Chemie­laborant/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Chemielaborant

BERUFENET:

Chemielaborant/in

Die meiste Zeit verbringe ich mit typischen Laborarbeiten.

Härtetest für die Glanzvorstellung

Daniel Hornigs (24) Arbeitsplatz befindet sich zwischen Messgeräten, Laborabzug und Lackierstand. Der Chemielaborant dokumentiert seine Tests am Computer – die meiste Zeit verbringt er aber mit Versuchen und Messungen.

Daniel Hornig arbeitet zwischen diversen Apparaturen, Computern und Messgeräten. Das Labor, in dem er tätig ist, ist eines von vielen auf dem Evonik-Gelände in Darmstadt. Hier befindet sich einer der größten Standorte des Spezialchemie-Unternehmens. Von den rund 1.400 Mitarbeitern sind 200 Auszubildende und Studierende. Daniel Hornig hat hier nach seinem Abitur eine dreieinhalbjährige Ausbildung zum Chemielaboranten begonnen, die er auf drei Jahre verkürzen konnte. Heute ist er im Segment „Resource Efficiency“ tätig, speziell in der Produktpalette Farben und Lacke.

Wir entwickeln Bindemittel und Additive, die für die Herstellung von Lacken und Farben verwendet werden und die bestimmte Eigenschaften und Effekte ermöglichen sollen“, erklärt der 24-Jährige. Was ein Lack oder eine Farbe können muss, hängt vom jeweiligen Einsatzbereich ab: Die Farbe am Schiffsrumpf muss dem Salzwasser trotzen, ein Autolack soll einen besonderen Glanzeffekt erzeugen, wieder andere Produkte müssen auf verwitterten Untergründen haften.

Von der Theorie in die Praxis

Mit seinem Abiturleistungskurs in Chemie hatte er die besten Voraussetzungen für die Ausbildung: „Das theoretische Vorwissen hat mir sehr geholfen, aber die Bandbreite an praktischen Anwendungen lernt man erst in der Ausbildung im Labor kennen.“ Eine vorwiegend praktische Tätigkeit war genau das, was er nach seinem Abitur suchte. Das präzise und sorgfältige Arbeiten, das Messen und Hantieren mit den Apparaturen macht ihm einfach Spaß. „Natürlich muss ich die Untersuchungsergebnisse auch am PC dokumentieren, aber die meiste Zeit verbringe ich mit typischen Laborarbeiten“, betont er. Besonders wichtig in seinem Arbeitsalltag sind dabei der sachgerechte Umgang mit den Chemikalien sowie das Einhalten von Arbeitssicherheits- und Umweltschutzbestimmungen. Im Labor ist eine Schutzbrille Pflicht, und je nach Untersuchung müssen auch Schutzhandschuhe verwendet werden.

Mischen, kontrollieren, testen

Im Labor setzt Daniel Hornig Farben an und durchmischt sie mit den entsprechenden Zusätzen: „Es werden dabei zum Beispiel Stoffe möglichst fein in andere Stoffe verteilt. Das ist ein komplexer Prozess, der in mehreren Phasen abläuft.“ Mit einem Rheometer analysiert er das Fließverhalten und die Viskosität von Lacken. Prüfplatten, die er zuvor beschichtet hat, setzt er wochenlang UV-Licht aus, um anschließend den Glanz- und Farbverlust zu untersuchen. Er kontrolliert und testet auch Fertigerzeugnisse auf anwendungstechnische Eigenschaften. Diverse Bindemittel werden etwa auf Härte, Elastizität und Metallhaftung überprüft oder auf UV-Beständigkeit getestet.

Für Abwechslung sorgen sowohl die Anforderungen der Kunden als auch Neuerungen aus der Forschung und Entwicklung. „Es gibt immer wieder neue Zusammensetzungen, um spezifische Eigenschaften zu erreichen. Wir prüfen dann, ob die neue Rezeptur der gewünschten Spezifikation entspricht“, erklärt der Chemielaborant. „Es ist natürlich auch spannend, Produkte, die noch gar nicht auf dem Markt sind, als Erster unter die Lupe zu nehmen.“ <<

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