Demo­graf/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Demograf

Tätigkeitsfelder:

Datenerhebung, -analyse; Wissenschaftliche Forschung

Abgeschlossenes Studium in:

Demografie

BERUFENET:

Demograf/in

Man muss ein echtes Interesse an dem Thema haben.

Soziale Muster

Große Fragen der Gesellschaft wie das Altern und Sterben bewegen den Demografen Marcus Ebeling (29). Er analysiert und interpretiert Daten über Bevölkerungsveränderungen.

Wie altert der Mensch im Vergleich zu anderen biologischen Lebewesen? Was beeinflusst das durchschnittliche Sterbealter – und wie wird sich die Sterblichkeit in Zukunft entwickeln? Das sind Fragen, die sich Marcus Ebeling beruflich stellt. Er arbeitet als Demograf am Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock. „Ich erarbeite eine Forschungsfrage mithilfe von Recherchen, überlege anschließend, mit welchen Methoden ich diese Frage bearbeiten will und welche Daten ich benötige. Dann beschaffe ich mir diese und analysiere sie“, beschreibt der 29-Jährige sein Vorgehen.

Kollegen aus vielen Disziplinen

Er gehört der Forschungsgruppe Mathematische Demografie an. Seine Hauptaufgaben in den meist interdisziplinären Teams, die die Fragestellungen gemeinsam bearbeiten, sind die Entwicklung einer Methode sowie mathematisch-statistische Analysen, um Muster und Gesetzmäßigkeiten in den Daten herauszustellen.

Marcus Ebeling hat einen Bachelor in Sozialwissenschaften und einen Master in Demografie an der Universität Rostock absolviert und zudem die European Doctoral School of Demography besucht. Seine Kollegen sind Mathematiker, Mediziner, Biologen oder Statistiker. „Wenn es zum Beispiel um den Einfluss des Rauchens oder Trinkens auf die Gesundheit und damit die Sterblichkeit oder um biologische Faktoren des Alterns geht, brauchen wir das Fachwissen dieser Kollegen“, sagt Marcus Ebeling.

Die Daten für seine Analysen bezieht er aus vielfältigen Quellen, beispielsweise vom Statistischen Bundesamt, aus Meldeämtern oder aus Umfragen.

Selbstdisziplin und Stressresistenz

Wenn das Forschungsteam eine Antwort auf die Forschungsfrage gefunden hat, publiziert es seine Ergebnisse in Form von Artikeln in Fachmedien. Auch daran ist Marcus Ebeling beteiligt. Zudem präsentiert er die Ergebnisse auf Fachkonferenzen. Als Forscher kann er seine Arbeitszeiten relativ flexibel einteilen. „Weil wir teilweise sehr lange an einer Forschungsfrage arbeiten, muss man ein echtes Interesse an dem Thema haben, selbstdiszipliniert und vor allem stressresistent sein, da es sehr arbeitsintensive Phasen gibt.“

Er selbst hatte schon in der Schule großes Interesse an der Sozialforschung. Einen alternativen Berufsweg hat er nie in Erwägung gezogen. Seine ehemaligen Kommilitonen sind beispielsweise für kommerziell orientierte Forschungsinstitute etwa in der Werbe- und Meinungsforschung, an Universitäten oder in der Politikberatung tätig. Marcus Ebeling arbeitet neben seiner Tätigkeit im Institut auch noch an seiner Doktorarbeit an der Universität Rostock.

Kontakte ins Ausland schätzt er in seinem Themenfeld als sehr wichtig ein. „Weltweit gibt es nicht viele Institute und Forscher, die sich mit Demografie beschäftigen. Als Wissenschaftler pflegt man in diesem Bereich fast automatisch internationale Kontakte und ist im Ausland unterwegs.“ Seine berufliche Zukunft sieht er momentan in der Forschung. Dafür muss er die nächste Hürde nehmen und seine Doktorarbeit beenden. <<

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