstudium in Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule für Oekonomie & Management (FOM) in Essen. „Ich hätte auch einfach Informatik studieren können“, sagt er. „Mir war aber auch das wirtschaftliche Fachwissen sehr wichtig, das in diesem Studium vermittelt wird, denn das brauche ich in meinen Beruf.“

Updates sorgfältig planen

Martin Haselbek muss das ERP-System auf dem neuesten Stand halten, ohne dabei die Arbeit der Anwender zu stören. Ein Datenverlust oder ein längerer Systemausfall würden Zeit und Geld kosten. „Ich plane darum sorgfältig, wann ich ein Update vornehme, wie lange unser IT-System nicht genutzt werden kann und wen ich wann darüber informieren muss“, erzählt Martin Haselbek. Damit er den regulären Betrieb möglichst wenig beeinträchtigt, spielt er die Updates im Idealfall außerhalb der Bürozeiten auf. Gelegentlich ist er also auch am späten Abend oder am Wochenende in der Firma. Bevor er Veränderungen am ERP-System vornimmt oder das komplette System beziehungsweise Teile davon austauscht, führt er einen Probedurchlauf in einer IT-Testumgebung durch.

Immer auf dem neuesten Stand

Neben der eigentlichen ERP-Systembetreuung übernimmt Martin Haselbek auch noch weitere Aufgaben im Unternehmen. So war er federführend an einer Studie beteiligt, die IT-Trends in der Baubranche ermittelte. Der IT-Spezialist ist Ansprechpartner für seine Kolleginnen und Kollegen, erklärt die Bedienung der Systeme und geht Fehlermeldungen nach. Manchmal sind auch seine Kenntnisse als Programmierer gefragt – etwa wenn er das System an die Bedürfnisse des Unternehmens anpassen muss.

Diesen Abwechslungsreichtum schätzt er an seiner Arbeit sehr – darum kommen andere berufliche Optionen wie etwa der Schritt in die Selbstständigkeit für ihn derzeit nicht infrage. Der 30-Jährige baut sein Fachwissen aus und arbeitet sich in neue Themen ein, was aufgrund der rasanten Entwicklung in der Informationstechnologie für einen ERP-Systembetreuer unumgänglich ist. Genauso wichtig wie Lernbereitschaft sind auch soziale Kompetenzen, etwa die Bereitschaft, zuzuhören: „Nur wenn ich die Leute verstehe, kann ich eine Brücke zwischen Anwender und IT schlagen“, sagt Martin Haselbek. <<

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