Comic­zeichner/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Comiczeichner

Tätigkeitsfelder:

Bildhauerei, Malerei, künstlerisches Zeichnen; Medienproduktion (Print, Online, Multimedia)

Abgeschlossenes Studium in:

Medienkommunikation

BERUFENET:

Comiczeichner/in

Neue Maltechniken, neue Genres, neue Präsentationsflächen – Comics bieten mir die Möglichkeit, all das auszuprobieren.

Manga, Tiergeschichten, Imagefiguren

David Füleki (30) hat einen Masterabschluss in Medienkommunikation. Der Chemnitzer arbeitet freiberuflich als Comiczeichner für ganz unterschiedliche Auftraggeber.

Bei David Füleki gab es bereits eine frühe Begeisterung für das Zeichnen. Mit dem Studium der Medienkommunikation an der Technischen Universität Chemnitz wurde die Berufswahl konkret. „Als Freiberufler und Comic-Zeichner tanzt man auf vielen Hochzeiten“, erklärt der 30-Jährige. Zu seinen Auftraggebern gehören heute Firmen und Organisationen. Für die Fuldaer Zeitung hat er zum Beispiel den Schlaufuchs, einen regelmäßig erscheinenden Kindercomic, mit entwickelt. „Zu meinen exotischeren Projekten gehören Imagefiguren oder Maskottchen für die Bäckereibranche und Security-Unternehmen.“ Hinzu kommen viele Zeichnungen für Videospiele, Zeichentrick- und Horrorfilme.

Netzwerke und Kontakte nutzen

Die Arbeit ist künstlerisch. Aber das ist nur die eine Seite. „Beim Zeichnen geht es um mehr als die Fähigkeit, schöne Bilder aufs Papier zu bringen – zum Beispiel darum, sich mit immer neuen Themen, Anforderungen und Auftraggebern auseinanderzusetzen.“ Für Recherchen geht es auch in Bibliotheken oder auf Studienreise – vergangenes Jahr war David Füleki zum Beispiel in Japan –, denn eine reine Internetrecherche reicht für ihn manchmal nicht aus, um sich in ein Projekt hineinzudenken.

Zum Arbeitsalltag gehören Verhandlungen mit Auftraggebern ebenso wie das Eigenmarketing über seine Webseite und Facebook. Um an neue Aufträge zu kommen, nutzt er auch offensiv Netzwerke und Kontakte – einige hat er bereits im Studium geknüpft. „Mein Weg war es, sich auf ein paar Daueraufträge zu konzentrieren, nebenbei aber stets ein Türchen offenzuhalten für spontan reinkommende Projekte. So habe ich mein festes Monatspensum, das mein Grundeinkommen einbringt, sammle aber auch nebenbei neue Erfahrungen und Kontakte, die wichtig werden könnten, sobald einer der Daueraufträge ausläuft.“

Analog und digital

Beim Zeichnen ist der Chemnitzer häufig noch „recht altmodisch oder analog“, wie er selbst sagt, er nutzt Papier und Stift. Doch gemalt und gezeichnet wird auch mit Grafiktablet und Maus. Oft ist es die schnellere Alternative, die Illustrationen am Rechner zu kolorieren oder zu bearbeiten. „Und gerade angesichts des stetigen Zeitdrucks in der Branche kommt man oft um die schnellste Option nicht umhin.“ Doch David Füleki erkennt auch eine Renaissance des Analogen in der Szene. „Man holt den verstaubten Bleistift vom Dachboden, malt mit Acrylfarben, und statt auf Facebook zu kommunizieren, veranstaltet man wieder zunehmend Real-Life-Treffen.“ Zu den festen Terminen gehört der Internationale Comic-Salon Erlangen, bei dem David Füleki auch Workshops veranstaltet und auf dem Podium vertreten ist.

Im dreistelligen Bereich bewegt sich die Zahl seiner Veröffentlichungen jährlich – von der Politsatire über Tiergeschichten für Kinder bis zur grotesken Manga-Farce. Mit dem eigenen Verlag Delfinium Prints kann er außerdem auch Geschichten zeichnen und verlegen, die er sonst nicht hätte machen können. „Neue Maltechniken, neue Genres, neue Präsentationsflächen – die Comics und die vielen Auftraggeber bieten mir die Möglichkeit, all das auszuprobieren.“ <<

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