Epidemio­loge/­Epidemio­login

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Tätigkeitsfeld:

Wissenschaftliche Forschung

Abgeschlossenes Studium in:

Health Communication (Bachelor); Public Health (Master)

BERUFENET:

Epidemiologe/Epidemiologin

Ich habe über die Verbreitung von gesundheitlichen Risikofaktoren wie etwa Rauchen und Alkoholkonsum promoviert

Volkskrankheiten vorbeugen

Die Epidemiologin Stefanie Helmer (31) untersucht Faktoren wie Essgewohnheiten, Alkohol- oder Tabakkonsum, um Präventionsansätze gegen Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu entwickeln.

Stefanie Helmers hat an der School of Public Health der Universität Bielefeld nach ihrem Bachelor in Health Communication auch den Masterstudiengang Public Health absolviert. Von dort führen die Berufswege zum Beispiel in die Pharmaindustrie, zu Krankenkassen, Gesundheitsbehörden – oder in die Forschung: Stefanie Helmers arbeitet heute als Epidemiologin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS) in Bremen. „Ich habe mich im Studium auf Epidemiologie und Statistik spezialisiert und später über die Verbreitung von gesundheitlichen Risikofaktoren wie etwa Rauchen und Alkoholkonsum promoviert“, erzählt die 31-Jährige.

Gesundheitsstudien gegen Volkskrankheiten

Am Institut laufen Gesundheitsstudien, die dabei helfen sollen, sogenannten Volkskrankheiten wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen entgegenzuwirken. Dabei spielen etwa Ernährung oder Drogenkonsum eine große Rolle. Stefanie Helmer arbeitet in einer Fachgruppe für angewandte Interventionsforschung mit. Ein Ziel ist es zum Beispiel, den Alkoholkonsum bei Studierenden durch Online-Präventionsangebote zu senken. Dabei befragt sie Teilnehmer an Hochschulen in sieben europäischen Ländern online zu ihrem Konsumverhalten. Aus den Informationen entwickelte sie ein personalisiertes Feedback für die Studierenden. Ein Teil der Befragten erhielt dieses Feedback, ein anderer Teil, die Kontrollgruppe, erhielt es nicht.

„Nach mehreren Monaten wiederholen wir die Befragungen, um etwaige Veränderungen im Konsumverhalten festzustellen“, erläutert sie. „Erste Ergebnisse unter deutschen Studierenden deuten auf eine erfolgreiche Senkung des Alkoholkonsums hin.“

Projektmeetings, Konferenzen, Feldstudien

Obwohl Stefanie Helmer viel Zeit am Rechner verbringt, wo sie Statistiken auswertet, Fragebögen erstellt oder Publikationen und Präsentationen vorbereitet, ist sie auch viel unterwegs – bei Projektmeetings mit ihren Kollegen, auf internationalen Konferenzen und Fachtagungen oder aber zu Feldstudien an Universitäten im In- und Ausland. Von Zeit zu Zeit arbeitet sie auch bei Forschungseinrichtungen im EU-Ausland mit, wo sie sich in Projekte einbringt. „Unser Kontakt mit der Europäischen Kommission macht das möglich.“ Zuletzt absolvierte sie ein Traineeship in Portugal. Außerdem engagiert sie sich in der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie als Sprecherin der Nachwuchsgruppe.

„In meinem Job sind nicht nur Durchhaltevermögen und analytisches Denken gefragt“, sagt sie. „Kommunikationsfähigkeit, gutes Englisch und Offenheit auch gegenüber anderen Kulturen sind definitiv von Vorteil.“ Da die Epidemiologie nicht nur medizinische, sondern auch soziale und politische Aspekte mit einschließt, ist der berufliche Zugang von vielen Seiten her möglich. Zu Stefanie Helmers Kollegen zählen unter anderem Mediziner, Ernährungswissenschaftler, Biostatistiker, Soziologen und Psychologen. Mittlerweile bieten mehrere Hochschulen sogar spezielle Masterstudiengänge in Epidemiologie an. <<

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