Diakon/in (Sozial­arbeit)

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Diakonin

Tätigkeitsfelder:

Seelsorge, Gemeindearbeit; Sozialberatung, -arbeit

Abgeschlossenes Studium in:

Diakonik und Allgemeine Pädagogik

BERUFENET:

Diakon/in (Sozialarbeit)

Ich habe damals eine engagierte Diakonin kennengelernt. Das war ein Impuls.

Für Jugendliche und Senioren

Diakonin Katja Roth (28) gestaltet in einer evangelischen Kirchengemeinde soziale Angebote für Jugendliche und Senioren, ist Ansprechpartnerin für Ehrenamtliche und kümmert sich um die ökumenische Arbeit.

Ihre Arbeitstage in der evangelischen Gemeinde Freising kann Katja Roth in etwa so einteilen: 50 Prozent Jugendarbeit, 30 Prozent Arbeit mit Senioren. „Zudem koordiniere ich die Arbeit der ehrenamtlichen Gemeindemitglieder in der Seelsorge“, erzählt die Diakonin. Besonders engagiert sie sich in der offenen Jugendarbeit. „Dafür bin ich in der Gemeinde allein verantwortlich“, sagt die 28-Jährige. „Ich habe dabei recht freie Hand und kann viel mit den Jugendlichen unternehmen.“ Das sind zum Beispiel Lesenächte, Kinderzeltlager, Gemeindefeste und andere Freizeitmaßnahmen. „Weil die Jugendlichen bis nachmittags Schule haben, ist meine Jugendarbeit oft Projektarbeit“, sagt Katja Roth. „Ein Beispiel ist unser Lichterfest am ersten Samstag im Advent mit 40 bis 50 Kindern. Da gibt es vorher einige Treffen.“ Dabei geistliche Impulse zu geben ist Teil ihrer Arbeit. „Die Themen suche ich selbst aus.“ Oder sie wählt sie in Zusammenarbeit mit den Jugendlichen.

Manchmal auch Mediatorin

Geistliche Themen prägen auch die Seniorenarbeit der Diakonin. „Ich gestalte vier Gottesdienste pro Monat, überlege mir Inhalte und betreue Seniorennachmittage.“ Auch Ehrenamtliche sprechen Katja Roth an, wenn sie Unterstützung brauchen. „Ich bin dann schon mal Mediatorin“, sagt sie, „in Teams oder wenn die Kommunikation mit Leitungskräften hakt.“ Und schließlich gehört auch die ökumenische Arbeit in Freising zu ihren Aufgaben.

Dass sie Diakonin werden wollte, wusste sie schon als Jugendliche. „Ich war seit meiner Konfirmation in meiner Gemeinde in Ingolstadt aktiv und habe damals eine engagierte Diakonin kennengelernt. Das war ein Impuls“, sagt sie. Mit dem Diakonik-Studium an der Evangelischen Hochschule Nürnberg (EVHN) bereitete sie sich schließlich auf die soziale Tätigkeit bei Diakonieeinrichtungen, in der Jugendhilfe und in der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen vor, aber auch auf die theologisch-pädagogische Arbeit in der Kirche. „Diakonik-Studierende lernen die Gestaltung von Gottesdiensten“, berichtet sie. „Wir arbeiten mit der Bibel, lernen, wissenschaftlich mit Texten zu arbeiten und Texte zu schreiben, und widmen uns wissenschaftlicher Einzel-, Gruppen- und Projektarbeit.“

In der Regel lernen die Absolventen parallel zum Bachelor einen Ausbildungsberuf im Bereich Pflege oder Pädagogik. Katja Roth wählte einen anderen Weg: In Absprache mit ihren Studienbetreuern absolvierte sie an der Universität Bamberg einen zweiten Bachelor-Studiengang – nämlich in Allgemeiner Pädagogik.

Organisationstalent und Kreativität

Während ihrer Studienzeit wohnte sie mit anderen Diakoninnen zusammen – das war verpflichtend. „Es war eine wertvolle Zeit mit schönen Kontakten“, sagt sie. „Ich brauchte mich nicht um eine Unterkunft zu kümmern und zahlte eine recht günstige Miete.“

Ihr heutiger Beruf als Diakonin setzt unter anderem Organisationstalent voraus. „Von Vorteil sind auch Kreativität und Begeisterungsfähigkeit“, sagt Katja Roth. „Und man sollte die eigene Meinung vertreten und zu sich stehen können.“ <<

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